Germanistik in den USA weiter im freien Fall

Die finsteren Zeiten für das Studienfach Germanistik an amerikanischen Colleges und Universitäten gehen weiter: Nachdem im vergangenen Jahr bereits die University of Southern California mit der Ankündigung für Aufregung gesorgt hatte, das Studium der deutschen Sprache und Kultur künftig nicht mehr als eigenständiges Hauptfach anzubieten, droht der Germanistik nun an weiteren US-Universitäten das Aus, wie die Zeitschrift Inside Higher Ed kürzlich unter der Überschrift "Auf Wiedersehen" berichtete. Demnach planen die Florida State University, die University of Iowa, die University of Arkansas in Little Rock, die University of Idaho und die Washington State University, ihre Bachelor- und Masterprogramme zu streichen. Auch zahlreiche Stellen- ausschreibungen für Hochschullehrer im Fach Germanistik wurden wieder auf Eis gelegt. Der Grund für diese Kürzungen ist nicht in antideutschen Ressentiments zu suchen, sondern - wie so oft in diesen Tagen - in der Finanz- und Wirtschaftskrise, die viele US-Unis zum rigorosen Sparen und Streichen zwingt. Und Deutsch gehört offenbar nicht zu den Sprachen, die überall als unverzichtbar angesehen werden - allen Bekenntnissen zur Internationalisierung zum Trotz.

Doch auch strategische Gesichtspunkte spielen eine Rolle: Zwar sind in den USA die Studierendenzahlen in Germanistik in den letzten Jahren wieder leicht angestiegen, und Deutsch ist nach Spanisch und Französisch noch immer die drittbeliebteste Sprache an amerikanischen Colleges. Die Zuwachsraten unter den Nächstplatzierten Italienisch, Japanisch und Chinesisch sind jedoch bedeutend höher. Mit der geopolitischen Bedeutung insbesondere des Chinesischen kann die Sprache der Dichter und Denker offenbar nur schwer konkurrieren. Und angesichts knapper Kassen scheint sich bei vielen Entscheidern an US-Universitäten eine Entweder-Oder-Mentalität breit zu machen. Das ist bedauerlich, denn wenn die Germanistikprogramme an den Unis weiter zusammengestrichen werden, dürfte es mit der deutschen Sprache in den USA langfristig den Bach runter gehen, weil immer weniger Lehrer ausgebildet werden, die Deutsch als Unterrichtsfach an amerikanischen High Schools am Leben halten können. Doch warum Deutsch lernen, wenn man als Besucher in Deutschland problemlos mit Englisch über die Runden kommt, mag sich mancher fragen. "Weil die Annahme, man könne eine Kultur verstehen, aber nicht die Sprache, grundfalsch ist", betont David Barclay, Historiker und Leiter der German Studies Association. Recht hat er.

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Woche zum Auslandsstudium an der RWTH Aachen

Noch kurz ein Veranstaltungshinweis, zum Teil in eigener Sache: In der kommenden Woche läuft vom 15. – 19. Juni 2009 an der RWTH Aachen eine Go Out!-Woche mit Vorträgen, Seminaren und Workshops zu Auslands- aufenthalten, Austauschprogrammen und Praktika im Ausland. Jeder Tag widmet sich einem geografischen Schwerpunkt: Nach Russland und Lateinamerika steht am Mittwoch, dem 17. Juni, Nordamerika auf dem Programm. Auch ich bin mal wieder mit von der Partie, allerdings diesmal nicht mit einem Vortrag zum Thema USA – den besorgt eine kompetente Kollegin von der US-Botschaft – sondern ab 16 Uhr mit einer Einführung zu Studienmöglichkeiten in Kanada. Anschließend stellt Cornelia Sarwas die University of Alberta vor und berichtet von ihren eigenen Studienerfahrungen dort. Klingt nach einer runden Sache. Vielleicht sieht man sich ja?

USA-Stipendien vom Verband der Deutsch-Amerikanischen Clubs

Bei der Suche nach Stipendien und anderen Fördermöglichkeiten für ein Studium in den USA stoßen die meisten Studierenden schnell auf die Angebote der Fulbright-Kommission, des DAAD oder der eigenen Hochschule. Der Verband der Deutsch-Amerikanischen Clubs (VDAC) dagegen ist bei weitem nicht allen ein Begriff. Dabei stehen die Chancen, im Rahmen des VDAC-Studentenaustauschprogramms ein Stipendium für ein Studienjahr an einer amerikanischen Universität zu ergattern, weitaus besser als bei den meisten anderen Organisationen. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, Ursula Bell-Köhler, die dieses Programm seit vielen Jahren auf Verbandsebene koordiniert, einige Fragen zu stellen.

TransatlanTicker: Frau Bell-Köhler, Fulbright und DAAD kennen die meisten, die sich für ein Studium in den USA interessieren. Beim Stichwort deutsch-amerikanische Clubs dürften viele Studierende dagegen eher an Thanksgiving-Feiern und gemeinsames Muffin-Backen denken als an Stipendien im Wert von Tausenden von Euros. Worin besteht die Arbeit Ihres Verbands?

Ursula Bell-Köhler: Die Arbeit des VDAC bestand sicherlich, als dieser 1947 gegründet wurde, in Gesprächsrunden (von Männern - Frauen waren noch nicht zugelassen). Später, nach Aufhebung des Fraternisierungsverbots, gab es dann gemeinsame Feiern, Kochgruppen, Literaturgruppen, Wandergruppen. Zu den Herrenclubs gesellten sich Frauenclubs, die traditionell die "Pfennigbasare" organisieren und große Gewinnne zugunsten der beiden Standbeine, Studentenaustausch und Jugendarbeit, erwirtschaften. Der 1957 ins Leben gerufene Studentenaustausch begann als ein Dank an Amerika.

Für Ihren Studentenaustausch haben Sie derzeit 20 amerikanische Universitäten als Partner gewinnen können, darunter so renommierte Institutionen wie das Dartmouth College, das zur Ivy League zählt, oder führende staatliche Hochschulen wie die University of Texas in Austin oder die University of Washington in Seattle. Welche Leistungen beinhalten die Stipendien, die Sie vergeben?


In den meisten Fällen bestehen die Stipendien in einem Gebührenerlass, kostenloser Unterbringung und teilweise auch in der Vergabe einer Assistentenstelle, die dann voll bezahlt wird.

Und wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Studierende ab dem 2. Semester, aber auch Graduierte (keine Doktoranden).

Nach der Einführung der neuen Bachelorstudiengänge in Deutschland wird derzeit häufig beklagt, dass sie den Studierenden aufgrund ihrer straffen Struktur kaum noch Zeit oder Anreiz für einen Studienaufenthalt im Ausland bieten - obwohl die internationale Mobilität mit den Reformen doch eigentlich erhöht werden sollte. Spüren Sie die Auswirkungen dieser Strukturveränderungen auch in Ihrem Programm?

Wir spüren das sogar sehr deutlich, da Studierende der "alten" Studiengänge befürchten, dass Angebote auslaufen (vollbezahlte TA-Stelle für einen MBA z.B.), und die deshalb lieber auf ein Jahr an einer amerikanischen Hochschule verzichten.

Welche Qualifikationen müssen Bewerber mitbringen, um gute Chancen auf ein Stipendium in Ihrem Programm zu haben?

Gute akademische Leistungen, entsprechende Fachgutachten, gesellschaftliches Engagement (aber sicher kein bestimmtes Parteibuch), Interesse am deutsch-amerikanischen Austausch und die Bereitschaft, sich in den lokalen Clubs einzubringen und dort z.B. bei Pfennigbasaren zu helfen.

Wie flexibel müssen Bewerber hinsichtlich ihrer Wunschhochschule sein? Wer sich für Dartmouth bewirbt, möchte vielleicht nicht unbedingt an der Bowling Green State University landen.

Sie müssen sehr flexibel sein. Und was spricht gegen die Bowling Green State University? Ich kenne mindestens drei Ehemalige, die dort waren und im Berufsleben Karriere gemacht haben, z.B. als Pressesprecher des Generalskonsulats in München, als Programmdirektor im Amerikahaus sowie in der Geschäftsführung des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.

Was sagen Sie Interessenten, die von der Mehrzahl Ihrer Partnerhochschulen noch nie etwas gehört haben und eventuell Zweifel hegen, ob Ihnen ein Studienaufenthalt an Einrichtungen wie der Northern Arizona University, der Central Michigan University oder der Florida Atlantic University, die allesamt in keinem nationalen Ranking auftauchen, wirklich etwas bringt?


Dass ein Auslandsaufenthalt grundsätzlich eine Bereicherung sowohl des Studiums als auch des Lebens ist und dass es auch auf die Akkreditierung einer Uni / eines College in einem ganz bestimmten Fach ankommt. Ein Ehemaliger kam mit einem MBA der Northern Arizona University zurück und erhielt innerhalb eines Vierteljahres eine Stelle im IT-Bereich.

Wie stehen - statistisch gesehen - erfahrungsgemäß die Chancen, eines Ihrer Stipendien für die USA zu erhalten?

Die Chancen stehen bei fünfzig:fünfzig.

Im Gegensatz zum Schüleraustausch, der meistens nur dem Namen nach ein solcher ist, da nicht für jeden deutschen Schüler ein amerikanischer nach Deutschland kommt, bietet Ihr Studentenaustausch auch amerikanischen Studierenden die Möglichkeit, ein Jahr an einer von 22 deutschen Partneruniversitäten zu verbringen. Wie wird dieses Angebot in den USA nachgefragt? Zuletzt hat sich der Zahl der US-Studenten, die einen "Study Abroad"-Aufenthalt einlegen, ja deutlich erhöht.

Wir haben in diesem Jahr ebenfalls eine steigende Nachfrage von unseren Partnern, statt 20 werden es wohl 25 amerikanische Studierende sein.

Zum Abschluss eine persönliche Frage: Sie betreuen den Studentenaustausch der deutsch-amerikanischen Clubs nun schon seit mehr als zwanzig Jahren. Warum machen Sie das? Und wie schätzen Sie die Zukunft des transatlantischen Bildungs- und Kulturaustauschs mit Blick auf die Wirkung des neuen US-Präsidenten Barack Obama ein?

Lassen Sie es mich ganz persönlich ausdrücken. Der männliche Teil meiner Familie ist Ende des 2. Weltkriegs gefallen, seit Kriegsende vermisst oder beim Angriff auf Dresden tödlich verwundet worden. Meine Mutter ließ mich 1961 nur schweren Herzens nach England ziehen und gab mir mahnende Worte mit auf den Weg, da ich in die englische Stadt mit der drittgrößten jüdischen Gemeinde ging. Und gerade von dieser Gruppe erfuhr ich als Deutsche viel Verständnis und liebevolle Aufnahme.

Wieder in Deutschland und damals an der Uni Mainz arbeitend wollte ich gerne etwas zurückgeben und setzte mich – wohl in Ermangelung einer britisch-deutschen Vereinigung – für die deutsch-amerikanischen Beziehungen ein.

Nur im gegenseitigen Kennenlernen können wir meiner Ansicht nach Grenzen überwinden und Vorurteile abbauen. Dies möchte ich immer noch durch meinen Einsatz an junge Menschen weitergeben. Es lohnt sich jeden Tag aufs Neue, für den transatlantischen Austausch zu arbeiten. Es gibt unendlich viele Erfolgsgeschichten, deutsch-amerikanische Lebenspartnerschaften, Kinder. Die Nachfrage hat trotz interessanten Angeboten nie nachgelassen, auch nicht unter der Bush Administration. Allerdings glauben wir, dass unter Präsident Obama trotz Finanzkrise eine Art Aufbruchsstimmung auf beiden Seiten eingesetzt hat.

Frau Bell-Köhler, haben Sie vielen Dank für dieses Gespräch.


Die Bewerbung für das Studentenaustauschprogramm erfolgt über die Local Chair Persons vor Ort. Dort gibt es auch weitere Informationen.

>> Mehr zum Thema Stipendien im TransatlanTicker

Stichwort: Global Young Leaders Conference

Nicht wenige deutsche Schüler bekommen im Frühjahr schmeichelhafte Post aus den USA: Auf hochwertigem Briefpapier mit großem goldenem Siegel wird ihnen mitgeteilt, dass sie auserwählt wurden, im Sommer an der Global Young Leaders Conference (NYLC) in Washington D.C. und New York teilzunehmen - eine besondere Ehre, die angeblich nur denen zuteil wird, die sich durch überdurchschnittliche schulische Leistungen oder ehrenamtliches Engagement hervorgetan und damit ihr Potenzial als zukünftige Führungskraft unter Beweis gestellt haben. In einem exklusiven Kreis von anderen vielversprechenden Talenten aus aller Welt darf die Elite von Morgen in der US-Hauptstadt zwölf Tage lang anhand von politischen Rollenspielen, Workshops und Vorträgen das Führungshandwerk erlernen. Ein einmaliger Baustein für eine steile Karriere. Wer so etwas liest, kann gar nicht umhin, sich stolz und geehrt zu fühlen. Doch unweigerlich stellt sich die Frage: Ist das seriös? Immerhin kostet die Teilnahme an der Veranstaltung knapp 3.000 US-Dollar.

Die New York Times hat dem Thema Schülerkonferenzen kürzlich unter dem Titel "Herzlichen Glückwunsch! Sie wurden nominiert. Es ist eine Ehre. (Es ist eine Verkaufsmasche.)" eine ausführliche Reportage gewidmet. Denn in den USA bekommen jährlich Hunderttausende von Schülern Einladungen zur National Young Leaders Conference (NYLC) und ähnlichen Veranstaltungen, ohne zu wissen, wer oder was sich dahinter verbirgt. Die Quintessenz des lesenswerten Artikels: Die Konferenzen, bei denen die Schüler den Regierungsalltag in Washington kennenlernen sollen, bieten ein volles Programm, sind professionell organisiert und werden von den jugendlichen Teilnehmern fast durchweg positiv bewertet. Mit besonderen Leistungen, Führungspotenzial und einem exklusiven Teilnehmerkreis hat das Ganze jedoch wenig zu tun. Der Congressional Youth Leadership Council, ein seit kurzem gewinnorientiertes Unternehmen, das die Global Young Leaders Conference, die National Young Leaders Conference und andere Jugendkonferenzen veranstaltet, ist in erster Linie daran interessiert, Kasse zu machen. Die rhetorische Bauchpinselei in den Einladungen dient lediglich als Köder, um Teilnehmer für eine Reise nach Washington zu gewinnen, die zwar allerhand bietet, aber im Prinzip offen für alle ist.

"Es heißt, die Konferenz sei sehr exklusiv, aber das stimmt überhaupt nicht", zitiert der NYT-Artikel einen ehemaligen Teilnehmer, der extra aus Mexiko eingeflogen ist. Vorab hatte er sich Visitenkarten drucken lassen und einen Frack für eine Gala gekauft, die sich allerdings als ziemlich legere Abschlussparty entpuppte. Wegen irreführender Werbung und nicht eingelöster Versprechungen hat die Firma Envision EMI, der der Council gehört, derzeit etliche Klagen am Hals. Dabei bestreiten die wenigsten, dass die Teilnahme an der Global oder National Young Leaders Conference durchaus eine lohnende und lehrreiche Erfahrung sein kann. Fast zwei Wochen Washington ohne Eltern dürfte für die meisten schon an sich eine tolle Sache sein. Ob die Reise jedoch den Grundstein für den Aufstieg in die Führungsetagen der Gesellschaft legt, ist höchst fraglich und wissenschaftlich nicht bewiesen. Fest steht: Im Kampf um einen Studienplatz an einer der renommierten US-Universitäten ist die Konferenzteilnahme kein Bonus. Denn eine Ehre, die man sich für ein paar Tausend Dollar erkaufen kann, ist keine.

Heimat der X-Ringe: St. Francis Xavier University

TransatlanTicker on Tour: Im Sommer 2008 war ich zu Gast in der kanadischen Provinz Nova Scotia, die aufgrund ihres exzellenten Bildungssystems auch als "Canada's education province" gilt. Während meiner zehntägigen Campusreise hatte ich die Gelegenheit, neben einigen ausgewählten High Schools und Sprachschulen vor allem die zahlreichen Universitäten der Provinz näher kennen zu lernen, die zu den besten in ganz Kanada gehören. Heute im Porträt: die St. Francis Xavier University.

Treffen sich irgendwo auf der Welt zwei Absolventen der St. Francis Xavier University, der zweiten Station meiner Campusreise durch die kanadische Provinz Nova Scotia, erkennen sie sich meistens, ehe auch nur ein Wort gewechselt wird. Ein kurzer Blick auf den Ringfinger genügt, denn dort blitzt in aller Regel ein schwarzes X in goldener Fassung: der berühmte X-Ring, den fast alle Studierenden der Hochschule kurz vor Abschluss ihres Studiums in einer feierlichen Zeremonie jeweils am 3. Dezember, dem Namenstag des Heiligen Franz Xaver, verliehen bekommen. Diesem Ereignis, zu dem weder Eltern noch Verwandte, sondern ausschließlich andere Träger des Rings Zutritt haben, fiebern die meisten schon im ersten Semester entgegen, denn der X-Ring, den viele ein Leben lang wie einen Ehering tragen, symbolisiert neben der Mitgliedschaft in einem exklusiven Club alles, wofür die mehr als 150 Jahre alte staatliche Hochschule mit katholischen Wurzeln steht: identitätsstiftende Tradition, ganzheitliche Bildung und eine eingeschworene, fast familiäre Gemeinschaft.

STFX1Die St. Francis Xavier University, überall nur kurz St. FX (sprich: Saint-Eff-Ex) genannt, liegt in Antingonish, einer Kleinstadt mit rund 4000 Einwohnern, die überregional als Austragungsort der ältesten Highland- Games auf dem nordamerikanischen Kontinent bekannt ist. (Immerhin befinden wir uns hier in Neuschottland.) Aber auch das dreitägige Evolve-Festival mit alternativer Musik zieht jeden Sommer die Massen an. In der kanadischen Hochschullandschaft, die überwiegend von großen Forschungsuniversitäten bestimmt ist, punkten die Atlantikprovinzen vor allem mit hervorragenden kleinen Hochschulen, die sich auf die Bachelorausbildung konzentrieren, besonderen Wert auf die Lehre legen, individuelle Betreuung bieten und der Großteil ihrer selten mehr als 4000 Studierenden in Wohnheimen auf dem Campus unterbringen. So entsteht eine für Kanada eher untypische Lern- und Lebensgemeinschaft, wie man sie von Colleges aus den USA kennt. Und in der Gruppe der kleineren kanadischen Hochschulen belegt St. FX in den Rankings regelmäßig einen der Spitzenplätze.

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Rollentausch: College-Bewerbungsessays von US-Hochschulpräsidenten

Der Gedanke, einmal den Spieß umzudrehen und Lehrer, Professoren und andere schlaue Leute mit ihren eigenen Fragen und Prüfungen zu quälen, bereitet den meisten Schülern und Studierenden diebische Freude. In den USA kämpfen jedes Jahr Millionen von Schülern mit den Bewerbungsessays, die sie für ihre College-Bewerbung verfassen müssen. Gefragt wird dabei nicht nach konkreten Studienplänen, sondern nach Personen, Büchern, Filmen oder Ereignissen, die einen bedeutenden Einfluss auf die eigene Entwicklung hatten, oder nach Hindernissen und Schwierigkeiten, die man aus dem Weg räumen konnte. Die Zulassungsgremien der Hochschulen möchten daraus etwas über Persönlichkeit und charakterliche Reife der Bewerber erfahren. Die meisten Elftklässler kostet es viel Blut, Schweiß und Tränen, in rund 500 Wörtern etwas Überzeugendes über sich selbst so elegant zu Papier zu bringen, dass sie aus der Masse der Bewerber herausragen. So mancher wird sich dabei fluchend gewünscht haben, die Verantwortlichen an den Unis sollten sich doch einmal selbst dieser Tortur unterziehen.

Genau dies ist nun geschehen: Das Wall Street Journal hat zehn Präsidenten von renommierten amerikanischen Colleges und Universitäten gebeten, sich hinzusetzen und eine Essay-Frage aus den eigenen Bewerbungsunterlagen zu beantworten. Die Spielregeln: drei Wochen Zeit, nicht mehr als 500 Wörter, fremde Hilfe von professionellen PR-Leuten und Redenschreibern nicht erlaubt. Herausgekommen sind zehn Essays zu Fragen wie "Schreiben Sie Seite 217 aus Ihrer 300-seitigen Autobiografie" oder "Beschreiben Sie eine Person, die einen wichtigen Einfluss auf Sie hatte." Nach eigenen Angaben ist den schreibenden Präsidenten dabei deutlich geworden, welch schwierige Gratwanderung zwischen Allgemeinplätzen, Effekthascherei, authentisch Erlebtem und der Preisgabe von sehr persönlichen Details ihre Bewerber da zu bewältigen haben. Ein interessantes Experiment, mit recht unterschiedlichen Ergebnissen. Besonders überzeugt haben mich die Essays von Colin Diver (Reed College), der von einer Begebenheit erzählt, die sein linksliberales Multikulti-Verständnis infrage stellte, und von Michael Roth (Wesleyan College), der sehr eindringlich vom großen Einfluss seines Bruders erzählt, der mit fünf Jahren starb und den er nie kennen lernte.

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Neue Studie: Anerkennung des deutschen Bachelors für Master und Promotion in den USA

Pünktlich zum zehnten Jubiläum der Bologna-Erklärung, mit der die europäischen Bildungsminister 1999 die weitreichendsten Hochschulreformen der Geschichte einläuteten, gibt es nun eine neue Studie zur Akzeptanz der neu eingeführten Bachelorabschlüsse für ein Master- oder Doktoranden- studium an amerikanischen Universitäten: Three-Year Bologna-Compliant Degrees: Responses from U.S. Graduate Schools [pdf], erstellt vom Institute of International Education in New York, zeigt zum einen, dass das Wissen um den Bologna-Prozess unter den Entscheidungsträgern an US-Hochschulen in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Die im August und September 2008 unter 120 Universitäten durchgeführte Umfrage bestätigt jedoch auch, dass viele US-Zulassungsstellen sich noch nicht festgelegt haben, ob sie den dreijährigen Bachelor aus Europa als einem vierjährigen Bachelor, wie er in den USA üblich ist, gleichwertig ansehen. Ähnliches hatten bereits Studien des amerikanischen Council of Graduate Schools aus den Jahren 2005 und 2006 ergeben.

Dem neuen Bericht zufolge gaben mehr als die Hälfte der befragten Institutionen an, "eine offizielle Regelung verabschiedet zu haben, nach der die Zulassungsentscheidung bezüglich Bewerbern mit dreijährigen Bachelorabschlüssen nach dem Bologna-Modell getroffen wird; von dieser Gruppe sah ein Drittel die dreijährigen Bologna-Abschlüsse tendenziell als den vierjährigen US-Abschlüssen gleichwertig an, und ein weiteres Drittel stellte die Äquivalenz im Rahmen von Einzelfallentscheidungen fest." Alle befragten Hochschulen, so der Report, waren jedoch der Ansicht, dass die Frage, wie gut ein/e Bewerber/in auf das Master- oder Doktorandenstudium in einem bestimmten Fach vorbereitet ist, ein weitaus wichtigerer Faktor bei der Zulassungsentscheidung sein müsse als die formale Dauer des Bachelorstudiengangs.

Und so bestätigt die neue Studie doch überwiegend bereits Bekanntes: Dass es erstens keinen Automatismus bei der Zulassung zum Graduiertenstudium in den USA gibt, denn den hat es auch zu Zeiten von Magister und Diplom nie gegeben. Einzelfallprüfungen sind und bleiben die Regel. Dass, zweitens, deutsche Bewerber mit einem dreijährigen Bachelor grundsätzlich Chancen auf eine Zulassung in den USA haben, und zwar besonders dann, wenn die Noten und alle sonstigen Bewerbungsunterlagen (Eignungstests, Essays, Empfehlungsschreiben) zu den Anforderungen der jeweiligen US-Universität passen. Und dass drittens in den USA das Interesse an den Bologna-Reformen kontinuierlich wächst, was unter anderem daran deutlich wird, dass das US-Bildungsministerium im April zum ersten Mal einen Vertreter zur Bologna-Folgekonferenz nach Belgien geschickt hat, der vermutlich die IIE-Studie im Gepäck hatte. Aber machen wir uns nichts vor: So furchtbar wichtig ist Europa im Koordinatensystem der US-Zulassungsstellen nun auch wieder nicht, denn die große Masse der internationalen Masterstudenten und Doktoranden kommt nicht aus Europa, sondern aus Asien.

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Schokoladenseite: Promotion in Nordamerikastudien an der Freien Universität Berlin

Als Ehemaliger des John F. Kennedy-Instituts für Nordamerikastudien an der Freien Universität Berlin habe ich mich natürlich sehr gefreut, als das Institut 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative für seine Graduate School of North American Studies ausgezeichnet wurde. Dabei handelt es sich um ein strukturiertes Promotionsprogramm, das an die Doktorandenausbildung in den USA angelehnt ist. Die Promovenden forschen also nicht über Jahre hinweg allein vor sich in, sondern belegen gemeinsam Seminare und stehen auch sonst in regem interdisziplinären Austausch miteinander. Wer in die Graduiertenschule aufgenommen wird, erhält zudem eine großzügige finanzielle Förderung für bis zu drei Jahre; danach muss die Doktorarbeit fertig sein. Geforscht wird zu den großen Themen der amerikanischen Gesellschaft, Freiheit und Demokratie.

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Wie es an der Graduate School zugeht und an welchen Themen die Doktoranden aktuell arbeiten, zeigt ein sehenswerter Kurzfilm, der kürzlich im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft produziert wurde und seit Anfang des Jahres gemeinsam mit anderen Videos auf einem Online-Portal zu sehen ist, mit dem die DFG für die Exzellenzinitiative der Bundesregierung wirbt. Vorgestellt werden unter anderem die Arbeiten von Silke Hackenesch, die sich mit der Bedeutung von Schokolade als Metapher für Schwarzsein beschäftigt, und von Britta Schumacher, die die Rehabilitation von Strafgefangenen durch christlich-evangelikale Gruppen in den USA untersucht. Nach diesem gut gemachten Video bekomme ich fast wieder Lust, noch einmal ans alte Institut zurückzukehren, das übrigens mit seinem neuen Anstrich und der aufwändig umgebauten Bibliothek kaum wiederzuerkennen ist. Schon in den Neunzigerjahren war das JFK eine der ersten Adressen für Amerikanistik in Europa, und ist es heute umso mehr.

Buchtipp: Das amerikanische Hochschulsystem, kompetent erklärt

"Amerikanische Verhältnisse" werden oft beschworen, wenn es um die aktuellen Hochschulreformen in Deutschland geht - sei es als leuchtendes Vorbild für Spitzenforschung und internationale Wettbewerbsfähigkeit oder als abschreckendes Beispiel für gnadenlose Konkurrenz, hohe Studiengebühren und die Diktatur des Marktes. Wie die US-Hochschulwelt jedoch wirklich aussieht, interessiert die Wenigsten: Wie so oft, wenn es um Amerika geht, genügen Halbwahrheiten und Unterstellungen, um in hochschulpolitischen Diskussionen zu punkten. Für alle, die genauer hinschauen möchten, liegt seit kurzem erstmals ein deutschsprachiges Buch vor, das die bunt schillernde US-Hochschulwelt umfassend und mit großer Sachkenntnis beleuchtet.

traumfabrikTraumfabrik Harvard: Warum amerikanische Hochschulen so anders sind (Campus Verlag 2008, 266 Seiten, 24,90 Euro) bietet keine Belehrungen oder Patentrezepte für das perfekte Hochschulsystem, sondern möchte das "Gesamtkunstwerk der amerikanischen Hochschulen" aus dem spezifischen kulturellen Gepräge der amerikanischen Gesellschaft heraus erklären und zeigen, dass sich hinter den ikonischen Eliteuniversitäten eine ungeheuer vielfältige und dynamische Hochschullandschaft mit sehr verschiedenen Einrichtungen verbirgt, von der in Deutschland kaum die Rede ist. Der Autor, Ulrich Schreiterer, ist Soziologe am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und arbeitete zuvor fünf Jahre als Senior Research Scholar an der Yale University in Connecticut.

Dass Schreiterer ausgiebig über den Tellerrand seines Ivy-League-Universums geblickt hat, wird allein daran deutlich, dass er auf einen weiteren Lobgesang auf die traumhaften Arbeitsbedingungen und üppigen Gehälter, die so viele renommierte Wissenschaftler in die USA locken, verzichtet. Auch als Ratgeber für ein Studium in den USA ist das Buch nicht gedacht. (Den gibt es ja auch bereits.) Vielmehr geht es neben einem etwas zähen historischen Abriss der Entwicklung vom Colonial College zur Spitzenforschung vor allem darum, den Leitmotiven und Regularien nachzuspüren, die die extrem zersplitterte amerikanische Hochschulwelt zusammenhalten.

Wie unübersichtlich und unabhängig von staatlicher Aufsicht diese Welt tatsächlich ist, können deutsche Beobachter, die an ein ordentliches, staatlich reguliertes und finanziertes Hochschulsystem gewöhnt sind, nur schwer in vollem Ausmaß erfassen. Doch gerade aus diesem losen institutionellen Arrangement ergeben sich die große Elastizität und die hohe Dynamik, die das amerikanische Hochschulwesen so leistungsstark machen. Dass das freie Spiel gesellschaftlicher Kräfte, sozialer Interessen und kultureller Strömungen auch Schattenseiten hat, die sich am deutlichsten in den explodierenden Studienkosten und dem privilegierten Zugang der Studienbewerber aus höheren sozialen Schichten manifestieren, wird im Buch genauso diskutiert wie die Strategien, die man in den USA zur Linderung dieser Schieflagen ins Auge fasst.

Kenntnisreich stellt Schreiterer eine Auswahl von Hochschultypen vor, für die es in anderen Ländern kaum eine Entsprechung gibt, z.B. private Forschungsuniversitäten, Liberal Arts Colleges oder Community Colleges. Mit Blick auf die deutsche Exzellenzinitiative erläutert er, was nach amerikanischen Maßstäben eine Einrichtung zur Eliteuniversität macht: Mit Vermögen, Größe und überragenden Forschungsleistungen hat dieses Prädikat jenseits des Atlantiks überraschenderweise wenig zu tun, sondern in erster Linie mit einer hohen Selektivität bei der Zulassung zum Bachelorstudium und einem breit gefächerten Studienangebot, das die Bachelorstudenten explizit nicht auf bestimmte berufliche Tätigkeiten vorbereitet. Auch dem sagenhaften Reichtum der US-Universitäten und dem vermeintlich hohen Einfluss privater Sponsoren ist ein ausführliches Kapitel gewidmet.

Der besondere Verdienst von Traumfabrik Harvard besteht vor allem darin, den kulturellen Kontext sichtbar zu machen, in den Hochschulbildung in den USA eingebettet ist. Völlig zu Recht weist Schreiterer darauf hin, dass die in internationalen Vergleichen üblichen statistischen Daten nur einen geringen Erkenntnisgewinn bieten, wenn nicht gleichzeitig die politischen, historischen, sozialen und kulturellen Gründe für die messbaren Unterschiede mitgedacht werden. Im meritokratischen Begründungszusammenhang der US-Gesellschaft nimmt education demnach eine "Schlüsselrolle im Drehbuch des American dream" ein und wird von einer mit Erwartungen, Hoffnungen und Versprechungen aufgeladenen Semantik eingerahmt, die Europäern weitestgehend fremd ist. Going to college wird somit gerade für Angehörige unterer sozialer Schichten zum Mantra für gesellschaftlichen Aufstieg und ein erfülltes Leben.

Stichwort College: Wie fremdartig, ja exotisch die US-Hochschulwelt im Vergleich zur deutschen ist, tritt am Beispiel des American College am deutlichsten zu Tage. Das College - also entweder eine unabhängige Hochschule oder der Teil einer Universität, der für die Bachelorausbildung zuständig ist - ist das "Herzstück und die Ikone der amerikanischen Hochschule", so der treffende Titel des Kapitels, das sich mit dieser weltweit einmaligen Institution beschäftigt. Denn das Bachelorstudium in den USA hat mit dem Fachstudium, wie es überall sonst praktiziert wird, nur wenig zu tun. Charakterbildung, Erziehung zum bürgerschaftlichen Engagement und Gemeinsinn sind dabei mindestens genauso wichtig wie Wissensvermittlung und der Erwerb kognitiver Kompetenzen, während das bei uns derzeit so wichtige Kriterium der "Berufsbefähigung" nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Eine unvoreingenommene und umfassende Darstellung des amerikanischen Hochschulwesens in deutscher Sprache hat angesichts der Prominenz, die Harvard & Co. als Projektionsfläche für Hoffnungen und Befürchtungen deutscher Hochschulreformer in der öffentlichen Debatte einnehmen, lange gefehlt. Wer will, kann nun mehr wissen als die gängigen Stereotype von Spitzenforschung, Spitzenverdiensten und Spitzenprofessoren oder dem großen Qualitätsgefälle zwischen Elite und Massenbetrieb. Und dass die Transplantation einzelner charakteristischer Merkmale des US-Hochschul- wesens in das deutsche nicht klappen kann, ohne den kulturellen Kontext zu beachten, in dem diese dort funktionieren, dürfte nach der Lektüre von Traumfabrik Harvard auch dem und der Letzten klar sein.

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Dieser Beitrag erschien zuerst im Blog von Academics.de.

Big Screen: Pornovorführungen an US-Hochschulen

Dass Pornografie seit langem Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen in Fächern wie Soziologie, Psychologie, Kulturwissenschaft und vor allem der Genderforschung ist und Hardcore-Filme folglich bisweilen zu Studienzwecken im Unterricht zu sehen sind, regt eigentlich (selbst in den USA) niemanden mehr richtig auf. Doch nun läuft seit einigen Wochen an einigen US-Hoch- schulen ein waschechter Porno nicht hinter den verschlossenen Türen der Seminarräume, sondern öffentlich und auf der großen Leinwand: "Pirates II: Stagnetti's Revenge", mit 8 Millionen Dollar Produktionskosten die teuerste und aufwändigste Hardcore-Produktion aller Zeiten, wurde mit Zustimmung der Hochschulleitungen bislang in den Kinosälen so renommierter Institutionen wie der University of California Los Angeles (UCLA), Northwestern University und der Carnegie Mellon University gezeigt, wie das Magazin Inside Higher Ed kürzlich berichtete.

Die Produktionsfirma Digital Playground war zuvor an mehr als 100 Hochschulen in den USA und Kanada mit dem Angebot herangetreten, den Film kostenlos auf dem Campus zu zeigen - in der begründeten Hoffnung, damit für reichlich Gesprächsstoff unter den Studierenden zu sorgen und so den Verkauf der DVD anzukurbeln. Der Erfolg gibt ihr Recht: Zur Filmvorführung an der UCLA zum Beispiel kamen laut einem Bericht des Blogs LAist knapp 1.000 Studentinnen und Studenten, die von den elf Sexszenen hörbar beeindruckt waren und einige Darsteller des Films im Anschluss einen begeisterten Empfang bereiteten. Um dem Pornospaß zumindest den Anstrich einer gesundheitlichen Aufklärungsveranstaltung zu verpassen, wurden dabei stets externe Gruppen wie Planned Parenthood eingeladen, die vorab eine Präsentation zu Safer Sex oder den Geschlechterrollen in der Hardcore-Industrie hielten.

Solch öffentlich-kollektiver Hardcore-Konsum erhitzt natürlich die Gemüter. An der University of Maryland in College Park zum Beispiel untersagte die Hochschulleitung die Vorführung des Films, nicht zuletzt weil Vertreter des Parlaments interveniert und mit Mittelkürzungen gedroht hatten. "Die Einwohner Marylands schicken ihre jungen Studenten nun wirklich nicht an den Campus einer Hochschule, um dort Pornografie zu sehen", zitiert Inside Higher Ed den Senatspräsidenten Thomas Miller. Dass der Gesetzgeber sich in diese Angelegenheit einmischt, erbost nun wiederum selbst diejenigen, die die Filmvorführungen ablehnen, sehen sie doch in typisch amerikanischer Manier die Rede- und Meinungsfreiheit bedroht. Dem Beobachter aus Deutschland zeigt diese Geschichte ein weiteres Mal, wie grundsätzlich sich das Bachelorstudium in den USA und das Leben auf dem Campus vom deutschen Studentendasein unterscheiden.

TOEFL-TV: Vorbereitung mit YouTube

Die Möglichkeiten zur Vorbereitung auf den Englischtest TOEFL haben sich kürzlich um eine neue Komponente erweitert, denn der Testveranstalter ETS hat mit TOEFL TV einen entsprechenden Kanal bei YouTube eingerichtet. Seit einigen Wochen sind dort nun ein paar Dutzend Kurzfilme zu besichtigen, in denen Englischlehrer Tipps zum Vokabellernen, zum Einüben typischer Kommunikationssituationen oder zur richtigen Aussprache geben. Auch Schüler und Studenten kommen zu Wort, bislang allerdings nur in einer Handvoll professionell produzierter Videos, in denen Amerikaner die Hauptrollen spielen. Das Ganze bleibt recht allgemein; konkrete Tipps zur effektiven Testvorbereitung konnte ich jedenfalls bislang nicht entdecken. Ob TOEFL-TV für Bewerber mit guten Vorkenntnissen eine Hilfe darstellt, sei folglich einmal dahingestellt. Richtig interessant dürfte es erst werden, wenn Nutzer ihre eigenen Videos hochladen und darin von ihren praktischen Erfahrungen mit dem Test berichten. Da jedes hochgeladene Video allerdings erst einer Prüfung durch ETS unterzogen wird, darf bezweifelt werden, dass hier wirkliche Insider-Tipps öffentlich zu sehen sein werden.

>> Mehr zum Thema TOEFL & CO. im TransatlanTicker

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Willkommen beim TransatlanTicker! Ich heiße Carsten Bösel und bin als Autor, Übersetzer und selbstständiger Studienberater mit Schwerpunkt USA und Kanada tätig. Auf dieser Seite blogge ich regelmäßig über Neuigkeiten aus der nordameri- kanischen Hochschulszene: Studiengänge, Stipendien, Bewerbungstipps, Sprach- und Eignungstests, Postdoc-Stellen, Campusleben und vieles mehr. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Kommentare!

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