Studiengebühren sparen an der Eastern Illinois University

[03.03.10] Wie die meisten anderen amerikanischen Universitäten auch, möchte die Eastern Illinois University im kleinstädtischen Charleston (Illinois) mehr internationale Studierende auf ihrem Campus haben. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet die staatliche Hochschule besonders qualifizierten ausländischen Bewerbern ab dem kommenden Herbst einen erheblichen finanziellen Anreiz: Studienanfänger und Studienwechsler aus dem Ausland, die einen Notendurchschnitt von mindestens 3,5 (nach dem amerikanischen System, wobei 4,0 die Bestnote ist) vorweisen können, zahlen mit dem "International Excellence Award" nur noch die Studiengebühren, die auch die Einwohner des Staates Illinois zahlen (in-state tuition). In konkreten Zahlen ausgedrückt: Statt der regulären Studiengebühren für Ausländer (out-of-state tuition) von rund 17.000 US-Dollar werden mit dieser "distinguished student rate" nur noch 5.736 US-Dollar fällig. Das ergibt eine Ersparnis von jährlich mehr als 11.000 US-Dollar! Nicht schlecht, würde ich sagen.

Nun ist die Eastern Illinois University sicher keine besonders renommierte Hochschule von überregionaler Bedeutung. Ihr Haupteinzugsgebiet ist der Staat Illinois, und dementsprechend homogen bzw. lokal/regional ist die Studierendenschaft zusammengesetzt. Auf regionaler Ebene schneidet die Uni in den einschlägigen Rankings jedoch sehr gut ab. Als ehemaliges Teacher College hat die Eastern Illinois University ihre größte Stärke nach wie vor in der Lehrerausbildung, doch geboten wird eine umfangreiche Palette von Bachelorstudiengängen in den verschiedensten Fachrichtungen. Mit insgesamt rund 12.000 Studierenden hat die Uni auch noch einigermaßen überschaubare Dimensionen im Vergleich zu einigen namhafteren staatlichen Uni-Tankern. Ein solides Bachelorstudium mit vielen praktischen Komponenten kann man hier allemal erwarten. Um für die reduzierten Studiengebühren in Frage zu kommen, sollten Bewerber aus Deutschland mindestens über ein Fachabitur mit Notendurchschnitt "gut" verfügen. Was genau das Äquivalent der US-Note 3,5 ist, legt die Evaluierungsagentur World Education Services fest, bei der die Zeugnisse einzureichen sind. Mehr Informationen …

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USA-Studium: Bewerbung mit YouTube-Video

[26.02.10] Erinnert sich noch jemand an die US-Komödie Legally Blonde (dt. Natürlich Blond)? Darin versucht die nicht gerade mit höchster Intelligenz gesegnete College-Blondine Elle Woods (gespielt von Reese Witherspoon), sich für ein Jurastudium an Harvard zu bewerben. Und da sie sich nicht in der Lage sieht, einen geschliffenen Bewerbungsessay zu schreiben, bewirbt sie sich alternativ mit einem Video, das vor allem ihre körperlichen Reize gebührend zur Geltung bringt. Mit Erfolg: Das überwiegend männlich besetzte Gutachtergremium ist beeindruckt von so viel Charme und Chuzpe und lässt sie zum Studium zu. Dass sie dann zu Studienbeginn zunächst erst mal wegen mangelnder Vorbereitung aus der Vorlesung geworfen wird, steht auf einem anderen Blatt …

Was 2001 noch reine Fiktion war, könnte im Zeitalter des Web 2.0 immer mehr zu Realität werden. Zwar waren Tonbänder und Videos bei der Bewerbung für künstlerische Studiengänge schon immer fester Bestandteil der Bewerbungsunterlagen, doch für die allgemeine College-Bewerbung war bislang das schriftliche Ausdrucksvermögen im Rahmen von einem oder mehreren Essays maßgeblich. Nun hat die Tufts University (Boston), die ähnlich wie die University of Chicago seit langem für ihre ausgefallenen Essay-Fragen bekannt ist, mit der freiwilligen Option für Aufsehen gesorgt, dass Bewerber ein selbst erstelltes, rund einminütiges Video auf YouTube hochladen können, um sich zu präsentieren. Rund 1000 Bewerber (ca. 6%) machten von dieser Möglichkeit Gebrauch, wie nun auf YouTube zu bestaunen ist. Herausgekommen sind intelligente, witzige, mäßige und auch einige ziemlich dröge Spots von jungen Leuten, die kein Problem damit haben, sich mit einer so persönlichen Angelegenheit wie einer College-Bewerbung öffentlich zu exponieren.

Das New York Times-Blog "The Choice" hat einige der Bewerbungsvideos zusammengestellt. Am meisten Publicity und inzwischen mehr als 70.000 Klicks (!) bekommt das Video von Amelia Downs, in dem sie ihre Begeisterung für Mathe und Tanz in den selbst kreierten "Math Dances" zur Schau stellt. Wer schon immer mal eine getanzte Sinuskurve sehen wollte, wird in diesem zugegebenermaßen sehr cleveren Clip fündig:



Viele großen US-Zeitungen (New York Times, Boston Globe) haben inzwischen über diese Aktion berichtet, und zwar überwiegend positiv. Ohne Frage ein großartiger PR-Coup für Tufts. Aber er wirft natürlich auch Fragen auf: Jetzt, wo zumindest ein Teil der College-Bewerbung, die normalerweise ein sehr ernsthafter und privater Prozess zwischen den Bewerbern und der Hochschule ist, quasi vor Publikum stattfindet, gerät die Universität unter Zugzwang. Kann Tufts es sich nach so viel Top-Bewertungen und YouTube-Kommentaren für Amelia Downs noch erlauben, diese Bewerberin abzulehnen? Sollte eine angesehene Hochschule ihre Bewerber dazu ermuntern, sich mithilfe eines (schlechten) YouTube-Videos gegebenenfalls auch öffentlich lächerlich zu machen? Und inwiefern wird Bewerbern, die sich mit Videotechnik auskennen oder zumindest entsprechende Ressourcen haben, ein Vorteil bei der Bewerbung eingeräumt? Kulturpessimistisch könnte man fragen, ob ein Videoclip den schriftlichen Bewerbungsessay für ein Studium, im es immerhin hauptsächlich ums Schreiben geht, ersetzen darf.

Nun ist Letzteres sicher nicht geplant. Die Videos sollen und werden die Essays nicht ersetzen. Es handelt sich um eine freiwillige Zusatzoption für diejenigen, die finden, bestimmte Aspekte ihrer Persönlichkeit besser visuell zum Ausdruck bringen zu können. Amelia Downs‘ mathematische Tänze hätten sich schwerlich per Essay darlegen lassen. Außerdem ist Tufts bei weitem nicht die erste US-Hochschule, die Bewerbungsvideos als Option anbietet. Die George Mason University und das St. Mary’s College z.B. räumen kreativen Bewerbern ebenfalls die Möglichkeit ein, sich visuell zu präsentieren. Der Unterschied: Die Clips werden per CD-ROM verschickt und nicht auf YouTube hochgeladen, wo sie von jedermann bewertet und kommentiert werden können. Positive Bewertungen sind sicher kein Problem, aber was geschieht mit dem nicht selten fragilen Ego eines 18-Jährigen, dessen sehr ernst gemeintes Bewerbungsvideo von anonymen Usern mit Kritik und polemischen Schmähungen bedacht wird, wie es überall auf Blogs und Foren üblich ist? Selber schuld, könnte man sagen. Niemand wird gezwungen, ein Video hochzuladen. Aber eine Universität ist nicht Big Brother oder DSDS – sie hat eine erzieherische Funktion und sollte ihre Bewerber und Studierenden nicht öffentlich vorführen.

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Medizinstudium in den USA: Schlechte Chancen für Ausländer

Immer wieder bekomme ich Anfragen von Abiturienten und Studienanfängern, die sich für ein Medizinstudium in den USA interessieren. Verständlich, denn die hohe Qualität der Ausbildung an amerikanischen Medical Schools ist weithin bekannt. Allerdings gibt es dabei gleich mehrere Haken: Erstens kann man in den USA Medizin nicht unmittelbar im Anschluss an die Schule studieren. Angehende Ärzte müssen zunächst vier Jahre lang einen Bachelor in einem anderen Fach absolvieren, um sich eine solide Allgemeinbildung und erstes Fachwissen in einem bestimmten Bereich anzueignen. Das kann eine einzelne Naturwissenschaft oder eine Kombination aus mehreren sein (was dann häufig "pre-medicine" genannt wird), aber auch mit den Fächern Geschichte oder Literaturwissenschaft verbaut man sich keineswegs den Weg zur Medical School. Mit der ersten Phase des deutschen Medizinstudiums, dem Physikum, hat das Ganze jedenfalls herzlich wenig zu tun.

Erst nach dem Bachelorabschluss ist also eine Bewerbung an einer medizinischen Hochschule möglich. Dort dauert das Studium dann noch einmal vier Jahre und schließt mit der "Doctor of Medicine" (M.D.) ab. Und hier kommt der zweite Haken: Die Konkurrenz um diese Studienplätze ist riesig. Wählt man also im College das Fach "pre-medicine", ist alles andere als ausgemacht, dass es hinterher tatsächlich mit dem eigentlichen Medizinstudium weitergeht. Viele Amerikaner warten jahrelang, bis sie endlich einen Platz an einer der 130 Medical Schools des Landes ergattern. Zwar gibt es auch rund drei Dutzend Kombi-Programme, bei denen der Übergang nach nur drei Jahren Bachelorstudium ins Medizinstudium mehr oder weniger automatisch stattfindet, solange die Noten stimmen. Doch die Konkurrenz um einen Platz in diesen "accelerated 7-year programs" ist noch viel größer.

Für Ausländer gibt es darüber hinaus noch einen dritten Haken, denn viele amerikanische Medical Schools nehmen überhaupt keine Bewerbungen von Nicht-Amerikanern an. Und selbst wenn sie es tun, ist der Prozentsatz derjenigen, die genommen werden, mit durchschnittlich rund 3% verschwindend gering. Meistens muss man mindestens ein Jahr an einem US-College studiert haben, um überhaupt in Frage zu kommen. Ein deutscher Abiturient , der Medizin in den USA studieren möchte, müsste also zunächst 3-4 Jahre lang einen Bachelor an einer amerikanischen Universität machen und sich dann mit minimalen Erfolgschancen an einer medizinischen Hochschule bewerben, um dort noch einmal 4 Jahre zu studieren. Ist das ein guter Plan? Mit Sicherheit nicht. Sinnvoller ist es, das Medizinstudium in Deutschland zu absolvieren und anschließend die Facharztausbildung (residency) an einem US-Universitätsklinikum zu machen. Hier haben auch Ausländer gute Chancen, und es gibt gut organisierte Verfahren für die Bewerbung. Dazu an anderer Stelle mal mehr.

Ich ernte bei Schülern und Eltern, denen ich diese Antwort gebe, mitunter nicht nur lange Gesichter, sondern auch Unglauben und Skepsis. Insofern habe ich mich gefreut, als ich kürzlich auf der Webseite der National Association of Advisors for the Health Professions auf einen Artikel gestoßen bin, der genau dies bestätigt: Unmöglich ist Ausländern die Zulassung an einer US Medical School zwar nicht, aber es ist sehr, sehr schwierig. Der Artikel aus einem Handbuch für Studienberater im Bereich "pre-medicine" nennt die Regelungen und Zulassungsquoten an zig Hochschulen in den USA und Kanada. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, müssen internationale Bewerber ihren festen Wohnsitz in dem jeweiligen US-Staat haben, in dem sie sich bewerben, und das heißt fast immer: eine Green Card besitzen, mit einem/r Amerikaner/in verheiratet sein, etc. Für eine medizinische Ausbildung in den USA muss also das Sprichwort gelten: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Relax: SAT-Rap aus Brooklyn

[19.11.09] Der November ist für alle amerikanischen High School Schüler, die sich um einen Studienplatz bewerben, einer der stressigsten Monate. Bewerbungsschluss für das kommende Studienjahr ist zwar meistens erst im Januar, aber vorher müssen noch Essays geschrieben, Empfehlungsschreiben eingeholt und oftmals auch noch der Eignungstest SAT abgelegt werden. Da gleichzeitig der reguläre Schulunterricht weitergeht, bleibt manchmal kaum noch Zeit zum Durchatmen. Um sich auf den SAT-Test vorzubereiten und gleichzeitig die Anspannung ein wenig herauszunehmen, haben Schülerinnen und Schüler an der öffentlichen Williamsburg Charter High School im New Yorker Stadtteil Brooklyn vor kurzem einen SAT-Rap aufgenommen, samt dazugehörigem Video:



Alle Personen im Video sind Schüler, Lehrer und Angestellte der Schule. Die große Mehrheit der Schüler an der Williamsburg Charter High School stammen aus einkommensschwachen Familien, wo bisher noch niemand einen College-Abschluss hatte. Entsprechend groß ist die Nervosität, je näher der Test rückt. Der Text des Songs "Relax" nennt alle wichtigen Dinge, die zu beachten sind, um eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Nur ein kleiner Fehler hat sich eingeschlichen: Die Analyse von Analogien ("Analogies don't scare me the least …") ist seit 2005 nicht mehr Bestandteil des SAT.

Internationale Studenten: Kanada holt auf

[15.10.09] Lange lag Kanada weit hinter anderen englischsprachigen Ländern wie den USA, Australien oder Großbritannien zurück, was den Anteil internationaler Studenten an den Universitäten betraf. Doch damit könnte es bald vorbei sein, denn in diesem Jahr dürfen sich die kanadischen Hochschulen endlich über Rekordzahlen bei den Neuzugängen aus dem Ausland freuen, wie der Chronicle of Higher Education kürzlich berichtete. Demnach liegen die Zuwächse an internationalen Studenten bei vielen Universitäten im zweistelligen Bereich. Die University of Toronto z.B. meldet eine Zunahme von 11% gegenüber dem Vorjahr, an der McGill University (Montreal) stieg die Zahl der Bachelorstudenten aus dem Ausland um 17%, und an der University of Alberta in Edmonton werden im kommenden sogar 45% mehr Ausländer studieren als zuvor.

Woran liegt's? Zum einen sind die kanadischen Behörden in den letzten Jahren endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und haben attraktive Rahmenbedingungen für ein Studium in Kanada geschaffen, z.B. mit einer Liberalisierung der Arbeitsmöglichkeiten während und nach dem Studium sowie vereinfachten Einbürgerungsmodalitäten für ausländische Absolventen kanadischer Hochschulen. Mit den neu geschaffenen und hoch dotierten Vanier-Stipendien sollen die besten internationalen Doktoranden ins Land geholt werden, und seit diesem Jahr gibt es nun auch eine einheitliche internationale Marketingkampagne für das Studium in Kanada: Imagine: Education in/au Canada. Während in den USA die Studiengebühren weiter emporschnellen, bleibt das Studium in Kanada trotz erhöhter Gebühren für Ausländer einigermaßen erschwinglich, zumal auch die Zahl der Stipendien zunimmt.

Das eigentliche Erfolgsgeheimnis dürfte jedoch darin bestehen, dass die kanadischen Unis tagtäglich hervorragende Arbeit bei der Betreuung internationaler Studenten leisten, was sich allmählich weltweit herumspricht. In der Provinz Nova Scotia konnte ich mich im vergangenen Jahr persönlich davon überzeugen. Hinzu kommt, dass viele Hochschulen ihre individuellen Bemühungen um Studierende aus dem Ausland in den letzten Jahren intensiviert haben - eine langfristige Investition, die sich jetzt auszuzahlen scheint. Außerdem dürften die Unis von Kanadas positivem Imagewandel profitieren, denn das Land wird offenbar nicht mehr ausschließlich mit Ahornsirup, Trappern und unberührter Wildnis in Verbindung gebracht. "Viele unserer internationalen Familien halten Kanada für 'cool'", sagt z.B. Karen McKellin von der University of British Columbia. "'Cool' im Sinne von besonnen, ordentlich und einem Ort, der ihren Kindern eine solide Bildung in wunderschöner Umgebung und zu einem bezahlbaren Preis bietet." Na dann, nichts wie hin.

America Reloaded: Zwischenbilanz nach einem Jahr Barack Obama

Ender der Sommerpause! Ab sofort geht's weiter im TransatlanTicker. Zunächst mit dem Hinweis auf eine Veranstaltungsreihe, die zwar auf den ersten Blick nur wenig mit dem Thema Studieren in den USA zu tun hat, mir aber dennoch sehr am Herzen liegt, weil ich maßgeblich an der Organisation beteiligt bin.

Ein knappes Jahr nach Barack Obamas historischem Wahlsieg geht die Reihe AMERICA RELOADED der Frage nach, wie viel des angekündigten Wandels der neue US-Präsident bereits einlösen konnte. An sechs Abenden von September 2009 bis März 2010 sprechen auf den Bühnen des Berliner Hebbel-Theaters internationale Experten über Themen wie die internationale Entwicklungszusammenarbeit und die Menschenrechtspolitik, die Ankündigung eines Green New Deal als Impuls für die US-Wirtschaft, den Beitrag der USA im Kampf gegen den Klimawandel, soziale Gerechtigkeit unter dem ersten schwarzen US-Präsidenten sowie Obamas virtuosen Einsatz neuer Medien in der politischen Kommunikation.

Zum Auftakt geht es heute, am 21. September 2009, um 19 Uhr im HAU 1 um die Nord-Süd-Beziehungen und die Rolle der USA in der globalen Entwicklungspolitik. Wir freuen uns ganz besonders, dass wir Jean Ziegler für diesen Abend gewinnen konnten. Der streitbare Schweizer Autor und Soziologe wird sein neues Buch Der Hass auf den Westen: Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren vorstellen und anschließend mit den beiden deutschen UN-Experten Beate Wagner und Ralf Südhoff sowie dem ugandischen Politaktivisten und Intellektuellen Yash Tandon diskutieren. Beiträge aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht!

AMERICA RELOADED wird veranstaltet vom Freundeskreises Amerika Haus Berlin e.V., dessen stellvertretender Vorsitzender ich bin, und finanziert aus Mitteln der Bundeszentrale für Politische Bildung. Als Freundeskreis Amerika Haus Berlin ist es unser Ziel, den Geist des offenen Austauschs zwischen Berlinern und den Amerikanern, wie er für das 2006 geschlossene Amerika Haus über Jahrzehnte hinweg prägend war, zu bewahren und weiterzuentwickeln. Im Gegensatz zu vielen anderen transatlantischen Akteuren in Berlin setzen wir dabei nicht auf exklusive VIP Events für handverlesene Gäste, sondern auf öffentliche Veranstaltungen für ein breites Publikum, zu denen alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. In diesem Sinne: Hoffentlich bis bald!

LL.M.-Stipendien von der American University

Das einjährige Aufbaustudium zum Master of Laws (LL.M.) an der privaten American University in Washington, D.C. kostet inklusive Unterkunft und Verpflegung knapp 64.000 US-Dollar; davon sind rund 36.000 Dollar Studiengebühren. Dank des Alumni Fund Scholarship-Programms kann die Hochschule jedes Jahr drei bis fünf besonders qualifizierten Bewerbern, die sich in herausragender Weise für Fortschritte auf dem Gebiet des internationalen Rechts einsetzen, die Studiengebühren in voller Höhe erlassen. Der Bewerbungsschluss für den Studienbeginn im Herbst 2009 ist zwar bereits am 1. Mai 2009 abgelaufen, doch ausnahmsweise gibt es dieses Jahr auch ein Vollstipendium, das bei einem Studienantritt im Januar 2010 vergeben wird und nach Angaben der Hochschule noch zu haben ist. Bewerbungsschluss für dieses Stipendium ist der 1. Oktober 2009. Mehr lesen …

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Stichwort: Was sind eigentlich Transcripts?

Die englische Übersetzung für Zeugnis heißt laut LEO, Langenscheidt, PONS und anderer Wörterbücher wahlweise certificate, (school) report oder report card. Schaut man sich jedoch die Liste der Bewerbungsunterlagen an, die von Universitäten in den USA oder Kanada verlangt werden, finden sich dort zwar Eignungstests, Essays und Empfehlungsschreiben, aber niemals certificates oder reports. Stattdessen ist stets von mysteriösen secondary school transcripts oder transcripts of academic record die Rede. Da eine Uni-Bewerbung ohne das Einreichen von Zeugnissen kaum vorstellbar ist, müssen die bisherigen Schul- oder Studienleistungen wohl irgendwie mit diesen Transcripts gemeint sein. Aber heißt "Transcript" auf Deutsch nicht Abschrift, Umschrift oder Niederschrift? Wie kann das in Amerika das Wort für Zeugnis sein? Und wichtiger noch: Was muss ich denn nun als Deutsche/r einreichen, wenn die Hochschule Transcripts sehen will?

Des Rätsels Lösung liegt in der Art und Weise, wie in Nordamerika die Leistungen in Schule und Hochschule gespeichert und verwaltet werden. Zwar gibt es auch an amerikanischen und kanadischen Schulen zu verschiedenen Zeitpunkten Zeugnisse, auf denen wie bei uns die Fächer, Noten und andere Kommentare zum Lernverhalten stehen. Das sind dann tatsächlich die report cards. (Hier ein Beispiel aus einer High School in Maryland.) Entscheidend ist jedoch, dass alle Noten in einer Art Zentralregister gespeichert werden und dann für die komplette Schul- oder Studienzeit einfach per Computer auf einem einzigen Blatt ausgedruckt werden können. Dieser Computerausdruck nennt sich Transcript, weil er eine offizielle "Abschrift" aus diesem elektronischen Zentralregister ist. (Hier ein Beispiel aus Wisconsin.) Das Ganze ist insofern praktisch, als alle Kurse und Noten, die man an einer Schule oder Hochschule belegt und erreicht hat, mehr oder weniger übersichtlich auf einem Blatt stehen, das von den Schulen in beliebiger Anzahl an Hochschulen verschickt werden kann, bei denen man sich bewerben will.

Deutsche Schüler haben es da leider nicht so bequem, da unsere Gymnasien nicht über ein solches Zentralregister verfügen. Wenn also offizielle secondary school transcripts und damit Nachweise über die schulischen Leistungen in der amerikanischen Sekundarstufe verlangt werden, bleibt uns nichts anderes übrig, als alle Zeugnisse seit der 9. Klasse einzeln einzureichen. In beglaubigter englischer Übersetzung, versteht sich. Noch mühsamer hatten es bis vor kurzem die deutschen Studierenden, denn anstelle einer Kurs- und Notenübersicht hatten sie nur ihre Scheine als Leistungsnachweise und bei der Bewerbung in den USA mit einer ziemlichen Zettelwirtschaft zu kämpfen. Im Zuge der Internationalisierung durch die Bologna-Reformen sind inzwischen jedoch mehr und mehr deutsche Universitäten dazu übergegangen, "Notenabschriften" im Stil der amerikanischen Transcripts auszustellen, mitunter sogar gleich auf Englisch. Zumindest in dieser Hinsicht also ein eindeutiger Fortschritt.

TOEFL wieder teurer: Neue Gebühren ab Juli 2009

Erst vor gut einem Jahr gab es die letzte Preiserhöhung für den Englischtest TOEFL: Um satte 20 Prozent stiegen damals die Gebühren von vormals 155 US-Dollar auf 185 US-Dollar. Nun hat der Veranstalter ETS erneut zugeschlagen und zum 1. Juli 2009 die Preise ein weiteres Mal erhöht. Testteilnehmer in Deutschland und den meisten anderen westeuropäischen Ländern müssen nun 225 US-Dollar hinblättern. Das entspricht abermals einer Gebührenerhöhung um 20 Prozent! Innerhalb von nur drei Jahren ist der Preis für den Test damit um insgesamt 60 Prozent gestiegen. Was müssen das für Kosten und Investitionen in Forschung, Entwicklung, Verbreitung und Erreichbarkeit des Tests sein, mit denen der Veranstalter, immerhin eine gemeinnützige Einrichtung, eine solche Kostenexplosion begründet?!

Jetzt fehlt nicht mehr viel, und der TOEFL ist genauso teuer wie sein größter Konkurrent IELTS, der derzeit mit Gebühren von 170 Euro (momentan rund 240 US-Dollar) noch leicht in Führung liegt. Bei diesem Wettlauf gibt es leider seitens der Studierenden nur Verlierer. Immerhin: Wer Freunde in Polen oder Tschechien hat, kann einen Besuch mit dem TOEFL verbinden und Geld sparen, denn dort kostet der Test aufgrund der schlechteren wirtschaftlichen Gesamtsituation etwas weniger, nämlich 185 US-Dollar (Polen) bzw. 200 US-Dollar (Tschechien). Noch günstiger gibt's ein TOEFL-Ergebnis in Dänemark, denn dort wird noch das alte papierbasierte Format durchgeführt, das nur 150 US-Dollar kostet. TOEFL-Tourismus: vielleicht eine Marktlücke?

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Germanistik in den USA weiter im freien Fall

Die finsteren Zeiten für das Studienfach Germanistik an amerikanischen Colleges und Universitäten gehen weiter: Nachdem im vergangenen Jahr bereits die University of Southern California mit der Ankündigung für Aufregung gesorgt hatte, das Studium der deutschen Sprache und Kultur künftig nicht mehr als eigenständiges Hauptfach anzubieten, droht der Germanistik nun an weiteren US-Universitäten das Aus, wie die Zeitschrift Inside Higher Ed kürzlich unter der Überschrift "Auf Wiedersehen" berichtete. Demnach planen die Florida State University, die University of Iowa, die University of Arkansas in Little Rock, die University of Idaho und die Washington State University, ihre Bachelor- und Masterprogramme zu streichen. Auch zahlreiche Stellen- ausschreibungen für Hochschullehrer im Fach Germanistik wurden wieder auf Eis gelegt. Der Grund für diese Kürzungen ist nicht in antideutschen Ressentiments zu suchen, sondern - wie so oft in diesen Tagen - in der Finanz- und Wirtschaftskrise, die viele US-Unis zum rigorosen Sparen und Streichen zwingt. Und Deutsch gehört offenbar nicht zu den Sprachen, die überall als unverzichtbar angesehen werden - allen Bekenntnissen zur Internationalisierung zum Trotz.

Doch auch strategische Gesichtspunkte spielen eine Rolle: Zwar sind in den USA die Studierendenzahlen in Germanistik in den letzten Jahren wieder leicht angestiegen, und Deutsch ist nach Spanisch und Französisch noch immer die drittbeliebteste Sprache an amerikanischen Colleges. Die Zuwachsraten unter den Nächstplatzierten Italienisch, Japanisch und Chinesisch sind jedoch bedeutend höher. Mit der geopolitischen Bedeutung insbesondere des Chinesischen kann die Sprache der Dichter und Denker offenbar nur schwer konkurrieren. Und angesichts knapper Kassen scheint sich bei vielen Entscheidern an US-Universitäten eine Entweder-Oder-Mentalität breit zu machen. Das ist bedauerlich, denn wenn die Germanistikprogramme an den Unis weiter zusammengestrichen werden, dürfte es mit der deutschen Sprache in den USA langfristig den Bach runter gehen, weil immer weniger Lehrer ausgebildet werden, die Deutsch als Unterrichtsfach an amerikanischen High Schools am Leben halten können. Doch warum Deutsch lernen, wenn man als Besucher in Deutschland problemlos mit Englisch über die Runden kommt, mag sich mancher fragen. "Weil die Annahme, man könne eine Kultur verstehen, aber nicht die Sprache, grundfalsch ist", betont David Barclay, Historiker und Leiter der German Studies Association. Recht hat er.

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Willkommen beim TransatlanTicker! Ich heiße Carsten Bösel und bin als Autor, Übersetzer und freier Studienberater mit Schwerpunkt USA und Kanada tätig. Auf dieser Seite blogge ich regelmäßig über Neuigkeiten aus der nordamerikanischen Hochschulszene: Studiengänge, Stipendien, Bewerbungstipps, Sprach- und Eignungstests, Postdoc-Stellen, Campusleben und vieles mehr. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Kommentare!

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