Buchtipp: Praktikum in den USA und Kanada

Beim heutigen Buchtipp handelt es sich eigentlich „nur“ um eine Broschüre, die aber umso empfehlenswerter ist: Der Leitfaden „Praktikum in USA und Kanada“, herausgegeben von der Studienberatung USA an der Fachhochschule Hannover, liegt mittlerweile in der 9. Auflage vor, was ein klares Indiz dafür sein dürfte, dass das Interesse an Praktika bei nordamerikanischen Firmen und Institutionen unvermindert groß ist. Die Verfasserin des Ratgebers ist Ursula Truman, ehemals Bildungsreferentin im Amerika Haus Hannover und seit einigen Jahren verantwortlich für die exzellente Online-Studienberatung USA, die an der Fachhochschule Hannover angesiedelt ist. Dort ist der Inhalt der Broschüre auch komplett in HTML zugänglich und sogar um aktuelle Links erweitert. Wer aber wie ich Materialien von mehr als 60 Seiten Länge lieber gedruckt in Händen hält, kann sich die Broschüre gegen 5 Euro (inkl. Porto) zuschicken lassen.

praktikum_usaDie kleine Investition lohnt sich in jedem Fall, denn in der Broschüre findet sich alles, was für ein Praktikum in den USA zu berücksichtigen ist. Angefangen bei den rechtlichen Voraussetzungen: Ein (auch unbezahlter) Arbeitsaufenthalt in den USA ganz ohne oder nur mit Touristenvisum ist nämlich nicht gestattet! Eine Arbeitsgenehmigung direkt über den amerikanischen Arbeitgeber ist ebenfalls nur in den seltensten Fällen erhältlich. Stattdessen müssen sich zukünftige USA-Praktikanten an eine von mehreren „Mittler-Organisationen“ in Deutschland wenden, die von den US-Behörden autorisiert sind, nach eingehender Prüfung des Praktikumsvorhabens die Vordokumente auszustellen, mit denen das erforderliche J-Visum beantragt werden kann. Klingt kompliziert, wird in der Broschüre aber verständlich erläutert. Außerdem werden alle Mittlerorganisationen mit ihren verschiedenen Programmen einzeln vorgestellt.

Der deutsche Begriff „Mittler-Organisation“ (engl. legal sponsor) legt nahe, dass im Rahmen der Programme Praktikumsstellen vermittelt werden, was aber nur selten der Fall ist und dann viel Geld kostet. Meistens müssen Interessenten stattdessen selbst auf Jobsuche gehen. Auch hierbei hilft die Broschüre mit vielen nützlichen Recherche-Tipps, hauptsächlich über das Internet.

Ist man auf eine interessante Stelle gestoßen, gilt es die nächste Hürde zu meistern, denn die Form einer amerikanischen Bewerbung unterscheidet sich teilweise erheblich von dem, was bei uns üblich ist. Zum Beispiel macht man sich mit einem Foto aufgrund der Anti-Diskrimierungsvorschriften keine Freunde, und auch Angaben zu Alter, Familienstand oder zum Besuch der Grundschule gehören nicht auf ein „resume“, einen Lebenslauf. Eine Seite sollte dafür in der Regel ausreichen, plus eine weitere für den „cover letter“, das Anschreiben. Das genügt – Zeugnisse, Empfehlungen u.ä. sollten nicht mitgeschickt werden. Wie man Anschreiben und Lebenslauf Erfolg versprechend konzipiert, erläutert die Broschüre anhand von Beispielen und Formulierungshilfen.

Am Ende folgen noch wichtige Informationen zu finanziellen Fördermöglichkeiten wie Reisekostenzuschüsse oder Auslands-BAFöG, Hinweise zur Beantragung des Visums beim Konsulat sowie einige Optionen für Abiturienten, die aufgrund der Vorgabe der US-Behörden, dass ein Praktikum studienbezogen sein muss, leider kein Praktikum in den USA machen dürfen. Nicht zu vergessen: einige Tipps und Adressen zum Thema "Praktikum in Kanada". Alles in allem also eine tolle Orientierungshilfe, die kaum Wünsche offen lässt. Sicher wäre es schön, mehr als nur zwei Beispiele für Anschreiben und Lebenslauf zu haben, aber damit ließe sich locker ein eigenes Buch füllen. Entsprechende Ratgeber aus den USA sind bequem über den Internetbuchhandel erhältlich, Stichwort: "resume writing".

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Willkommen beim TransatlanTicker! Ich heiße Carsten Bösel und bin als Autor, Übersetzer und selbstständiger Studienberater mit Schwerpunkt USA und Kanada tätig. Auf dieser Seite blogge ich regelmäßig über Neuigkeiten aus der nordameri- kanischen Hochschulszene: Studiengänge, Stipendien, Bewerbungstipps, Sprach- und Eignungstests, Postdoc-Stellen, Campusleben und vieles mehr. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Kommentare!

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Zuletzt aktualisiert: 11. Dez, 10:04

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