US-Hochschulgipfel in Washington, D.C.
Anfang Januar dieses Jahres kamen auf Einladung des US-Außenministeriums rund 120 Präsidenten von amerikanischen Colleges und Universitäten zu einem Gipfeltreffen in Washington D.C. zusammen, um darüber zu beraten, wie sich die amerikanische Hochschulbildung stärker internationalisieren lässt und wie dem verbreiteten Eindruck begegnet werden kann, internationale Studierende seien seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA nicht mehr willkommen. Vor dieser hochkarätigen Gruppe sprachen nicht nur die Gastgeber Condoleeza Rice und Bildungsministerin Margaret Spellings, sondern auch US-Präsident Bush höchstpersönlich. Das zweitägige Treffen ist schon allein deshalb bemerkenswert, als sich die Bundesregierung der USA noch nie in der Geschichte des Landes so stark in Sachen Hochschulbildung engagiert hat. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Befürchtung, in der internationalen Wissens- und Kommunikationsgesellschaft mittelfristig den Anschluss zu verlieren, bis in die obersten Etagen der US-Regierung durchgedrungen ist.Die stärkere Internationalisierung der US-Hochschullandschaft sei mehr denn je eine Frage der nationalen Sicherheit, betonten Bush und Rice und räumten ein, dass die infolge des Patriot Act verschärften Verfahren bei der Visavergabe ein Grund für den Rückgang der internationalen Bewerber gewesen seien. Gleichzeitig versprachen beide Verbesserungen: „Wir wollen, dass junge Menschen von überall auf der Welt unsere Universitäten besuchen“, sagte Bush. „Es ist in unserem nationalen Interesse, dass wir Probleme bei der Visaerteilung lösen, um das sicherzustellen. Wir haben nach dem 11. September die richtige Balance angestrebt. Ich verstehe einige ihrer Bedenken gut, vor allem, wenn Sie sagen, die angestrebte Balance sei nicht geglückt. Aber wir werden es hinkriegen, denn je mehr junge Menschen für ihre Universitätsbildung in die Vereinigten Staaten kommen, desto eher werden die Menschen auf der Welt das wahre Wesen Amerikas erkennen.“
Außerdem kündigte Außenministerin Rice unter anderem eine neue Fremdspracheninitiative der US-Regierung an: Mithilfe von 14 Millionen Dollar sollen rund 1.000 neue Lehrer aus dem Ausland angeworben werden, die amerikanischen Schülern und Studierenden Arabisch, Mandarin, Hindu und andere wichtige Sprachen der Zukunft vermitteln sollen. Nur wer die Sprache der Menschen im arabischen und zentralasiatischen Raum spreche und damit Interesse und Empathie für ihre Kulturen signalisiere, habe die Chance, Vertrauen zu erwecken, Einfluss auszuüben und Veränderungen zu bewirken, so die einleuchtende Argumentation. Die Hochschulpräsidenten reagierten Berichten des Chronicle of Higher Education zufolge sehr erfreut auf das Entgegenkommen der Bundesregierung. Es blieben jedoch auch Zweifel, ob die angekündigten Schritte in der Konkurrenz um internationale Studierende und Wissenschaftler ausreichend sein werden. Victor Johnson vom Berufsverband NAFSA zum Beispiel vermisst eine umfassende Strategie und schlägt einige Maßnahmen vor, die den Hochschulstandort USA wieder attraktiver machen könnten wie etwa die Aufhebung des off-campus-Arbeitsverbots für ausländische Wissenschaftler und deren Ehepartner oder eine Verringerung der Gefahr, unwissentlich gegen Einwanderungsvorschriften zu verstoßen und dadurch die Ausweisung zu riskieren. Es gibt viel zu tun.
Fotos Copyright: U.S. State Department
TransatlanTicker - 25. Jan, 11:03




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