Ernstfall Praktikum: Neues vom US-Arbeitsmarkt

Der Stellenwert eines Praktikums ist auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt laut einem Bericht der taz in den letzten Jahren enorm gestiegen. Zwar gibt es noch immer die schnell zu habenden Stellen, die sich hauptsächlich auf Kopieren und Kaffee Kochen beschränken, doch wer sich für eine anspruchs- vollere Tätigkeit in einem angesehenen Unternehmen interessiert, muss sich schon bei der Bewerbung weitaus stärker ins Zeug legen als früher: „Die Zeiten, in denen man im Praktikum ein wenig in die Arbeitswelt reinschnupperte, um sich zu überlegen, was man einmal machen will, sind in den USA schon lange vorbei“, heißt es in dem lesenswerten Beitrag. „38 Prozent der Berufspraktika für amerikanische Studenten führen zu einer Festanstellung, und das wissen sowohl die Praktikanten, als auch die Arbeitgeber. Der Karriereeinstieg ist einen Schritt vorverlegt - die Praktikumssuche in den USA ist Ernstfall.“

Was bedeuten diese Trendmeldungen für Interessenten aus Deutschland? Nicht viel Neues. Denn erstens sind aufgrund der veränderten Visumsbestimmungen sowieso nur ernsthafte Praktikumsvorhaben in den USA realisierbar: Für das J-1 Visum muss der Arbeitgeber einen detaillierten Trainingsplan aufstellen, in dem Inhalte und Ziele des Praktikums genau und verbindlich festgelegt werden. Nur mal Reinschnuppern und Fotokopieren ist für Ausländer also ohnehin längst nicht mehr drin. Und zweitens kann aufgrund derselben Visumsbestimmungen ein Praktikum für Ausländer in den wenigsten Fällen die Vorstufe zu einer Festanstellung sein, da diese anschließend in ihre Heimat zurückkehren müssen oder wollen. Entsprechend niedriger hängt die Latte für internationale Praktikumsbewerber. Die konstanten Teilnehmerzahlen an den „Praktikum USA“-Programmen der wichtigsten deutschen Mittlerorganisationen belegen, dass es nach wie vor gut möglich ist, auf eigene Faust eine Stelle in den USA zu finden. Aber noch stärker als früher dürfte es bei der Bewerbung auf eine gute Vorbereitung, einwandfreie Unterlagen und eine überzeugende Argumentation in eigener Sache ankommen.

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