Neue Zahlen zum Graduiertenstudium: Bologna- Bachelor von US-Hochschulen zunehmend akzeptiert

Trendwende erreicht? Einem gestern veröffentlichten Bericht des Council of Graduate Schools zufolge ist die Anzahl internationaler Master- und Ph.D.-Studenten an US-Hochschulen erstmals seit drei Jahren wieder gestiegen. An den 177 Hochschulen, die sich an der Umfrage beteiligten, studieren in diesem Jahr 1% mehr graduate students aus dem Ausland als im Vorjahr. Bei den Neuankömmlingen, die im September mit dem Studium begonnen haben, beträgt der Zuwachs sogar 12%. Die meisten von ihnen kommen aus Indien und China und studieren in den Ingenieurs- und Naturwissenschaften sowie im Bereich Business. Nachdem infolge drastischer Verschärfungen in der Visa-Vergabe nach den Terrorangriffen vom 11. September 2001 die Zahl der ausländischen Studierenden beträchtlich gesunken war, werten die Hochschulen diese neuen Ergebnisse als hoffnungsvolles Zeichen dafür, dass die Attraktivität eines USA-Studiums unter internationalen Nachwuchswissenschaftlern wieder zunimmt.

Eine weitere positive Nachricht hält der Bericht für Graduierte aus Europa bereit: Immer mehr US-Universitäten sind demnach bereit, die neuen dreijährigen Bachelor-Abschlüsse als Äquivalent zum amerikanischen Bachelor-Titel zu akzeptieren, für den in der Regel vier Jahre Studium erforderlich sind. Die Sorge, dass Bachelor-Absolventen aus Europa trotz identischer Titelbezeichnungen ein Master- oder Ph.D.-Studium in den USA durch die Bologna-Reformen erheblich erschwert wird, wird somit weiter entkräftet. 56% der befragten US-Hochschulen wollen die Aufnahme von Bewerbern mit „Bologna degrees“ zumindest ernsthaft prüfen. Im vergangenen Jahr waren es nur 41%. Weiterhin bleibt es jedoch dabei, dass allgemeingültige Aussagen bezüglich der Kompatibilität von US-Bachelor und Bologna-Bachelor nicht möglich sind. Die Zulassung ist und bleibt eine Einzelfallprüfung. Zurückgegangen ist also lediglich der Widerstand der Zulassungsbüros und Fakultäten, sich überhaupt ernsthaft mit diesen neuen Abschlüssen zu beschäftigen. Meine Prognose: Wenn die US-Hochschulen auf dem internationalen Bildungs- und Wissenschaftsmarkt konkurrenzfähig bleiben wollen, wird ihnen allerdings auch gar nicht anders übrig bleiben.

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