Fulbright-Rekord für US-Germanisten aus Boston
Der winzige Fachbereich Germanistik am privaten Boston College macht auf den erste Blick nicht sonderlich viel her: Die Kursauswahl ist klein und unspektakulär, es gibt lediglich drei volle Professorenstellen, und ein Master- oder Doktorandenstudium wird gar nicht erst angeboten. Und dennoch schickt der Fachbereich regelmäßig mehr Studierende mit einem der begehrten Fulbright-Stipendien zum Studium nach Deutschland als jede andere Hochschule in die USA. In diesem Jahr haben sage und schreibe 13 Studierende ein solches Stipendium erhalten, meldete am Samstag die Zeitung The Boston Globe – das ist fast die Hälfte derjenigen, die nächstes Jahr in Germanistik ihren Bachelorabschluss am Boston College machen werden!! Ein einsamer Rekord.
Das Geheimnis für diesen Erfolg ist dem Globe-Bericht zufolge hauptsächlich im Engagement des Fachbereichsvorsitzenden Prof. Michael Reseler zu suchen: Der Experte für Artusepik und mittelhochdeutsche Klassik begeistert seine Studenten bereits bei der ersten Begegnung von der Möglichkeit eines Deutschlandstudiums mittels Fulbright-Stipendium und weiß genau, mit welchen Tricks sich das Maximum aus den Fördertöpfen herausholen lässt. Zum Beispiel rät er davon ab, als Wunschstudienort Berlin anzugeben, weil dort sowieso alle hinwollen. Bessere Chancen haben Bewerber, die in den ostdeutschen Ländern forschen möchten, die wegen ihrer kommunistischen Vergangenheit für weitaus weniger Amerikaner attraktiv sind. Außerdem muss man sein Forschungsprojekt so ausrichten, dass es sich ausschließlich vor Ort in Deutschland durchführen lässt. Auch Reseler selbst musste sich dieses Jahr mächtig ins Zeug legen: Für die letzte Bewerberrunde hatte er 18 Empfehlungsschreiben zu verfassen, von denen keines dem anderen gleichen durfte, denn schließlich werden alle von demselben Auswahlkomitee gelesen. Hoffen wir, dass den Stipendiaten in Deutschland weniger antiamerikanische Vorurteile entgegenschlagen als vielen ihrer Landsleute.
Das Geheimnis für diesen Erfolg ist dem Globe-Bericht zufolge hauptsächlich im Engagement des Fachbereichsvorsitzenden Prof. Michael Reseler zu suchen: Der Experte für Artusepik und mittelhochdeutsche Klassik begeistert seine Studenten bereits bei der ersten Begegnung von der Möglichkeit eines Deutschlandstudiums mittels Fulbright-Stipendium und weiß genau, mit welchen Tricks sich das Maximum aus den Fördertöpfen herausholen lässt. Zum Beispiel rät er davon ab, als Wunschstudienort Berlin anzugeben, weil dort sowieso alle hinwollen. Bessere Chancen haben Bewerber, die in den ostdeutschen Ländern forschen möchten, die wegen ihrer kommunistischen Vergangenheit für weitaus weniger Amerikaner attraktiv sind. Außerdem muss man sein Forschungsprojekt so ausrichten, dass es sich ausschließlich vor Ort in Deutschland durchführen lässt. Auch Reseler selbst musste sich dieses Jahr mächtig ins Zeug legen: Für die letzte Bewerberrunde hatte er 18 Empfehlungsschreiben zu verfassen, von denen keines dem anderen gleichen durfte, denn schließlich werden alle von demselben Auswahlkomitee gelesen. Hoffen wir, dass den Stipendiaten in Deutschland weniger antiamerikanische Vorurteile entgegenschlagen als vielen ihrer Landsleute.
TransatlanTicker - 30. Jul, 16:22




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