Stipendien von DAAD und Fulbright: Auf die Begründung kommt es (auch) an
"Die Uni hat superinteressante Themen auf ihrer Internetseite." -- "Ich war während meines High School-Jahres schon einmal dort und möchte unbedingt wieder hin." Begründungen wie diese bekommen die Gutachtergremien vom DAAD oder der Deutsch-Amerikanischen Fulbright-Kommission häufiger zu hören, wenn sie Bewerber im Auswahlgespräch nach den Gründen für die Wahl der US-Hochschule fragen, für die sie ein Stipendium erhalten möchten. Einen sonderlich informierten Eindruck macht das natürlich nicht. Manche Kandidaten stellen es etwas geschickter an und warten zur Begründung ihrer Wahl mit einem sorgfältig einstudierten name dropping von Professoren auf. Das klingt zwar schon weitaus besser; allerdings herrscht bei inhaltlichen Nachfragen dann allzu oft Stillschweigen.
Dabei kann die Bedeutung der Begründung für die Vergabe der DAAD- und Fulbright-Stipendien kaum unterschätzt werden: Vorbereitung und Durchführbarkeit des Studienvorhabens sind wichtige Kriterien bei der Auswahl der Stipendiaten, und die Mitglieder der Auswahlkommissionen wollen überzeugt werden, dass die Bewerber ihre Wunschhochschulen nicht nur nach klangvollen Namen und aufregenden Studienorten ausgesucht haben, sondern auch fachliche Kriterien anführen können, warum ausgerechnet Universität XY perfekt zu ihren Interessen passt. "Die Begründung ist leider oft schlecht", beklagte Dr. Christian Schäfer, Leiter des Regionalreferates USA beim DAAD, kürzlich auf einem Workshop für USA-Studienberater in Tübingen. Er empfiehlt Studierenden, sich eingehend mit dem wissenschaftlichen Profil der Hochschulen zu beschäftigen, Vorlesungsverzeichnisse durchzuklicken und auch in die ein oder andere Publikation der jeweiligen Professoren hineinzulesen.
Neben einer guten Begründung sind die geforderten Professorengutachten häufig eine weitere Herausforderung bei der Bewerbung um ein Stipendium. Diese Empfehlungsschreiben sind als Chance zu sehen, denn mittelmäßige Noten können durchaus durch ein überzeugendes Gutachten ausgeglichen werden. Aber wer kennt das nicht: In großen Vorlesungen und überfüllten Seminaren ist es schwer bis unmöglich, einen Professor auf sich aufmerksam zu machen und einen persönlichen Kontakt - unverzichtbare Voraussetzung für jedes gute Empfehlungsschreiben - herzustellen.
Erschwerend kommt seit neuestem hinzu, dass Bachelorstudenten ihre Bewerbung bereits kurz nach Studienbeginn einreichen müssen, ohne ausreichend Gelegenheit gehabt zu haben, ihre Professoren zu beeindrucken. "Die Gutachten sind häufig nicht aussagekräftig", sagt Schäfer, "da die Studenten die Professoren noch nicht gut genug kennen." Dem DAAD und anderen Stipendienträgern ist die Problematik also durchaus bewusst, einschließlich ihrer sozialen Konsequenzen. "Wenn die Gutachterbasis immer dünner wird", gibt Schäfer zu bedenken, "wirkt sich der familiäre Hintergrund wieder stärker aus." Im Klartext: Wer aus einer Akademikerfamilie stammt, kann sich einem wissenschaftlichen Gremium unter Umständen besser präsentieren als jemand, der mit diesem Milieu noch nicht so vertraut ist.
Ein möglicher Ausweg aus dem Dilemma besteht darin, einen wissenschaft- lichen Mitarbeiter, der die Studierenden oft besser kennt, um ein Gutachten zu bitten und dieses zusätzlich durch einen Professor unterstützen zu lassen. Denn dass an irgendeiner Stelle der Name eines Professors auftaucht, ist schon wichtig: In den hochkarätig besetzten Auswahlkommissionen vertraut man im Zweifelsfall immer noch am meisten dem Urteil von seinesgleichen. Wer sich Chancen auf ein Stipendium ausrechnet, sollte also so früh wie möglich den Kontakt zu Hochschullehrern suchen und positiv von sich reden machen. Noch ist es nicht zu spät: Bewerbungsfrist für die USA/Kanada-Jahresstipen- dien des DAAD im akademischen Jahr 2009-2010 ist der 15.07.2008; für die Fulbright-Stipendien der 16. Juni 2008 (Fachhochschulen).
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Dabei kann die Bedeutung der Begründung für die Vergabe der DAAD- und Fulbright-Stipendien kaum unterschätzt werden: Vorbereitung und Durchführbarkeit des Studienvorhabens sind wichtige Kriterien bei der Auswahl der Stipendiaten, und die Mitglieder der Auswahlkommissionen wollen überzeugt werden, dass die Bewerber ihre Wunschhochschulen nicht nur nach klangvollen Namen und aufregenden Studienorten ausgesucht haben, sondern auch fachliche Kriterien anführen können, warum ausgerechnet Universität XY perfekt zu ihren Interessen passt. "Die Begründung ist leider oft schlecht", beklagte Dr. Christian Schäfer, Leiter des Regionalreferates USA beim DAAD, kürzlich auf einem Workshop für USA-Studienberater in Tübingen. Er empfiehlt Studierenden, sich eingehend mit dem wissenschaftlichen Profil der Hochschulen zu beschäftigen, Vorlesungsverzeichnisse durchzuklicken und auch in die ein oder andere Publikation der jeweiligen Professoren hineinzulesen.
Neben einer guten Begründung sind die geforderten Professorengutachten häufig eine weitere Herausforderung bei der Bewerbung um ein Stipendium. Diese Empfehlungsschreiben sind als Chance zu sehen, denn mittelmäßige Noten können durchaus durch ein überzeugendes Gutachten ausgeglichen werden. Aber wer kennt das nicht: In großen Vorlesungen und überfüllten Seminaren ist es schwer bis unmöglich, einen Professor auf sich aufmerksam zu machen und einen persönlichen Kontakt - unverzichtbare Voraussetzung für jedes gute Empfehlungsschreiben - herzustellen.
Erschwerend kommt seit neuestem hinzu, dass Bachelorstudenten ihre Bewerbung bereits kurz nach Studienbeginn einreichen müssen, ohne ausreichend Gelegenheit gehabt zu haben, ihre Professoren zu beeindrucken. "Die Gutachten sind häufig nicht aussagekräftig", sagt Schäfer, "da die Studenten die Professoren noch nicht gut genug kennen." Dem DAAD und anderen Stipendienträgern ist die Problematik also durchaus bewusst, einschließlich ihrer sozialen Konsequenzen. "Wenn die Gutachterbasis immer dünner wird", gibt Schäfer zu bedenken, "wirkt sich der familiäre Hintergrund wieder stärker aus." Im Klartext: Wer aus einer Akademikerfamilie stammt, kann sich einem wissenschaftlichen Gremium unter Umständen besser präsentieren als jemand, der mit diesem Milieu noch nicht so vertraut ist.
Ein möglicher Ausweg aus dem Dilemma besteht darin, einen wissenschaft- lichen Mitarbeiter, der die Studierenden oft besser kennt, um ein Gutachten zu bitten und dieses zusätzlich durch einen Professor unterstützen zu lassen. Denn dass an irgendeiner Stelle der Name eines Professors auftaucht, ist schon wichtig: In den hochkarätig besetzten Auswahlkommissionen vertraut man im Zweifelsfall immer noch am meisten dem Urteil von seinesgleichen. Wer sich Chancen auf ein Stipendium ausrechnet, sollte also so früh wie möglich den Kontakt zu Hochschullehrern suchen und positiv von sich reden machen. Noch ist es nicht zu spät: Bewerbungsfrist für die USA/Kanada-Jahresstipen- dien des DAAD im akademischen Jahr 2009-2010 ist der 15.07.2008; für die Fulbright-Stipendien der 16. Juni 2008 (Fachhochschulen).
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TransatlanTicker - 15. Apr, 18:02

