SAT und ACT: Testergebnisse im Vergleich

Zur Bewerbung für ein Bachelorstudium an einer amerikanischen Hochschule gehören häufig ein oder mehrere Eignungstests. Am weitesten verbreitet ist der SAT: Die drei Buchstaben standen ursprünglich unter anderem für "Scholastic Aptitude Test", und noch heute nimmt der vom College Board veranstaltete Test für sich in Anspruch, die Studierfähigkeit von High School-Absolventen auf einigermaßen objektive Weise zu prognostizieren. Im rund dreistündigen SAT Reasoning Test geht es nicht um Fachwissen, sondern um allgemeine analytische Fähigkeiten, die anhand verschiedener sprachlicher und mathematischer Aufgaben geprüft werden. Des Weiteren sind zwei kurze Essays zu vorgegebenen Fragestellungen zu verfassen.

Die Essay-Komponente wurde erst kürzlich eingeführt, u.a. um den Zulassungsleuten an den Universitäten garantiert eigenhändig verfasste Texte zu liefern, die sie mit den oft stark aufpolierten und teilweise mit unzulässiger Hilfe zustande gekommenen Bewerbungsessays vergleichen konnten. Nachdem nun erste Ergebnisse vorliegen, hat das College Board jedoch kürzlich mit entwaffnender Ehrlichkeit zugegeben, dass der vor drei Jahren mit viel Tamtam eingeführte "New SAT" inklusive Essays auch keine besseren Prognosen über die Studieneignung zulässt als die alte Version. Seit Einführung der neuen Fassung haben sogar mehr als 40 US-Hochschulen darauf verzichtet, den SAT als obligatorischen Bestandteil der Bewerbung zu verlangen -- Tendenz steigend.

Als Alternative zum SAT akzeptieren immer mehr Hochschulen auch die American-College-Testing-Prüfung, kurz: ACT, die neben sprachlichen und mathematischen auch naturwissenschaftliche Aufgaben beinhaltet. Essays werden bei diesem Examen nicht verlangt. Beide Tests kann man auch mehrmals pro Jahr in Deutschland absolvieren: Den SAT zum Beispiel in Berlin, Bonn, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, München und Stuttgart; den ACT in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Dresden, München, Stuttgart und Braunschweig. Näheres zu Anmeldung, Terminen, Kosten etc. bitte hier nachlesen.

Nun soll es ja nicht nur in den USA Leute geben, die sicherheitshalber beide Tests absolvieren, um anschließend das bessere Ergebnis für die College-Bewerbung einzusetzen. Da die Tests allerdings recht unterschiedlich aufgebaut sind und verschiedene Bewertungsskalen verwenden, fällt die Antwort auf die Frage, welches von beiden denn nun das bessere Ergebnis ist, oft gar nicht so leicht. Hier haben die beiden Veranstalter nun Abhilfe geschaffen und auf der Grundlage einer gemeinsamen Studie eine Konkordanz [pdf] erstellt, mit deren Hilfe sich die Punktzahlen aus dem "neuen" SAT und dem ACT vergleichen lassen. Natürlich inklusive einer seitenlangen Erklärung, warum das Ganze aufgrund der vielen Unterschiede mit Vorsicht zu genießen ist. Als Richtwerte sind die Zahlen aber sicher nicht uninteressant.

Bewerber aus dem Ausland sollten allerdings eine ganz andere Frage stellen: nämlich ob SAT- bzw. ACT-Ergebnisse überhaupt von ihnen verlangt werden. Wie ich bei meinem USA-Besuch im vergangenen Monat mehrfach bestätigt bekommen habe, verzichten vor allem selektive US-Hochschulen zunehmend auf standardisierte Eignungstests von internationalen Bewerbern, selbst wenn sie sie von US High School-Absolventen verlangen. Der Grund für diesen kleinen, aber feinen Trend ist vor allem darin zu suchen, dass viele Kritiker der Tests nicht ganz zu Unrecht der Ansicht sind, dass insbesondere der sprachliche Teil zu stark auf (weiße) Amerikaner zugeschnitten ist, um Rückschlüsse auf die Qualifikation von Bewerbern anderer Kulturen zuzulassen. Also: Vor der Anmeldung zu einem oder gar beiden Tests unbedingt bei den Colleges und Universitäten nachfragen! So lassen sich eventuell viel Zeit, Geld und Mühe sparen.

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