US-Campusführungen aus der Ferne: Online-Videos von College Motion
Keine Informationsbroschüre, kein Internetauftritt und keine noch so fundierten Empfehlungen von Studienberatern können einen so authentischen Eindruck vom Studium an einer bestimmten Hochschule vermitteln wie ein Besuch vor Ort. "Campus tours" oder "campus visits" sind deshalb in den USA oft fester Bestandteil des Programms bei der Auswahl von geeigneten Colleges und Universitäten. Man möchte schließlich den Ort, an dem man eventuell die nächsten vier prägenden Jahre seines Lebens verbringt, wenigstens einmal persönlich in Augenschein genommen haben. Damit die Nachwuchsstudenten samt elterlichem Anhang nicht planlos übers Gelände spazieren, bieten alle US-Hochschulen regelmäßig Führungen an, die meist von aktuellen Studenten der Unis geleitet werden: das wirkt glaubhafter.
Solche rund einstündigen Führungen, von denen ich selbst bereits zahlreiche erleben durfte, laufen meistens nach dem gleichen Schema ab: Der studentische Tour Guide läuft mit dem interessierten, aber in der Regel recht schweigsamen Grüppchen die wichtigsten Stationen auf dem Campus ab und muss dabei die bemerkenswerte Kunst beherrschen, gleichzeitig den Zuhörern zugewandt rückwärts zu laufen und unablässig wichtige Informationen und unterhaltsame Anekdoten über seine Hochschule zum Besten zu geben -- ohne dabei zu stolpern oder sich zu verhaspeln. Zu den Themen, die während einer Führung abgehandelt werden, gehört neben Informationen zum Studium an sich (beliebteste Fächer, Ausstattung von Labors und Bibliotheken, Größe der Vorlesungen, Verhältnis zu den Professoren, etc.) vor allem auch Wissenswertes zur Wohnheimunterkunft, zum Sozial- und Liebesleben, zu den sportlichen Attraktionen oder zur Sicherheit auf dem Campus.

Wenn die Wunschhochschulen nicht gerade in der Nähe des Heimatortes liegen, kostet so eine Campustour natürlich eine Menge Geld, das viele Familien nicht haben. Für Interessenten aus dem Ausland sind Besichtigungen vor Ort sogar noch kostspieliger und häufig schlicht nicht zu machen. Um auch College-Anwärtern mit knapper Reisekasse einen Campusrundgang zu ermöglichen, hat eine Gruppe von Studierenden am renommierten Amherst College nun eine Website mit eigens dafür produzierten Videos geschaffen, die kostenlos zugänglich sind: College Motion. Wie bei einer realen Führung werden in den kurzen Clips jeweils die wichtigsten Themen abgedeckt; zusätzlich kommen eine Reihe aktueller Bachelorstudenten zu Wort. Bisher gibt es Online-Führungen zu 12 Hochschulen im Nordosten der USA, darunter Amherst, Brown, Dartmouth, Tufts, Williams und Yale. Bis zum Ende des Jahres 2008 wollen die CollegeMotion-Macher die Zahl auf 50 Hochschulen erhöhen.
Wer sich für eines dieser Colleges interessiert, sollte sich die Clips auf jeden Fall einmal anschauen. Sie haben den großen Vorteil, von unabhängiger Seite produziert zu sein und nicht von der Marketing-Abteilung der jeweiligen Einrichtung. Ansonsten hätte man wohl nicht gerade zu Jahresbeginn bei bedecktem Himmel oder gar Regen gefilmt; und ein grüner Campus sähe sicher auch attraktiver als die unbelaubten Bäume, die im Film zu sehen sind. Aber so wirkt das Ganze immerhin authentisch. Auch die leichten Aussetzer bei der Wiedergabe sind zu verschmerzen. Nur das Erlebnis eines rückwärts laufend redenden Campusführers bleibt dem Betrachter verwehrt.
Solche rund einstündigen Führungen, von denen ich selbst bereits zahlreiche erleben durfte, laufen meistens nach dem gleichen Schema ab: Der studentische Tour Guide läuft mit dem interessierten, aber in der Regel recht schweigsamen Grüppchen die wichtigsten Stationen auf dem Campus ab und muss dabei die bemerkenswerte Kunst beherrschen, gleichzeitig den Zuhörern zugewandt rückwärts zu laufen und unablässig wichtige Informationen und unterhaltsame Anekdoten über seine Hochschule zum Besten zu geben -- ohne dabei zu stolpern oder sich zu verhaspeln. Zu den Themen, die während einer Führung abgehandelt werden, gehört neben Informationen zum Studium an sich (beliebteste Fächer, Ausstattung von Labors und Bibliotheken, Größe der Vorlesungen, Verhältnis zu den Professoren, etc.) vor allem auch Wissenswertes zur Wohnheimunterkunft, zum Sozial- und Liebesleben, zu den sportlichen Attraktionen oder zur Sicherheit auf dem Campus.

Wenn die Wunschhochschulen nicht gerade in der Nähe des Heimatortes liegen, kostet so eine Campustour natürlich eine Menge Geld, das viele Familien nicht haben. Für Interessenten aus dem Ausland sind Besichtigungen vor Ort sogar noch kostspieliger und häufig schlicht nicht zu machen. Um auch College-Anwärtern mit knapper Reisekasse einen Campusrundgang zu ermöglichen, hat eine Gruppe von Studierenden am renommierten Amherst College nun eine Website mit eigens dafür produzierten Videos geschaffen, die kostenlos zugänglich sind: College Motion. Wie bei einer realen Führung werden in den kurzen Clips jeweils die wichtigsten Themen abgedeckt; zusätzlich kommen eine Reihe aktueller Bachelorstudenten zu Wort. Bisher gibt es Online-Führungen zu 12 Hochschulen im Nordosten der USA, darunter Amherst, Brown, Dartmouth, Tufts, Williams und Yale. Bis zum Ende des Jahres 2008 wollen die CollegeMotion-Macher die Zahl auf 50 Hochschulen erhöhen.
Wer sich für eines dieser Colleges interessiert, sollte sich die Clips auf jeden Fall einmal anschauen. Sie haben den großen Vorteil, von unabhängiger Seite produziert zu sein und nicht von der Marketing-Abteilung der jeweiligen Einrichtung. Ansonsten hätte man wohl nicht gerade zu Jahresbeginn bei bedecktem Himmel oder gar Regen gefilmt; und ein grüner Campus sähe sicher auch attraktiver als die unbelaubten Bäume, die im Film zu sehen sind. Aber so wirkt das Ganze immerhin authentisch. Auch die leichten Aussetzer bei der Wiedergabe sind zu verschmerzen. Nur das Erlebnis eines rückwärts laufend redenden Campusführers bleibt dem Betrachter verwehrt.
TransatlanTicker - 7. Aug, 08:15




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