Studieren in Berkeley: Ausländer rein!
Als Ausländer zum Bachelorstudium an renommierten kalifornischen Universitäten wie Berkeley, UCLA oder UC San Diego zugelassen zu werden, ist fast unmöglich, denn als öffentliche Institutionen müssen sie Bewerbern aus Kalifornien oberste Priorität einräumen. Nur acht Prozent der Bachelorstudenten an Berkeley kommen derzeit von außerhalb Kaliforniens, und nur ein Bruchteil davon von außerhalb der Vereinigten Staaten. Doch jetzt hat die staatliche Elite-Uni mit der Meldung für Aufsehen gesorgt, in diesem Jahr die Studienplätze für ausländische Studienanfänger verdreifacht zu haben, wie die Zeitschrift "Chronicle of Higher Education" berichtet [kostenpflichtig]. Offiziell heißt es, mit diesem Schritt soll den kalifornischen Studierenden mehr Gelegenheit gegeben werden, die Sichtweisen anderer Kulturen kennenzulernen. Die wahre Motivation ist jedoch eine andere: Angesichts des milliardenschweren kalifornischen Haushaltsdefizits und drastischer Kürzungen bei den öffentlichen Zuwendungen an die staatlichen Universitäten nutzt Berkeley dieses Mittel, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Denn Nicht-Kalifornier zahlen bedeutend höhere Studiengebühren als ihre einheimischen Kommilitonen.
Rund 200 neue Studienplätze wurden in diesem Jahr speziell für Ausländer und andere out-of-state students geschaffen, während die Anzahl der Studienplätze für Kalifornier gegenüber dem Vorjahr identisch blieb. Obwohl also bei den Einheimischen nicht gestrichen wurde, hagelt es Kritik, z.B. von Bob Laird, der Mitte der Neunziger Jahre für die Zulassung an Berkeley zuständig war: "Das wird dem Gesetzgeber nicht gefallen. Mir scheint, es wäre klüger gewesen, die Zahlen langsamer zu erhöhen, damit nicht der Eindruck entsteht, es werden zig neue Studienplätze geschaffen, ohne dass ein einziger Bürger Kaliforniens davon profitiert." Anlass für die Schaffung der zusätzlichen Plätze war die Drohung aus dem Präsidialbüro der University of California, die Zuwendungen zu kürzen, wenn die Einnahmen aus Einschreibungen von außerhalb Kaliforniens nicht bald stiegen. Im nächsten Jahr sollen 13% aller zugelassenen Studienanfänger aus anderen US-Staaten und dem Ausland stammen.
An anderen Standorten des renommierten UC-Systems möchte man diese Strategie jedoch nicht verfolgen. Thomas Lifka von der UCLA z.B. hält es für "sehr unwahrscheinlich", dass seine Uni den Anteil der nicht-kalifornischen Bachelorstudenten erhöhen wird. "Als öffentliche Institution muss die UCLA den Bürgern Kaliforniens die höchste Priorität beim Zugang zum Studium einräumen. Internationale Studierende kommen dem Campus in vielerlei Hinsicht zugute, auch finanziell, aber angesichts unseres Studierendenüber- schusses und der zu erwartenden Nachfrage aus Kalifornien könnte es sogar sein, dass wir die Zahl der ausländischen Studierenden reduzieren müssen."
Was heißt dies nun für die Chancen von Abiturienten aus Deutschland, zum Studium an Berkeley angenommen zu werden? Rein statistisch hat sie sich fraglos ein wenig erhöht, da zukünftig mehr Studienplätze zur Verfügung stehen. Aber 200 Plätze sind sehr wenig, wenn man die riesige Konkurrenz bedenkt, die aus aller Welt darum herrschen wird. Insofern bleibt es dabei, dass nur die Besten der Besten, sprich: Einser-Abitur mit Bestnoten und Traumergebnissen in den Zulassungstests sowie hohem außerschulischem Engagement, überhaupt eine Chance haben. Wer "nur" gute bis mittelprächtige Noten hat, muss den Traum vom Studium an Berkeley oder UCLA jedoch nicht begraben, denn es bleibt immer noch der Weg über eines der kalifornischen Community Colleges, mit dem man nicht nur die Zulassungschancen an einer der berühmten UC-Universitäten erhöht, sondern auch noch eine Menge Geld spart. Mehr dazu hier.
Rund 200 neue Studienplätze wurden in diesem Jahr speziell für Ausländer und andere out-of-state students geschaffen, während die Anzahl der Studienplätze für Kalifornier gegenüber dem Vorjahr identisch blieb. Obwohl also bei den Einheimischen nicht gestrichen wurde, hagelt es Kritik, z.B. von Bob Laird, der Mitte der Neunziger Jahre für die Zulassung an Berkeley zuständig war: "Das wird dem Gesetzgeber nicht gefallen. Mir scheint, es wäre klüger gewesen, die Zahlen langsamer zu erhöhen, damit nicht der Eindruck entsteht, es werden zig neue Studienplätze geschaffen, ohne dass ein einziger Bürger Kaliforniens davon profitiert." Anlass für die Schaffung der zusätzlichen Plätze war die Drohung aus dem Präsidialbüro der University of California, die Zuwendungen zu kürzen, wenn die Einnahmen aus Einschreibungen von außerhalb Kaliforniens nicht bald stiegen. Im nächsten Jahr sollen 13% aller zugelassenen Studienanfänger aus anderen US-Staaten und dem Ausland stammen.
An anderen Standorten des renommierten UC-Systems möchte man diese Strategie jedoch nicht verfolgen. Thomas Lifka von der UCLA z.B. hält es für "sehr unwahrscheinlich", dass seine Uni den Anteil der nicht-kalifornischen Bachelorstudenten erhöhen wird. "Als öffentliche Institution muss die UCLA den Bürgern Kaliforniens die höchste Priorität beim Zugang zum Studium einräumen. Internationale Studierende kommen dem Campus in vielerlei Hinsicht zugute, auch finanziell, aber angesichts unseres Studierendenüber- schusses und der zu erwartenden Nachfrage aus Kalifornien könnte es sogar sein, dass wir die Zahl der ausländischen Studierenden reduzieren müssen."
Was heißt dies nun für die Chancen von Abiturienten aus Deutschland, zum Studium an Berkeley angenommen zu werden? Rein statistisch hat sie sich fraglos ein wenig erhöht, da zukünftig mehr Studienplätze zur Verfügung stehen. Aber 200 Plätze sind sehr wenig, wenn man die riesige Konkurrenz bedenkt, die aus aller Welt darum herrschen wird. Insofern bleibt es dabei, dass nur die Besten der Besten, sprich: Einser-Abitur mit Bestnoten und Traumergebnissen in den Zulassungstests sowie hohem außerschulischem Engagement, überhaupt eine Chance haben. Wer "nur" gute bis mittelprächtige Noten hat, muss den Traum vom Studium an Berkeley oder UCLA jedoch nicht begraben, denn es bleibt immer noch der Weg über eines der kalifornischen Community Colleges, mit dem man nicht nur die Zulassungschancen an einer der berühmten UC-Universitäten erhöht, sondern auch noch eine Menge Geld spart. Mehr dazu hier.
TransatlanTicker - 28. Nov, 15:33




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