Neue Studie: Anerkennung des deutschen Bachelors für Master und Promotion in den USA
Pünktlich zum zehnten Jubiläum der Bologna-Erklärung, mit der die europäischen Bildungsminister 1999 die weitreichendsten Hochschulreformen der Geschichte einläuteten, gibt es nun eine neue Studie zur Akzeptanz der neu eingeführten Bachelorabschlüsse für ein Master- oder Doktoranden- studium an amerikanischen Universitäten: Three-Year Bologna-Compliant Degrees: Responses from U.S. Graduate Schools [pdf], erstellt vom Institute of International Education in New York, zeigt zum einen, dass das Wissen um den Bologna-Prozess unter den Entscheidungsträgern an US-Hochschulen in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Die im August und September 2008 unter 120 Universitäten durchgeführte Umfrage bestätigt jedoch auch, dass viele US-Zulassungsstellen sich noch nicht festgelegt haben, ob sie den dreijährigen Bachelor aus Europa als einem vierjährigen Bachelor, wie er in den USA üblich ist, gleichwertig ansehen. Ähnliches hatten bereits Studien des amerikanischen Council of Graduate Schools aus den Jahren 2005 und 2006 ergeben.
Dem neuen Bericht zufolge gaben mehr als die Hälfte der befragten Institutionen an, "eine offizielle Regelung verabschiedet zu haben, nach der die Zulassungsentscheidung bezüglich Bewerbern mit dreijährigen Bachelorabschlüssen nach dem Bologna-Modell getroffen wird; von dieser Gruppe sah ein Drittel die dreijährigen Bologna-Abschlüsse tendenziell als den vierjährigen US-Abschlüssen gleichwertig an, und ein weiteres Drittel stellte die Äquivalenz im Rahmen von Einzelfallentscheidungen fest." Alle befragten Hochschulen, so der Report, waren jedoch der Ansicht, dass die Frage, wie gut ein/e Bewerber/in auf das Master- oder Doktorandenstudium in einem bestimmten Fach vorbereitet ist, ein weitaus wichtigerer Faktor bei der Zulassungsentscheidung sein müsse als die formale Dauer des Bachelorstudiengangs.
Und so bestätigt die neue Studie doch überwiegend bereits Bekanntes: Dass es erstens keinen Automatismus bei der Zulassung zum Graduiertenstudium in den USA gibt, denn den hat es auch zu Zeiten von Magister und Diplom nie gegeben. Einzelfallprüfungen sind und bleiben die Regel. Dass, zweitens, deutsche Bewerber mit einem dreijährigen Bachelor grundsätzlich Chancen auf eine Zulassung in den USA haben, und zwar besonders dann, wenn die Noten und alle sonstigen Bewerbungsunterlagen (Eignungstests, Essays, Empfehlungsschreiben) zu den Anforderungen der jeweiligen US-Universität passen. Und dass drittens in den USA das Interesse an den Bologna-Reformen kontinuierlich wächst, was unter anderem daran deutlich wird, dass das US-Bildungsministerium im April zum ersten Mal einen Vertreter zur Bologna-Folgekonferenz nach Belgien geschickt hat, der vermutlich die IIE-Studie im Gepäck hatte. Aber machen wir uns nichts vor: So furchtbar wichtig ist Europa im Koordinatensystem der US-Zulassungsstellen nun auch wieder nicht, denn die große Masse der internationalen Masterstudenten und Doktoranden kommt nicht aus Europa, sondern aus Asien.
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Dem neuen Bericht zufolge gaben mehr als die Hälfte der befragten Institutionen an, "eine offizielle Regelung verabschiedet zu haben, nach der die Zulassungsentscheidung bezüglich Bewerbern mit dreijährigen Bachelorabschlüssen nach dem Bologna-Modell getroffen wird; von dieser Gruppe sah ein Drittel die dreijährigen Bologna-Abschlüsse tendenziell als den vierjährigen US-Abschlüssen gleichwertig an, und ein weiteres Drittel stellte die Äquivalenz im Rahmen von Einzelfallentscheidungen fest." Alle befragten Hochschulen, so der Report, waren jedoch der Ansicht, dass die Frage, wie gut ein/e Bewerber/in auf das Master- oder Doktorandenstudium in einem bestimmten Fach vorbereitet ist, ein weitaus wichtigerer Faktor bei der Zulassungsentscheidung sein müsse als die formale Dauer des Bachelorstudiengangs.
Und so bestätigt die neue Studie doch überwiegend bereits Bekanntes: Dass es erstens keinen Automatismus bei der Zulassung zum Graduiertenstudium in den USA gibt, denn den hat es auch zu Zeiten von Magister und Diplom nie gegeben. Einzelfallprüfungen sind und bleiben die Regel. Dass, zweitens, deutsche Bewerber mit einem dreijährigen Bachelor grundsätzlich Chancen auf eine Zulassung in den USA haben, und zwar besonders dann, wenn die Noten und alle sonstigen Bewerbungsunterlagen (Eignungstests, Essays, Empfehlungsschreiben) zu den Anforderungen der jeweiligen US-Universität passen. Und dass drittens in den USA das Interesse an den Bologna-Reformen kontinuierlich wächst, was unter anderem daran deutlich wird, dass das US-Bildungsministerium im April zum ersten Mal einen Vertreter zur Bologna-Folgekonferenz nach Belgien geschickt hat, der vermutlich die IIE-Studie im Gepäck hatte. Aber machen wir uns nichts vor: So furchtbar wichtig ist Europa im Koordinatensystem der US-Zulassungsstellen nun auch wieder nicht, denn die große Masse der internationalen Masterstudenten und Doktoranden kommt nicht aus Europa, sondern aus Asien.
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TransatlanTicker - 4. Mai, 17:07




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