Stichwort: Was sind eigentlich Transcripts?
Die englische Übersetzung für Zeugnis heißt laut LEO, Langenscheidt, PONS und anderer Wörterbücher wahlweise certificate, (school) report oder report card. Schaut man sich jedoch die Liste der Bewerbungsunterlagen an, die von Universitäten in den USA oder Kanada verlangt werden, finden sich dort zwar Eignungstests, Essays und Empfehlungsschreiben, aber niemals certificates oder reports. Stattdessen ist stets von mysteriösen secondary school transcripts oder transcripts of academic record die Rede. Da eine Uni-Bewerbung ohne das Einreichen von Zeugnissen kaum vorstellbar ist, müssen die bisherigen Schul- oder Studienleistungen wohl irgendwie mit diesen Transcripts gemeint sein. Aber heißt "Transcript" auf Deutsch nicht Abschrift, Umschrift oder Niederschrift? Wie kann das in Amerika das Wort für Zeugnis sein? Und wichtiger noch: Was muss ich denn nun als Deutsche/r einreichen, wenn die Hochschule Transcripts sehen will?
Des Rätsels Lösung liegt in der Art und Weise, wie in Nordamerika die Leistungen in Schule und Hochschule gespeichert und verwaltet werden. Zwar gibt es auch an amerikanischen und kanadischen Schulen zu verschiedenen Zeitpunkten Zeugnisse, auf denen wie bei uns die Fächer, Noten und andere Kommentare zum Lernverhalten stehen. Das sind dann tatsächlich die report cards. (Hier ein Beispiel aus einer High School in Maryland.) Entscheidend ist jedoch, dass alle Noten in einer Art Zentralregister gespeichert werden und dann für die komplette Schul- oder Studienzeit einfach per Computer auf einem einzigen Blatt ausgedruckt werden können. Dieser Computerausdruck nennt sich Transcript, weil er eine offizielle "Abschrift" aus diesem elektronischen Zentralregister ist. (Hier ein Beispiel aus Wisconsin.) Das Ganze ist insofern praktisch, als alle Kurse und Noten, die man an einer Schule oder Hochschule belegt und erreicht hat, mehr oder weniger übersichtlich auf einem Blatt stehen, das von den Schulen in beliebiger Anzahl an Hochschulen verschickt werden kann, bei denen man sich bewerben will.
Deutsche Schüler haben es da leider nicht so bequem, da unsere Gymnasien nicht über ein solches Zentralregister verfügen. Wenn also offizielle secondary school transcripts und damit Nachweise über die schulischen Leistungen in der amerikanischen Sekundarstufe verlangt werden, bleibt uns nichts anderes übrig, als alle Zeugnisse seit der 9. Klasse einzeln einzureichen. In beglaubigter englischer Übersetzung, versteht sich. Noch mühsamer hatten es bis vor kurzem die deutschen Studierenden, denn anstelle einer Kurs- und Notenübersicht hatten sie nur ihre Scheine als Leistungsnachweise und bei der Bewerbung in den USA mit einer ziemlichen Zettelwirtschaft zu kämpfen. Im Zuge der Internationalisierung durch die Bologna-Reformen sind inzwischen jedoch mehr und mehr deutsche Universitäten dazu übergegangen, "Notenabschriften" im Stil der amerikanischen Transcripts auszustellen, mitunter sogar gleich auf Englisch. Zumindest in dieser Hinsicht also ein eindeutiger Fortschritt.
Des Rätsels Lösung liegt in der Art und Weise, wie in Nordamerika die Leistungen in Schule und Hochschule gespeichert und verwaltet werden. Zwar gibt es auch an amerikanischen und kanadischen Schulen zu verschiedenen Zeitpunkten Zeugnisse, auf denen wie bei uns die Fächer, Noten und andere Kommentare zum Lernverhalten stehen. Das sind dann tatsächlich die report cards. (Hier ein Beispiel aus einer High School in Maryland.) Entscheidend ist jedoch, dass alle Noten in einer Art Zentralregister gespeichert werden und dann für die komplette Schul- oder Studienzeit einfach per Computer auf einem einzigen Blatt ausgedruckt werden können. Dieser Computerausdruck nennt sich Transcript, weil er eine offizielle "Abschrift" aus diesem elektronischen Zentralregister ist. (Hier ein Beispiel aus Wisconsin.) Das Ganze ist insofern praktisch, als alle Kurse und Noten, die man an einer Schule oder Hochschule belegt und erreicht hat, mehr oder weniger übersichtlich auf einem Blatt stehen, das von den Schulen in beliebiger Anzahl an Hochschulen verschickt werden kann, bei denen man sich bewerben will.
Deutsche Schüler haben es da leider nicht so bequem, da unsere Gymnasien nicht über ein solches Zentralregister verfügen. Wenn also offizielle secondary school transcripts und damit Nachweise über die schulischen Leistungen in der amerikanischen Sekundarstufe verlangt werden, bleibt uns nichts anderes übrig, als alle Zeugnisse seit der 9. Klasse einzeln einzureichen. In beglaubigter englischer Übersetzung, versteht sich. Noch mühsamer hatten es bis vor kurzem die deutschen Studierenden, denn anstelle einer Kurs- und Notenübersicht hatten sie nur ihre Scheine als Leistungsnachweise und bei der Bewerbung in den USA mit einer ziemlichen Zettelwirtschaft zu kämpfen. Im Zuge der Internationalisierung durch die Bologna-Reformen sind inzwischen jedoch mehr und mehr deutsche Universitäten dazu übergegangen, "Notenabschriften" im Stil der amerikanischen Transcripts auszustellen, mitunter sogar gleich auf Englisch. Zumindest in dieser Hinsicht also ein eindeutiger Fortschritt.
TransatlanTicker - 17. Jul, 10:23




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