Deutschland Vizeweltmeister im Kulturaustausch mit den USA
Glaubt man den Meinungsumfragen, dann ist das Ansehen der USA (nicht nur) in Deutschland während der Bush-Jahre auf einen historischen Tiefpunkt gesunken. Mag sein, dass sich das mit Barack Obamas Präsidentschafts- kandidatur und dem spannenden Vorwahlkampf bereits wieder gebessert hat. Doch trotz aller Negativschlagzeilen und wachsendem Antiamerikanismus ist das Interesse insbesondere der jungen Deutschen an einem längeren Aufenthalt in den USA auch in den letzten Jahren unvermindert hoch gewesen, wie ein Blick auf die Visums-Statistiken des US-Außenministeriums zeigt.
Interessant an diesen ansonsten recht drögen Zahlenkolonnen ist in diesem Zusammenhang vor allem die Anzahl der J-Visa, die beispielsweise im Fiskaljahr 2007 [pdf] ausgestellt wurden: In dieser Kategorie, die für den Kulturaustausch ("Exchange Visitor Program") vorgesehen ist, liegt Deutschland im weltweiten Vergleich nur hinter Russland und noch vor China, was angesichts der Bevölkerungszahlen doppelt bemerkenswert ist:
Nun darf man bei dieser Statistik nicht verschweigen, dass die Zahl der deutschen Studierenden in den USA seit einigen Jahren leicht rückläufig ist. Bei der Anzahl der ausgestellten F-Visa, die in der Regel für einen Studienaufent- halt nötig sind, sieht Deutschland 2007 mit seinen 4.769 Visa gegenüber dem Spitzenreiter Südkorea (53.169) doch etwas mickrig aus. Die hohe Platzierung im Bereich des Kulturaustauschs ist dann auch hauptsächlich auf die enorme Menge der deutschen Schülerinnen und Schüler zurückzuführen, die für ein halbes oder ganzes Jahr eine amerikanische High School besuchen. Kein anderes Land schickt auch nur annähernd so viele Austauschschüler in die USA. Warum diese Form des Kulturaustauschs gerade in Deutschland so populär ist, dass eine ganze Industrie von mehr als 70 Austauschorgani- sationen damit Geld verdienen kann, bleibt ein Phänomen, das noch nach einer Erklärung sucht.
Vorläufig halten wir fest: Der Kulturaustausch zwischen Deutschen und Amerikanern war auch während der Amtszeit von George W. Bush in gutem Zustand -- woran deutlich wird, dass Neugier und Interesse auf die amerikanische Kultur, Lebens- und Arbeitsweise tiefer gehen als die jeweils aktuelle Außenpolitik der US-Regierung. Das ist doch erfreulich und lässt für die nächsten Jahre Positives erwarten. Dank an JT für den Link.
Interessant an diesen ansonsten recht drögen Zahlenkolonnen ist in diesem Zusammenhang vor allem die Anzahl der J-Visa, die beispielsweise im Fiskaljahr 2007 [pdf] ausgestellt wurden: In dieser Kategorie, die für den Kulturaustausch ("Exchange Visitor Program") vorgesehen ist, liegt Deutschland im weltweiten Vergleich nur hinter Russland und noch vor China, was angesichts der Bevölkerungszahlen doppelt bemerkenswert ist:
- Russland (29.266 ausgestellte J-Visa FY 2007)
- Deutschland (25.501)
- China (20.024)
- Brasilien (19.009)
- Großbritannien (17.495)
- Südkorea (17.452)
- Polen (13.089)
- Thailand (12.870)
- Frankreich (12.374)
- Japan (9.915)
Nun darf man bei dieser Statistik nicht verschweigen, dass die Zahl der deutschen Studierenden in den USA seit einigen Jahren leicht rückläufig ist. Bei der Anzahl der ausgestellten F-Visa, die in der Regel für einen Studienaufent- halt nötig sind, sieht Deutschland 2007 mit seinen 4.769 Visa gegenüber dem Spitzenreiter Südkorea (53.169) doch etwas mickrig aus. Die hohe Platzierung im Bereich des Kulturaustauschs ist dann auch hauptsächlich auf die enorme Menge der deutschen Schülerinnen und Schüler zurückzuführen, die für ein halbes oder ganzes Jahr eine amerikanische High School besuchen. Kein anderes Land schickt auch nur annähernd so viele Austauschschüler in die USA. Warum diese Form des Kulturaustauschs gerade in Deutschland so populär ist, dass eine ganze Industrie von mehr als 70 Austauschorgani- sationen damit Geld verdienen kann, bleibt ein Phänomen, das noch nach einer Erklärung sucht.
Vorläufig halten wir fest: Der Kulturaustausch zwischen Deutschen und Amerikanern war auch während der Amtszeit von George W. Bush in gutem Zustand -- woran deutlich wird, dass Neugier und Interesse auf die amerikanische Kultur, Lebens- und Arbeitsweise tiefer gehen als die jeweils aktuelle Außenpolitik der US-Regierung. Das ist doch erfreulich und lässt für die nächsten Jahre Positives erwarten. Dank an JT für den Link.
TransatlanTicker - 5. Jun, 13:17

