Blog-Empfehlungen

Englische Grammatik, die Spaß macht: Grammar Girl

Der riesige Erfolg von Bastian Sicks Zwiebelfisch-Kolumne und seinen Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Büchern hat gezeigt, dass eine Menge Leute durchaus Lust auf Grammatik-Lektionen haben, solange sie kurz, humorvoll und mit Beispielen aus dem Alltag garniert sind. Ein ganz ähnliches Rezept funktioniert mit dem Internet-Podcast Grammar Girl: Quick and Dirty Tips for Better Writing seit einiger Zeit auch in den USA. Denn die Frage, wann es z.B. "who" oder "whom" heißen muss oder was genau der Unterschied zwischen "unlawful" und "illegal" ist, beschäftigt nicht nur diejenigen, die Englisch als Fremdsprache lernen, sondern auch mehr englische Muttersprachler, als man glauben würde.

GrammarGirlHinter Grammar Girl steht die Autorin und Wissenschaftsjournalistin Mignon Fogarty, die schon mit anderen Podcast-Formaten experimentiert hatte, bevor ihr im Sommer 2006 die Idee kam, sich in jeweils rund dreiminütigen Sendungen auf amüsante Art und Weise mit grammatikalischen Fallstricken und Fehlern zu beschäftigen, die ihr bei der Arbeit als Redakteurin immer wieder begegneten. Ob sie damals vom Erfolg des Zwiebelfisch in Deutschland gehört hatte, darf bezweifelt werden. Jedenfalls ging es auch mit dem Grammar Girl, das inzwischen bei Episode 138 angekommen ist, steil bergauf. Erst wurde das Wall Street Journal auf den Podcast aufmerksam, dann brachte CNN.com eine Geschichte, und schließlich erklärte Fogarty Millionen von Fernsehzuschauern in der Oprah Winfrey Show den Unterschied zwischen "affect" und "effect". Innerhalb von 10 Monaten schaffte es Grammar Girl auf mehr als 5 Millionen Downloads.

Wer also (wie ich) beruflich oder privat viel auf Englisch schreibt, findet im Podcast immer donnerstags neue und lehrreiche Anregungen, wie sich der eigene Stil verbessern lässt. Dass Grammar Girl sich an ein amerikanisches Publikum richtet, wirkt darüber hinaus ungemein beruhigend, da man sich mit seinen Unsicherheiten in bester (muttersprachlicher) Gesellschaft wähnen darf. Bei meinem letzten USA-Besuch im Sommer habe ich außerdem entdeckt, dass die besten Beiträge aus dem Podcast neuerdings auch als Buch und Hörbuch erhältlich sind. Vielleicht sollte man Fogarty und Sick mal im Sinne der transatlantischen Verständigung zusammenbringen: Bei so viel sprachlicher Expertise sollten Missverständnisse doch schnell aus dem Weg zu räumen sein.

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Blog-Tipp: AdmissionsAdvice.com

Das Berufsbild des freien Bildungsberaters ist in Deutschland bisher noch kaum verbreitet. Klar: Studienberater, auch mit Schwerpunkt Auslandsstudium, gibt es viele. Sie sitzen in den Akademischen Auslandsämtern der Hochschulen, in den International Schools, in nationalen Kulturinstituten, in Bildungsagenturen oder auch in den Beratungsstellen der Arbeitsagentur. Unabhängige Studienberater aber, die ihre Expertise ohne Anbindung an eine bestimmte Institution der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich machen, sind trotz der sich ausdifferenzierenden Hochschullandschaft und zunehmender Internationalisierung noch Mangelware. Ich bin also einer der Ersten, die sich auf dieses Terrain vorwagen, was unter anderem auch daran deutlich wird, dass der TransatlanTicker auch nach zweieinhalb Jahren leider noch immer der einzige Blog seiner Art im deutschsprachigen Raum ist.

Anders in den USA: Dort ist es seit Jahren Gang und gäbe, neben dem High School-internen College Counselor auch noch einen unabhängigen Experten zu Rate zu ziehen, um bei der Auswahl von geeigneten Universitäten und der Optimierung der Bewerbungsstrategie professionelle Hilfestellung zu bekommen. Diese freien Berater haben sich längst in Berufsverbänden zusammengeschlossen und professionelle sowie ethische Standards für ihre Arbeit entwickelt. Eine von ihnen ist Carolyn Lawrence, die von Kalifornien aus arbeitet und ein paar Monate früher als ich mit dem Bloggen begonnen hat. AdmissionsAdvice.com heißt ihr überaus lesenswerter Blog, der sich natürlich hauptsächlich an amerikanische High School-Schüler und deren Eltern richtet. Viele Einträge können aber auch durchaus für Bewerber aus dem Ausland von Interesse sein, z.B. zur Auswahl von geeigneten Colleges, zum Schreiben von Essays oder zu aktuellen Trends bei der Zulassung. Vorsicht ist dagegen bei Artikeln zur Finanzierung geboten, da vieles davon auf Ausländer nicht zutrifft. Neben dem Blog bietet Carolyn auch noch ein moderiertes Forum mit interessanten Threads. (Man benötigt ein wenig Hintergrundwissen, um durch die Diskussionen durchzusteigen, aber zum Glück gibt’s ja da seit kurzem ein sehr hilfreiches Buch.)

Blog-Tipp: USA Erklärt

Scot W. Stevensons Blog USA Erklärt muss eigentlich gar nicht mehr vorgestellt werden: Dass hier Wissenswertes über amerikanische Politik, Geschichte, Gesellschaft und Kultur auf höchst unterhaltsame Weise dargeboten wird, hat sich rasant herumgesprochen. USA Erklärt liegt mittlerweile bereits auf Platz 49 der meistverlinkten deutschsprachigen Blogs und war im vergangenen Jahr sogar für den Grimme Online Award nominiert. Dabei fehlen einige wichtige Merkmale eines klassischen Blogs: Beiträge können nicht kommentiert werden, und auch der Autor enthält sich strikt jeglicher Meinungsäußerung. Doch genau das ist das Programm der Seite, die den Untertitel "Der faktische Hintergrund, freundlich erklärt" trägt: Den weit verbreiteten Vorurteilen über die USA soll ohne Häme und Rechthaberei, wohl aber mit Witz und Ironie das Basiswissen entgegengestellt werden, das nicht nur dem linken und rechten Stammtisch, sondern bisweilen sogar renommierten Journalisten zu fehlen scheint.

Und so lesen wir Woche für Woche über so verschiedene Themen wie das politische System und die amerikanische Verfassung, die Organisation der Polizei, den Fluorgehalt des Trinkwassers, amerikanische Kinderreime und literarische Anspielungen, das Geheimnis richtiger Chocolate Chip Cookies (gooeyness!) oder ganz aktuell die Feinheiten der Präsidentschaftsvorwahlen. Selbst dieser Autor (um im USA Erklärt-Jargon zu bleiben), der einige Jahre Nordamerikastudien betrieben und selbst dort gelebt hat, kann dabei noch jede Menge lernen. Scot bringt als Deutsch-Amerikaner die besten Voraussetzungen mit, die kulturellen Unterschiede zu benennen und eloquent aufs Korn zu nehmen, wie wir es von amerikanischen Autoren schätzen. Besonders empfehlen möchte ich abschließend sein (separat veröffentlichtes) Plädoyer gegen die unsinnige Verwendung des Begriffs "US-amerikanisch", dem ich mich voll und ganz anschließen kann. Aufmerksamen Lesern des TransatlanTickers wird aufgefallen sein, dass auch hier niemals von US-amerikanischen Hochschulen oder US-amerikanischen Professoren die Rede ist. Keiner erklärt so gut wie Scot, warum.

Heute im Radio: Audioblog von deutschem Doktoranden in den USA

Dass Blogs nach ihrem Siegeszug in den USA nun auch langsam aber sicher auch die Medienwelt in Deutschland erobern, kann man unter anderem daran ablesen, dass nach Trackback (beim Jugendradiosender FRITZ) mit blogspiel nun heute bereits die zweite Radioshow auf Sendung geht, die sich exklusiv mit der Blogosphäre beschäftigt – und zwar ausgerechnet bei Deutschlandradio Kultur, das damit offenbar sein Image als Sender für Akademiker jenseits der 50 ein wenig auflockern möchte. Bei blogspiel gibt es neben der Berichterstattung rund ums Bloggen in jeder Sendung einen ausgewählten Podcast-Beitrag – also einen selbstproduzierten Audioclip - zu hören, der vorher von der Blogger-Community per online Abstimmung ausgewählt wurde. Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass der Mainstream auch das Podcast-Format, das von seinen Pionieren ursprünglich als „Anti-Radio“ gedacht war, früher oder später für sich vereinnahmt. Aber das nur am Rande, denn hinweisen möchte ich eigentlich auf den Podcast-Sieger der ersten blogspiel-Folge: Denkbloga.

Denkbloga ist das Audioblog von Raphael Kampmann (25) aus Münster, der seit kurzem als Doktorand an der Florida State University in Tallahassee (USA) Bauingenieurwesen studiert und in seinem Blog regelmäßig in fünf- bis achtminütigen Audioclips von seinen Erfahrungen im „Land der Unbegrenzten Möglichkeiten“ berichtet. Die gut gemachten und erzählten Hörbeiträge beschäftigten sich bislang unter anderem mit dem Visumsinterview beim US-Konsulat in Frankfurt, der Ankunft in Florida, der bequemen Kursauswahl mittels des Online-Systems der Universität oder den Unterschieden zwischen dem Studium in Deutschland und den USA. Absolut hörenswert also für alle, die sich mit ähnlichen Studienabsichten tragen und auf der Suche nach Eindrücken aus erster Hand sind. So erfährt man beispielsweise auch, dass Raphael sich sein Studium weitgehend dadurch finanziert, dass er 20 Std. pro Woche als „research assistant“ für einen Professor arbeitet und im Gegenzug den Großteil der Studiengebühren erlassen bekommt. Ein gängiges Modell übrigens im Promotionsstudium an amerikanischen Universitäten, mit dem sich mehr als die Hälfte aller internationalen Doktoranden in den USA ihr Studium finanziert. Stay tuned!

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Willkommen beim TransatlanTicker! Ich heiße Carsten Bösel und bin als Autor, Übersetzer und selbstständiger Studienberater mit Schwerpunkt USA und Kanada tätig. Auf dieser Seite blogge ich regelmäßig über Neuigkeiten aus der nordameri- kanischen Hochschulszene: Studiengänge, Stipendien, Bewerbungstipps, Sprach- und Eignungstests, Postdoc-Stellen, Campusleben und vieles mehr. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Kommentare!

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