Englisch Lernen

Blog-Tipp: Der Englisch-Blog

Bleiben wir beim Thema Englisch lernen: Nachdem es gestern um Englisch für Beruf und Bewerbung ging, möchte ich heute ein Blog empfehlen, mit dem man sein Englisch jeden Tag auf unterhaltsame Weise ein bisschen auffrischen kann. In seinem Englisch-Blog ("Der tägliche Englisch-Snack für zwischendurch") liefert Markus Brendel, studierter Anglist und ehemals selbstständiger Sprachtrainer, seit Anfang Juni Tag für Tag neue anschauliche Erklärungen, Tipps und Hinweise rund um die englische Sprache. Aufhänger ist jedes Mal ein kurzes Video, mit dem eine spezifische Grammatikregel, die Verwendung bestimmter Vokabeln oder auch die Aussprache illustriert wird. Heute z.B. gibt Amy Walker als Miss Cupcake einen amüsanten Überblick über die verschiedenen englischen Akzente, vom Londoner Cockney bis zum US-Südstaaten drawl. Länger als fünf Minuten braucht man für die tägliche Englisch-Lektion nicht aufzuwenden - eine tolle Sache also für alle, die weder Zeit noch Lust haben, ein dickes Lehrbuch in die Hände zu nehmen, aber trotzdem an ihren Sprachkenntnissen arbeiten wollen.

Englisch für den Beruf: Tipps vom Experten

Wer sich bei einem Arbeitgeber im englischsprachigen Ausland bewerben möchte oder beruflich mit Geschäftspartnern in Großbritannien, Australien, Kanada oder den USA kommunizieren muss, kennt die Probleme. Häufig fängt es schon bei der Begrüßungsformel in der E-Mail an: Wie sagt man doch gleich "Sehr geehrte Damen und Herren" auf Englisch? Und wie spricht man sich an: Vorname oder Nachname oder beides? Noch mehr interkulturelle Fallstricke lauern bei geschäftlichen Meetings und Verhandlungen: Wie äußert man Zustimmung oder Kritik ohne die typisch deutsche Direktheit, die auf andere Kulturen einfach nur unhöflich und besserwisserisch wirkt? Wer sogar ein Praktikum oder eine feste Arbeitsstelle im englischsprachigen Ausland antritt, freut sich wahrscheinlich über den freundlichen Umgang und die vergleichsweise flachen Hierarchien, muss aber auch lernen, dass der Satz "It would be nice if you had the paperwork ready by tonight" keine nette Bitte des Chefs, sondern eine klare Arbeitsanweisung ist, die man besser einhält.

All dies kann man im Einzelnen in den verschiedenen Lehrbüchern zum Thema Business English nachlesen. Für den Einstieg hilft es jedoch auch, erste Tipps im persönlichen Gespräch mit einem Experten zu bekommen. Und so hat es mich gefreut, dass das Deutschlandradio-Magazin Campus und Karriere kürzlich eine ganze Woche dem Thema Geschäftsenglisch gewidmet und Ian McMaster, Chefredakteur des englischen Sprachmagazins Business Spotlight, zum Gespräch ins Studio geladen hat. Die einzelnen, jeweils rund fünfminütigen Folgen zum Nachhören und Nachlesen: Am 14. Juni lief dann noch die rund 45-minütige pisaplus-Sendung I want to work with you [mp3] zur Bewerbung auf Englisch. Im Studio sprechen Ian McMaster, Dirk-Michael Pfenning (Personalmanager bei der Bayer AG in Leverkusen) sowie Moderatorin Sandra Pfister über die Besonderheiten einer englischsprachigen Bewerbung (Anschreiben und Lebenslauf) sowie die zahlreichen Unterschiede zum deutschen Format. Hörenswert!

Kurse in Rechtsenglisch an Universitäten in den USA

Momentan arbeite ich an einem Verzeichnis von Sprachkursen an Colleges und Universitäten in Nordamerika und bin dabei auf einige Hochschulen in den USA gestoßen, die neben den üblichen Kursen in "Intensive English" oder "Academic English" auch Spezialkurse für bestimmte Fachterminologien im Programm haben. Dazu gehören zwei- bis dreiwöchige Kurse in Rechtsenglisch (Legal English), die entweder zur sprachlichen Vorbereitung auf ein LLM- Studium oder zur beruflichen Fortbildung gedacht sind. Diese Sommer- Seminare bieten in der Regel eine Einführung in das amerikanische Rechtssystem mit den dazugehörigen Fachbegriffen und typischen Kommunikationssituationen. Ich hoffe, die folgende Zusammenstellung erleichtert dem ein oder anderen die Recherche. Diese kleine Liste erhebt selbstverständlich weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch stellt sie eine Empfehlung dar, denn über die Qualität der Programme kann ich keine Aussagen treffen. Dies nur als Hinweis, damit sich später niemand beschwert und ich es am Ende noch mit Rechtsanwälten zu tun bekomme …

SAT und GRE: Vokabeltraining für einen guten Zweck

Debauchery, cajole, halite, macropterous - das sind englische Vokabeln, die auch Muttersprachler nicht jeden Tag verwenden. Selbst ein promovierter Wissenschaftler muss nicht unbedingt wissen, dass das wunderbare englische Verb to vamoose in etwa dasselbe bedeutet wie to skedaddle. Um jedoch überhaupt an einer amerikanischen Universität zu Studium oder Promotion zugelassen zu werden, kommen viele Bewerber nicht umhin, solche mehr oder weniger exotischen Vokabeln zu pauken. Denn zu den häufig verlangten Eignungstests SAT (Bachelorstudium) und GRE (Master- und Promotions- studium) gehören immer auch Fragen zum sprachlichen Verständnis, mit denen die Bewerber ihre analytischen Fähigkeiten unter Beweis stellen sollen. Da diese Aufgaben in der Regel schon den meisten englischen Muttersprachlern erheblich zu schaffen machen, haben es Bewerber aus dem nicht-englisch- sprachigen Ausland dabei noch schwerer.

Besonders berüchtigt sind die so genannten Analogien im GRE-Test. Welches Wortpaar entspricht zum Beispiel am ehesten dem Verhältnis von EVANESCENT: DISAPPEAR:

(A) TRANSPARENT : PENETRATE
(B) ONEROUS: STRUGGLE
(C) FECKLESS : SUCCEED
(D) ILLUSORY : EXIST
(E) PLIANT : YIELD

Hmmm. Zur Vorbereitung auf diese Aufgaben hilft in der Regel nur stures Auswendiglernen. Die meisten Vorbereitungsbücher enthalten lange Listen der am häufigsten verwendeten Vokabeln. Leider ist die englische Sprache aufgrund ihrer germanischen, lateinischen und französischen Einflusse reich an obskuren Wörtern, die kaum jemand in Wort oder Schrift verwendet. Der Nutzen des Auswendiglernens beschränkt sich also hauptsächlich auf ein gutes Testergebnis.

120_240_VerticalMit den geeigneten Hilfsmitteln kann Vokabeln lernen natürlich auch Spaß machen. Und dank des Online- Vokabeltrainers von Free Rice kann man seinen Wortschatz jetzt sogar für einen guten Zweck spielend erweitern, nämlich zugunsten der Bekämpfung des weltweiten Hungers. Für jede richtige Antwort in diesem Quiz werden 20 Reiskörner an das World Food Program der Vereinten Nationen gespendet. Finanziert wird das Ganze aus den Werbeeinahmen, die durch die dezente Einblendung von Anzeigen bei jeder neuen Frage generiert werden. Das Ganze ist natürlich nicht direkt zur Vorbereitung auf Sprach- und Zulassungstests gedacht, eignet sich aber recht gut dafür -- besonders wenn man beim Spielen in die schwierigeren Sprach- levels von 30+ vorstößt und möglichst häufig spielt.

Der Vokabeltrainer hat seit Beginn der Aktion im Oktober 2007 weltweit schon Tausende Anhänger gefunden. Angeblich vertreiben sich so manche Geschäftsleute bei langweiligen Meetings die Zeit mit dem Wortquiz. Mehr als sieben Milliarden Reiskörnern wurden auf diese Weise bereits gespendet. Zurzeit arbeitet ein Team aus Lexikographen daran, neue Wörter aller Schwierigkeitsstufen in die Free Rice-Datenbank einzuspeisen. "In particular, the hunt is on to find the hairiest and most difficult words in the English language," heißt es auf der Webseite. Die neuen Wörter sollen ab Januar 2008 zur Verfügung stehen, so dass das Vokabeln lernen gegen den Welthunger auch nach der Weihnachtszeit weitergehen kann.

Kurse in Rechtsenglisch an der University of Delaware

Weiterbildungsmöglichkeit für Juristen: Die in Newark (Delaware) ansässige University of Delaware bietet mit ihrem American Law and Legal English Institute (ALLEI) ein USA-weit einzigartiges Intensivprogramm für Rechtsanwälte, Richter und Jura-Professoren aus dem Ausland, die ihr Wissen über Theorie und Praxis amerikanischer Rechtsprechung vertiefen sowie ihre Englischkenntnisse im Hinblick auf juristische Terminologie verbessern möchten. Die vierwöchigen Kurse werden von erfahrenen Dozenten der Universität geleitet; zusätzlich dazu gibt es Workshops und Seminare mit Staatsanwalten und Richtern aus der legal community des Bundesstaates. Der Unterricht findet sowohl auf dem Campus der Hochschule als auch in Kanzleien und Gerichten in Delaware statt, wo es ausgiebig Gelegenheit zum Austausch mit Experten verschiedener juristischer Spezialgebiete gibt. Die Kosten für dieses Programm betragen einschließlich Kursgebühren, Unterkunft, Verpflegung und Versicherung rund 4.300 US-Dollar. Der nächste Kurs läuft vom 8. Januar bis zum 2. Februar 2007, und die Hochschule hat bekannt gegeben, dass noch Plätze verfügbar sind. Das Anmeldeformular (PDF) mit weiteren Informationen gibt es hier.

Schreibwerkstatt der George Mason University

Fast alle, die während ihres Studiums schon einmal Gelegenheit hatten, wissenschaftliche Texte von deutschen und englischsprachigen Autoren jeweils in der Originalsprache zu lesen, machen folgende Beobachtung: Die englischen Texte lesen sich meist sehr viel flüssiger als die deutschen, selbst wenn man mehrere unbekannte Vokabeln im Wörterbuch nachschlagen muss. Wo im Deutschen sperrige Endlos- und Schachtelsätze mit möglichst vielen Fremdwörtern häufig noch immer als Ausweis von Wissenschaftlichkeit und gedanklicher Tiefe gelten, ist im Englischen auch in der Wissenschaft ein Stil gefragt, der sich durch klare, kurze, einfache Satzstrukturen auszeichnet – ohne dabei inhaltlich weniger tiefgründig zu sein.

Eine Erklärung dafür, dass z.B. die Texte von amerikanischen Autoren häufig so flüssig und elegant zu lesen sind, besteht darin, dass das Handwerk des Schreibens in den USA viel ausgiebiger und systematischer unterrichtet wird als bei uns. So sind Einrichtungen zur Unterweisung in kreatives und wissenschaftliches Schreiben seit Jahrzehnten fester Bestandteil vieler amerikanischer Colleges und Universitäten. An diesen „Writing Centers“ lernen Studierende unter anderem, wie man Leser effektiv und elegant in ein Thema einführt und mithilfe von sprachlichen Verknüpfungen Punkt für Punkt durch die eigene Argumentation leitet. Anhand konkreter Beispiele werden Woche für Woche grammatikalische und stilistische Übungen zu einer Vielzahl von Textsorten durchgeführt, bis die Gedanken optimal aufs Papier gebracht sind.

Einige dieser Schreibwerkstätten stellen Ihre Materialien auch online zur Verfügung. Das Writing Center der George Mason University (Virginia) ist ein besonders beeindruckendes Beispiel: Übersichtlich gegliedert werden hier Anleitungen und Hilfestellungen zu einer Vielzahl von Themen zum kostenlosen Download angeboten. Handouts (PDF) gibt es z.B. zu folgenden Aspekten:
  • Writing an effective thesis
  • How to write introductions in humanities and sciences
  • How to paraphrase, summarize, and quote
  • How to write a personal statement
  • Writing business memos and business letters
Außerdem gibt es einige Beispielaufsätze sowie eine gut organisierte Sektion mit weiterführenden Links zu Lexika, Wörterbüchern, Stilhandbüchern usw. Da auch an deutschen Universitäten mittlerweile nicht mehr nur im Fach Anglistik/Amerikanistik vermehrt Hausarbeiten auf Englisch anzufertigen sind, kann diese hervorragende Quelle auch für das Studium in Deutschland nützlich sein.

"English on Campus": Sprachkurse in den USA

Ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Wer auf der Suche nach hochwertigen und anspruchsvollen Englischkursen im Ausland ist, kann ab sofort bei College Council fündig werden: Im Rahmen des neuen Programms „English on Campus“ besteht die Möglichkeit, einen Sprachkurs an einer Reihe von ausgewählten Universitäten in Großbritannien, Irland, Australien, Neuseeland, Kanada und den USA zu buchen. Zur Auswahl stehen neben allgemeinen Englischkursen z.B. auch Kurse zur Vorbereitung auf das Studium im englischsprachigen Ausland sowie Spezialkurse für Mediziner, Juristen und Geschäftsleute.

Das Besondere an diesem Programm: Die Teilnehmer verbessern nicht nur ihre Englischkenntnisse, sondern gewinnen auch einen guten Einblick in das typisch angloamerikanische Universitätsleben: Bibliotheken, Computerräume, Sport- und Freizeitanlagen, Caféterien sowie das vielfältige Kulturangebot können kostenlos genutzt werden. Wer möchte, kann den Sprachkurs vielerorts auch mit einem anschließenden Praktikum kombinieren. Zu den teilnehmenden Hochschulen in den USA gehören die University of California in Los Angeles (UCLA) und die traditionsreiche University of Pennsylvania. Die Ivy-League Institution in Philadelphia feiert übrigens dieser Tage den 300. Geburtstag ihres Gründers Benjamin Franklin, einer Schlüsselfigur der amerikanischen Politik- und Geistesgeschichte. Happy Birthday, Ben!

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Willkommen beim TransatlanTicker! Ich heiße Carsten Bösel und bin als Autor, Übersetzer und unabhängiger Studienberater mit Schwerpunkt USA und Kanada tätig. Auf dieser Seite blogge ich regelmäßig über Neuigkeiten aus der nordameri- kanischen Hochschulszene: Studiengänge, Stipendien, Bewerbungstipps, Sprach- und Eignungstests, Postdoc-Stellen, Campusleben und vieles mehr. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Kommentare!

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