Studium: Bewerbungsessay

Kurzgeschichte statt Bewerbungsessay: Tufts University sucht Führungspotenzial

Einen Bewerbungsessay für ein amerikanisches College zu schreiben ist harte Arbeit. Hunderte solcher Essays zu lesen ebenfalls. Besonders weil sich die meisten kaum voneinander unterscheiden: Auf die Frage, welche Persönlichkeit sie am meisten beeinflusst hat, schreibt die Mehrheit der US High School Absolventen über ihren imponierenden Vater oder Großvater. Wer von einem besonders einschneidenden Erlebnis berichten soll, schreibt häufig über einen Ferien- oder Freiwilligenaufenthalt in einem Entwicklungsland, wo die erstmalige Konfrontation mit Armut und Elend die eigenen Sorgen und Nöte ins richtige Verhältnis gesetzt hat. Für sich genommen mag jeder dieser Essays aufrichtig und gut geschrieben sein, aber für die Zulassungsfachleute amerikanischer Colleges werden die Texte insgesamt gesehen leicht vorhersag- und austauschbar. Dabei ist doch der Essay gerade dazu gedacht, die einzigartige Persönlichkeit eines Bewerbers durchscheinen zu lassen. Wenn die Essays immer ähnlicher werden, fällt auch die Entscheidung schwerer, welche Bewerber zugelassen werden sollen und welche nicht. Denn gute Noten, Testergebnisse und Empfehlungsschreiben haben ohnehin die meisten.

Ein möglicher Weg, Studienbewerber zu originellen Essays anzuregen, besteht natürlich darin, originelle Fragen zu stellen. Die University of Chicago zum Beispiel ist seit langem bekannt für ihre extravaganten Essay-Themen, die zu einer Art Markenzeichen der Hochschule geworden sind. Jetzt möchte die Tufts University in Boston (Massachusetts) dem Essay-Einheitsbrei auf ähnliche Art und Weise begegnen, wie NPR Radio vor einiger Zeit berichtete: Statt eines konventionellen Essays sollen Bewerber zukünftig auch eine Kurzgeschichte über eines dieser Themen schreiben können: (1) Das Ende von MTV (2) Geständnisse eines Schulrabauken (3) Der Professor ist verschwunden oder (4) Das geheimnisvolle Labor. Oder sie können auf einem Blatt Papier ein Kinoplakat zeichnen, ein Haus entwerfen oder eine Werbeanzeige für ein Produkt nach Wahl gestalten. Oder eine Antwort auf diese Frage finden: "Ein altes amerikanische Sprichwort besagt: Die Neugier ist der Katze Tod. Wenn das stimmt, warum feiern wir dann Leute wie Ghandi, Lincoln oder Galileo – Menschen also, die über alte Probleme auf innovative Weise nachgedacht und konventionelle Antworten verworfen haben, um Großartiges zu leisten?" Eine vollständige Liste der diesjährigen Essay-Fragen gibt es hier. Unter der Rubrik Essays That Matter hat Tufts außerdem die Essays von zehn angenommenen Bewerbern veröffentlicht, die das Zulassungskomitee besonders beeindruckt haben.

Die Universität hofft, mithilfe der neuen Essay-Fragen das akademische Erfolgs- und Führungspotenzial der Bewerber besser erkennen zu können, und zwar sogar auf wissenschaftlicher Grundlage. Ob das funktioniert, bleibt abzuwarten. Fürs erste soll die Beantwortung freiwillig bleiben. Skeptiker halten dem Experiment entgegen, dass die einzig wirklich zuverlässige Methode, ein aussagekräftiges Bild von der Persönlichkeit eines Bewerbers zu bekommen, das gute alte Vorstellungsgespräch ist. Ich denke, da ist Einiges dran. Andere Hochschulen wie das MIT begrüßen jedoch die neuen Fragen und sehen Tufts in einer Vorreiterrolle, die gut zum Gesamtbild passt, das die Hochschule seit einiger Zeit abgibt: Während Tufts noch vor ein paar Jahren als einigermaßen "sichere Bank" für diejenigen galt, die es nicht geschafft hatten, an den großen Bostoner Nachbarn Harvard oder MIT angenommen zu werden, wird die Hochschule heute selbst zur neuen Elite - den so genannten "New Ivies" - gezählt, die den traditionellen Top-Unis in nichts nachstehen. Kein Wunder also, dass sich Studienbewerber für Tufts nun auch in Sachen Essay mächtig ins Zeug legen müssen.

Versuch über ein supergroßes Glas Senf: Bewerbungsessays an der University of Chicago

Wenn ich Abiturienten erläutere, welche Unterlagen häufig für eine Bewerbung um ein Bachelor-Studium an einer US-Hochschule gefordert werden, blicke ich meistens spätestens beim Punkt „Personal Essay“ in etwas ratlose Gesichter. Zeugnisse, Sprach- und Eignungstests, Empfehlungsschreiben – das leuchtet alles irgendwie ein. Auch dass man häufig in einigen Sätzen erklären soll, warum man gerade an dieser Universität studieren möchte, scheint den meisten noch plausibel. Aber insbesondere an den hochkarätigeren US-Universitäten gehen die Fragen, die möglichst originell und kunstvoll im Rahmen eines selbstverfassten Essays auf 1 bis 2 Seiten beantwortet werden sollen, weit über diese Aspekte hinaus. Die University of Virginia zum Beispiel fragte ihre Bewerber vor einiger Zeit: „What is your favorite word, and why?“ Alternativ konnte man damals auch zu einem berühmten Zitat aus William Faulkners Roman Requiem for a Nun Stellung nehmen: „The past is never dead. It’s not even past.“ To borrow [Faulkner’s] words, what small event, either from your personal history ort he history of the world, is neither ‚dead’ nor ‚past’?“ Und die University of Pennsylvania forderte ihre Bewerber einmal zu folgender Übung auf: “You are writing your autobiography. Give us page 247.”

Hinter der Vielzahl an Essay-Fragen, wie exotisch sie auch sein mögen, steht immer ein zentraler Gedanke: Die Zulassungsstellen der Universitäten möchten einen Einblick in die Persönlichkeit der Bewerber bekommen und etwas über ihre Werte und Ambitionen, über ihre persönliche Reife, ihre Kreativität und ihre Fähigkeit erfahren, einen Gedankengang sprachlich und stilistisch ansprechend in knapper Form über vier bis fünf Absätze strukturiert zu entfalten. Die Vorstellung, dass die Persönlichkeit eine Rolle bei der Bewerbung an Universitäten spielen soll, ist uns in Deutschland völlig fremd. Vielen widerstrebt es verständlicherweise sogar, so etwas Privates und Intimes gegenüber fremden Hochschulangestellten preis zu geben. Entscheidend waren bei uns bislang allein die Schulnoten. Doch in dem Maße, wie immer mehr Fachbereiche auch Eignungstests und Auswahlgespräche in den Bewerbungsprozess integrieren (wollen), wird zukünftig auch bei uns die Persönlichkeit eine – wenn auch sehr viel geringere – Rolle bei der Zulassungsentscheidung spielen. In den USA, wo jede Hochschule ein eigenes spezielles Profil und eine eigene Philosophie („mission“) für sich in Anspruch nimmt und auch der Gedanke einer „campus community“ weitaus stärker ausgeprägt ist, kommt es bei der Auswahl der College-Bewerber neben Noten und Testergebnissen (auch) darauf an, ob man „zueinander passt,“ ob also dieser oder jener Bewerber auch als Mensch eine Bereicherung für die jeweilige Hochschulgemeinschaft wäre.

Die University of Chicago ist dafür bekannt, in ihren Bewerbungsunterlagen besonders ausgefallene und kniffelige Essay-Fragen zu stellen. In diesem Jahr haben Bewerber die Wahl zwischen fünf Aufgabenstellungen. Zum Beispiel: Was fällt Ihnen zu dem folgenden Zitat von Miles Davis ein: „Don’t play what’s there, play what’s not there.“ Bei einer anderen Option soll man sich vorstellen, ein fiktives Brunch mit schrägen Gestalten aus Geschichte und Literatur zu veranstalten. Wer würde dabei sein? Der Essay darf durchaus etwas Dialog enthalten – solange dabei etwas Wichtiges über die Persönlichkeit des Autors oder der Autorin deutlich wird. Im vorletzten Jahr sollten sich Bewerber bei einer Frage Gedanken über die riesigen Senfgläser machen, die häufig in amerikanischen Supermärkten zu sehen sind. Wer kauft die eigentlich, und wozu? Schmieren sich womöglich manche Leute am ganzen Körper mit Senf ein? Worin besteht generell der Reiz an Größe und Exzess? Und so weiter. Die Aufgabe: „Write an essay somehow inspired by super-huge mustard.“ Die gesammelten Essay-Fragen der letzten fünf Jahre kann man auf der Webseite der Universität nachlesen. Die meisten sind richtig gut: Obwohl ich keinen Bewerbungsessay schreiben muss, habe ich bei manchen Aufgaben große Lust, zu Stift und Papier zu greifen. Wer weiß, vielleicht wird Senf ja demnächst noch einmal Thema im TransatlanTicker. Falls jemand einen Essay einreichen möchte – immer her damit!

Die extravaganten Essay-Fragen sind mittlerweile so etwas wie ein Markenzeichen der University of Chicago geworden. Wer dort angenommen wird, hat unter Beweis gestellt, sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden zu geben, sondern auf originelle und kreative Weise die ausgetretenen Pfade zu verlassen. Insofern verwundert es nicht, dass die Ankündigung der Universität, demnächst auch die so genannte Common Application zu verwenden, mit der sich Bewerber gleichzeitig an mehreren US-Hochschulen bewerben können, für Aufregung unter den Studierenden gesorgt hat, wie kürzlich in einem Beitrag des National Public Radio zu hören war. Viele befürchten offenbar, dass mit der Standardisierung des Bewerbungsformulars – eigentlich ein Vorteil für die Bewerber, weil sie die meisten Angaben nur ein einziges Mal zu machen brauchen – auch die Originalität der Essay-Fragen und damit eine Besonderheit der Universität der bürokratischen Gleichmacherei zum Opfer fallen wird. Die Hochschulleitung beruhigt jedoch die Gemüter: Auch in der „Uncommon Application“, wie die Bewerbungsunterlagen jetzt heißen, wird es Essay-Fragen der anderen Art geben. Zum Beispiel diese: „Pose and respond to an uncommon prompt of your own. If your prompt is original and thoughtful, then you should have little trouble writing a great essay. Draw on your best qualities as a writer, thinker, visionary, social critic, sage, sensible woman or man, citizen of the world, or future citizen of the University of Chicago; take a little risk and have fun.”

Buchtipp Bewerbungsessay + Empfehlungsschreiben: Graduate Admissions Essays

Von allen Unterlagen, die bei einer Bewerbung für ein DAAD- oder Fulbright-Stipendium bzw. für einen Master- oder Ph.D.-Studiengang an einer US-Hochschule eingereicht werden müssen, ist es meist das statement of purpose (manchmal auch personal essay genannt), das für die größte Verunsicherung sorgt. Was genau soll man da schreiben? Und wie? Weder soll es eine staubtrockene Prosafassung des bisherigen Studienverlaufs sein noch ein ambitionierter Kurzbeitrag für eine Fachzeitschrift oder das Feuilleton. Auch kunstvolle autobiografische Abhandlungen nach dem Motto "Wie ich wurde, was ich bin", wie sie bei College-Bewerbungen durchaus angebracht sein können, sind für ein Graduiertenstudium eher nicht erwünscht. Da auch Amerikaner nicht selten etwas ratlos vor dem weißen Blatt Papier sitzen, wimmelt es auf dem US-Buchmarkt und im Internet nur so vor Ratgebern.

gra3_MEDDas mit Abstand Beste, was zu diesem komplexen Thema bislang zu haben ist, ist die soeben [März 2008] erschienene dritte Auflage der "Graduate Admisssions Essays" von Donald Asher, der in den USA einer der gefragtesten Redner und Berater ist, wenn es um Karriereplanung geht. Anders als die meisten anderen Essay-Ratgeber, die sich hauptsächlich auf die Bereiche Business, Jura und Medizin konzentrieren, richtet sich Ashers Buch an alle, die sich für Studiengänge und Stipendien im Graduate-Bereich bewerben möchten - vom Altphilologen bis zur Molekularbiologin. Bevor er zum eigentlichen Thema kommt, diskutiert Asher darüber hinaus einleitend das Für und Wider eines Graduiertenstudiums und gibt sehr hilfreiche Hinweise dazu, wie man z.B. herausfindet, welche Hochschulen zu den eigenen Studieninteressen passen, wie man den ersten Kontakt zu den jeweiligen Fachbereichen herstellt und was man während des Bewerbungsprozesses möglichst tun bzw. vermeiden sollte. Die dritte Auflage enthält überdies ein komplett neues Kapitel zum Thema Online-Bewerbungen: wie sie verwendet, bearbeitet und bewertet werden.

Im Hauptteil des Buches werden dann zunächst einige sinnvolle Vorübungen zur Themenfindung vorgestellt: Zum Beispiel kann es hilfreich sein, sich prägende Einflüsse und Schlüsselerlebnisse in der bisherigen akademischen Laufbahn vor Augen zu führen, sich an Lob und Ansporn durch Professoren oder Kommilitonen zu erinnern oder sich schriftlich und damit ehrlich über die eigenen Motivationen und langfristigen Ziele klar zu werden. Nach der Ideensammlung folgt dann der erste von mindestens drei Entwürfen, die inhaltlich und stilistisch immer weiter verfeinert werden müssen. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei dem ersten Absatz gelten, dessen Qualität häufig bereits darüber entscheidet, ob der Essay zu Ende gelesen wird oder nicht. Asher gibt außerdem nützliche Tipps, wie problematische Punkte im akademischen Werdegang (z.B. Notenschwankungen oder Fächerwechsel mitten im Studium) pro-aktiv angegangen werden können.

Das eigentliche Herzstück dieses Ratgebers sind allerdings die insgesamt fünfzig Essay-Beispiele aus einer enormen Bandbreite von Disziplinen: Von Anglistik und Anthropologie über Biochemie, Geschichte, Jura, Mathematik, Neuropsychologie, Politikwissenschaft bis hin zu Tiermedizin und Women’s Studies ist so ziemlich jedes Fach mit einem von Asher kommentierten Aufsatz vertreten. Auch stilistisch variieren die Beispiele von stark autobiografisch geprägten Skizzen (z.B. bei Künstlern) bis zu komplett unpersönlichen Zusammenfassungen bisheriger Forschungstätigkeit (z.B. bei Post-doc Bewerbungen von Naturwissenschaftlern). Welcher Stil jeweils angemessen ist, hängt von vielen Faktoren ab, in erster Linie jedoch von der Fragestellung, betont Asher und wiederholt einer seiner scheinbar banalen, aber umso wichtigeren Leitsätze: RTGDQ – "read the gosh darn question." Die präsentierten Essays sind tatsächlich durchweg hervorragend und voller inhaltlicher und sprachlicher Anregungen. Dass nichts davon 1:1 für den eigenen Text kopiert werden sollte, versteht sich von selbst.

Abgerundet wird das Buch mit einem Kapitel über Empfehlungsschreiben (letter of recommendation), die ebenfalls immer zu einer Bewerbung für Hochschule und Stipendium gehören. Auch dieser Abschnitt enthält einige Beispielempfehlungen für unterschiedliche Zwecke. Asher erläutert außerdem, welche Dozenten man am besten anspricht, mit welchen Informationen man sie vorab versorgen sollte und wie man auch ansonsten Einfluss darauf nehmen kann, dass am Ende wirklich aussagekräftige Referenzen stehen, die einer Bewerbung den entscheidenden Kick geben können. Da das Buch für ein amerikanisches Publikum geschrieben ist, ist nicht alles direkt auf die deutsche Situation übertragbar, besonders was die Hinweise zu Finanzierungsmöglichkeiten im ersten Teil betrifft. Dennoch kann ich "Graduate Admissions Essays" auch deutschen Studierenden nur vorbehaltlos empfehlen.

Donald Asher, Graduate Admissions Essays: Write Your Way Into the Graduate School of Your Choice, 3. Auflage, Berkeley: Ten Speed Press, 2008. 312 Seiten. $ 21,95.

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College Bewerbungsessays: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

Nicht nur deutsche Bewerber haben häufig erhebliche Schwierigkeiten mit dem so genannten „Personal Essay“, der fester Bestandteil der meisten Bewerbungen an US Colleges und Universitäten ist. Auch (und gerade) 17-jährigen amerikanischen High School-Schülern bereitet verständlicherweise die Frage Kopfzerbrechen, wie sie komprimiert auf zwei Seiten ihre Motivation, ihre Interessen und Ziele, ihre Ideale, ihre Denkweise, sprich: ihre Persönlichkeit so beeindruckend zu Papier bringen sollen, dass die Zulassungskomitees ihrer Traum-Colleges gar nicht anders können, als sie an ihren Campus zu holen.

So überrascht es nicht, dass in den USA rund um das Thema „Bewerbungsessay“ eine ganze Beratungs- und Nachhilfeindustrie entstanden ist, die den (zahlungskräftigen) jungen Menschen dabei hilft, ihre noch kurze Biografie druckreif und überzeugend auf den Punkt zu bringen. Die Experten im Zulassungsbüro riechen natürlich den Braten, und „wenn ein Essay klingt als sei er von einem 42-jährigen Rechtsanwalt geschrieben, stehen die Chancen nicht schlecht, dass er tatsächlich von einem 42-jährigen Rechtsanwalt geschrieben wurde“, sagte Lee Stetson, der Dekan der Zulassungsabteilung an der University of Pennsylvania, kürzlich der New York Times. Bislang fehlten jedoch die Möglichkeiten, die Authentizität des Essays zu überprüfen.

Das hat sich geändert, seitdem der weit verbreitete College-Eignungstest SAT im März 2005 im Rahmen einer Generalüberholung um eine Essay-Komponente erweitert wurde, bei der die Prüflinge innerhalb von 25 Minuten ihre Gedanken zu einer allgemeinen Fragestellung formulieren müssen. Diesen Essay wiederum können sich die Hochschulen downloaden und mit dem aufpolierten Text, der mit den Bewerbungsunterlagen eingereicht wurde, vergleichen. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es sich beim SAT-Essay nur um einen ersten Entwurf handeln kann, dürfte auf diese Weise doch bei großen Diskrepanzen rasch deutlich werden, wer bei der Formulierung des Bewerbungsessays über das vertretbare Maß hinaus professionelle Hilfe in Anspruch genommen hat.

58% der befragten Colleges und Universitäten gaben in einer Umfrage an, in Zweifelsfällen auf die neue Ressource zugreifen zu wollen, um sich ein besseres Bild von den wahren Qualitäten eines Bewerbers zu machen. Ich denke, diese Essay-Paranoia illustriert ganz gut die Unterschiede zwischen der Philosophie, die hinter der amerikanischen Undergraduate-Ausbildung steckt, und der deutschen Einstellung zur Immatrikulation. Zwar kann ich mir vorstellen, dass viele deutsche Universitäten bald zusätzlich zum Abitur verschiedene Eignungstests einführen, aber ob Abiturienten den Hochschulen jemals schriftlich-literarisch (und konkurrenzfähig!) Auskunft über ihre Persönlichkeit geben müssen? Wohl kaum.

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