Im Kommen: MBA ohne Arbeitserfahrung
Um zu einem MBA-Studium an einer besseren Hochschule in den USA und anderswo zugelassen zu werden, sind rund fünf Jahre Berufserfahrung in der Regel ein Muss. Der Grund ist leicht nachvollziehbar: In diesen stark praxisorientierten Management-Studiengängen sollen die Teilnehmer nicht nur Professoren und anderen Experten lauschen und diverse Fallstudien durchexerzieren, sondern auch gegenseitig voneinander lernen. Wer seit einigen Jahren mit beiden Beinen im Berufsleben steht, kann viele Kursinhalte besser auf den Management-Alltag beziehen und den Unterricht durch Beispiele aus der Praxis bereichern. Frisch gebackene Hochschulabsolventen Anfang 20 und ohne nennenswerte Arbeitserfahrung dürften in Diskussionen und Projektgruppen dagegen kaum wissen, wovon sie reden. So zumindest die bislang vorherrschende Meinung.
Einige amerikanische Business Schools - darunter so bekannte Namen wie Harvard, Stanford, Carnegie Mellon, UT Austin oder die University of Rochester - sind jedoch momentan dabei, diesen Standpunkt zu überdenken und vielversprechende Bewerber zunehmend direkt im Anschluss an das College zum MBA-Studium zuzulassen, wie der Chronicle of Higher Education in seiner neuesten Ausgabe berichtet [Artikel kostenpflichtig]. An Stanford zum Beispiel kamen vor ein paar Jahren nur ein bis zwei Prozent der MBA-Studenten ohne Arbeitserfahrung direkt vom College; heute sind es bereits fünf Prozent. Sicher noch immer ein sehr kleiner Anteil, der für die Qualität der Ausbildung jedoch von wichtiger Bedeutung sein kann: Hochschulabsolventen, so die neue Argumentation, denken noch nicht in so eingefahrenen Bahnen wie mancher Business-Profi und können Diskussionen durch frische und unkonventionelle Gedanken aufwerten. Außerdem lassen sich auf diese Weise eventuell herausragende Kandidaten für ein MBA-Programm gewinnen, die mit Anfang 30 ein solch anstrengendes Studium vielleicht nicht mehr aufnehmen würden, z.B. Angehörige von Minderheiten oder Frauen mit Kinderwunsch.
Der Gesinnungswandel unter den Business Schools hat aber auch ökonomische Gründe, denn die Zahl der Bewerbungen für ein MBA-Programm nimmt sein 2003 kontinuierlich ab, so dass die Zulassungsämter sich jetzt auch verstärkt junge Bewerber in Betracht ziehen, die früher keine Chance bekommen hätten. Auch die Nachfrage unter College-Studenten nach einem MBA-Studium direkt im Anschluss ist stark gestiegen, wie man an den Teilnehmerzahlen des Zulassungstests GMAT sieht: Unter-24-jährige machten 2004/05 noch 17 Prozent der Teilnehmer aus; 2007 waren es bereits 27 Prozent. Und wie es aussieht, stellt fehlende Berufserfahrung in Diskussionen nicht unbedingt ein Problem dar: Auf dem vor kurzem veröffentlichten Blog YoungMBA berichten einige US-Studenten, die direkt nach dem College mit dem MBA-Studium begonnen haben, von ihren Erfahrungen und laden zum Netzwerken ein. Allzu jung sollte man allerdings nicht sein: Einen MBA direkt nach dem Abitur zu machen, wie es deutschen Schulabgängern bisweilen vorschwebt, ist und bleibt unmöglich.
Einige amerikanische Business Schools - darunter so bekannte Namen wie Harvard, Stanford, Carnegie Mellon, UT Austin oder die University of Rochester - sind jedoch momentan dabei, diesen Standpunkt zu überdenken und vielversprechende Bewerber zunehmend direkt im Anschluss an das College zum MBA-Studium zuzulassen, wie der Chronicle of Higher Education in seiner neuesten Ausgabe berichtet [Artikel kostenpflichtig]. An Stanford zum Beispiel kamen vor ein paar Jahren nur ein bis zwei Prozent der MBA-Studenten ohne Arbeitserfahrung direkt vom College; heute sind es bereits fünf Prozent. Sicher noch immer ein sehr kleiner Anteil, der für die Qualität der Ausbildung jedoch von wichtiger Bedeutung sein kann: Hochschulabsolventen, so die neue Argumentation, denken noch nicht in so eingefahrenen Bahnen wie mancher Business-Profi und können Diskussionen durch frische und unkonventionelle Gedanken aufwerten. Außerdem lassen sich auf diese Weise eventuell herausragende Kandidaten für ein MBA-Programm gewinnen, die mit Anfang 30 ein solch anstrengendes Studium vielleicht nicht mehr aufnehmen würden, z.B. Angehörige von Minderheiten oder Frauen mit Kinderwunsch.
Der Gesinnungswandel unter den Business Schools hat aber auch ökonomische Gründe, denn die Zahl der Bewerbungen für ein MBA-Programm nimmt sein 2003 kontinuierlich ab, so dass die Zulassungsämter sich jetzt auch verstärkt junge Bewerber in Betracht ziehen, die früher keine Chance bekommen hätten. Auch die Nachfrage unter College-Studenten nach einem MBA-Studium direkt im Anschluss ist stark gestiegen, wie man an den Teilnehmerzahlen des Zulassungstests GMAT sieht: Unter-24-jährige machten 2004/05 noch 17 Prozent der Teilnehmer aus; 2007 waren es bereits 27 Prozent. Und wie es aussieht, stellt fehlende Berufserfahrung in Diskussionen nicht unbedingt ein Problem dar: Auf dem vor kurzem veröffentlichten Blog YoungMBA berichten einige US-Studenten, die direkt nach dem College mit dem MBA-Studium begonnen haben, von ihren Erfahrungen und laden zum Netzwerken ein. Allzu jung sollte man allerdings nicht sein: Einen MBA direkt nach dem Abitur zu machen, wie es deutschen Schulabgängern bisweilen vorschwebt, ist und bleibt unmöglich.
TransatlanTicker - 23. Jan, 21:51

