Studium: Faecher: Business

Und es gibt sie doch: Vollstipendien für ein MBA-Studium in den USA

150.000 US-Dollar: So viel kostet durchschnittlich ein zweijähriges Aufbaustudium zum Master of Business Administration (MBA) an einer amerikanischen Universität. Dass jedes Jahr Tausende von Nachwuchsmanagern und -consultants bereit sind, eine solche Summe in die eigene Weiterbildung zu investieren, liegt vor allem daran, dass sich die Karrierechancen und damit die Verdienstmöglichkeiten mit einem MBA deutlich steigern. Die Schulden, die eventuell infolge des Studiums entstehen, haben sich häufig nach wenigen Jahren amortisiert. Genau aus diesem Grund sind Stipendien für ein MBA-Studium - anders als für viele forschungsorientierte Master- und Promotionsstudiengänge - auch nicht sonderlich weit verbreitet, denn wer in ein paar Jahren Jahresgehälter im sechsstelligen Bereich kassieren möchte, soll bitte schön auch die entsprechende Ausbildung selbst bezahlen bzw. den aktuellen Arbeitgeber zahlen lassen. So zumindest die gängige Auffassung.

Die Zeitschrift Business Week hat nun Überraschendes zu Tage gefördert, als sie nach Vollstipendien an 17 von Amerikas renommiertesten Business Schools gesucht hat: Jede dieser Hochschulen vergibt jährlich mindestens zehn oder zwanzig solcher "full rides" an besonders herausragende Bewerber aus dem In- und Ausland. An der Spitze stehen die University of Virginia (Darden School of Business) mit 61, die University of Michigan (Ross School of Business) mit 45, und die New York University (Stern School of Business) mit 42 Vollstipendien pro Jahr. Meistens werden diese Fördermittel im Rahmen einer Leistungskonkurrenz vergeben, aber eine schwerreiche Hochschule wie Harvard kann es sich sogar erlauben, nach dem Kriterium der Bedürftigkeit vorzugehen. Nicht alle Stipendien richten sich an alle Bewerber, und man muss Zeit und Mühe investieren, um die jeweiligen Antragsmodalitäten zu recherchieren. Der mögliche Return on Investment sollte jedoch die Mühe wert sein.

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MBA-Studium: Ansturm auf US-Business Schools

Es ist noch gar nicht so lange her, dass in den USA die Bewerberzahlen für ein MBA-Studium rückläufig waren. Offenbar schien es in Zeiten des wirtschaftlichen Wachstums vielen attraktiver, ihre lukrativen Jobs zu behalten, als für zwei Jahre zurück an die Uni zu gehen. Auch in Deutschland ließ das Interesse nach: Aus extremen Mangel an Nachfrage entschloss sich zum Beispiel der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) im vergangenen Jahr, sein spezielles MBA-Stipendium zu streichen und die dafür vorgesehenen Mittel in die regulären Jahresstipendien für Graduiertezu überführen. Und es war nicht zuletzt der Rückgang an Bewerbungen, der zahlreiche, auch sehr renommierte US-Business Schools dazu veranlasste, entgegen der bisherigen Praxis auch Bewerber mit wenig bis gar keiner Arbeitserfahrung zum MBA-Studium zuzulassen.

Angesichts der aktuellen Finanzkrise und einer schwächelnden Konjunktur hat sich der Trend nun wieder gedreht, wie der US-Radiosender NPR am Montag in einem kurzen Beitrag berichtete: An den meisten Business Schools quer durch die USA sind die Bewerberzahlen stark gestiegen, und noch nie zuvor haben mehr MBA-Anwärter den Eignungstest GMAT abgelegt als im vergangenen Jahr. Am MIT beispielsweise stieg die Anzahl der Bewerbungen an der berühmten Sloan School of Management um 28%. Das sprunghaft gestiegene Interesse dürfte vor allem damit zu tun haben, dass zahlreiche Jungmanager im Finanzwesen und Investmentbanking ihre Jobs verloren haben oder befürchten, als nächstes dran zu sein. Eine Karrierepause zum Zwecke der Weiterbildung scheint da eine attraktive Option zu sein.

Doch die Zulassungsleute an den Business Schools sind skeptisch, denn die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust ist nicht unbedingt ein guter Grund, einen MBA anzustreben. Bei der Auswahl der Kandidaten wird sehr genau auf die Motivation geachtet, und die sollte nicht primär darin bestehen, eine ungünstige wirtschaftliche Situation zu überbrücken. Die Profile von Bewerber und Business School müssen zueinander passen, beruflich wie persönlich. Da ein MBA-Studium zu den kostspieligsten Studiengängen überhaupt gehört, besteht zudem die Gefahr, dass man am Ende finanziell gesehen schlechter dasteht als vorher, wenn sich nicht gleich ein neuer Job findet.

Halten wir fest: Die Konkurrenz um MBA-Studienplätze in den USA ist wieder härter geworden. Wer nicht unbedingt zu den Spitzenkandidaten gehört, ist möglicherweise besser beraten, mit der Bewerbung noch ein oder zwei Jahre zu warten, bis sich die Wogen der Finanzkrise geglättet haben.

Im Kommen: MBA ohne Arbeitserfahrung

Um zu einem MBA-Studium an einer besseren Hochschule in den USA und anderswo zugelassen zu werden, sind rund fünf Jahre Berufserfahrung in der Regel ein Muss. Der Grund ist leicht nachvollziehbar: In diesen stark praxisorientierten Management-Studiengängen sollen die Teilnehmer nicht nur Professoren und anderen Experten lauschen und diverse Fallstudien durchexerzieren, sondern auch gegenseitig voneinander lernen. Wer seit einigen Jahren mit beiden Beinen im Berufsleben steht, kann viele Kursinhalte besser auf den Management-Alltag beziehen und den Unterricht durch Beispiele aus der Praxis bereichern. Frisch gebackene Hochschulabsolventen Anfang 20 und ohne nennenswerte Arbeitserfahrung dürften in Diskussionen und Projektgruppen dagegen kaum wissen, wovon sie reden. So zumindest die bislang vorherrschende Meinung.

Einige amerikanische Business Schools - darunter so bekannte Namen wie Harvard, Stanford, Carnegie Mellon, UT Austin oder die University of Rochester - sind jedoch momentan dabei, diesen Standpunkt zu überdenken und vielversprechende Bewerber zunehmend direkt im Anschluss an das College zum MBA-Studium zuzulassen, wie der Chronicle of Higher Education in seiner neuesten Ausgabe berichtet [Artikel kostenpflichtig]. An Stanford zum Beispiel kamen vor ein paar Jahren nur ein bis zwei Prozent der MBA-Studenten ohne Arbeitserfahrung direkt vom College; heute sind es bereits fünf Prozent. Sicher noch immer ein sehr kleiner Anteil, der für die Qualität der Ausbildung jedoch von wichtiger Bedeutung sein kann: Hochschulabsolventen, so die neue Argumentation, denken noch nicht in so eingefahrenen Bahnen wie mancher Business-Profi und können Diskussionen durch frische und unkonventionelle Gedanken aufwerten. Außerdem lassen sich auf diese Weise eventuell herausragende Kandidaten für ein MBA-Programm gewinnen, die mit Anfang 30 ein solch anstrengendes Studium vielleicht nicht mehr aufnehmen würden, z.B. Angehörige von Minderheiten oder Frauen mit Kinderwunsch.

Der Gesinnungswandel unter den Business Schools hat aber auch ökonomische Gründe, denn die Zahl der Bewerbungen für ein MBA-Programm nimmt sein 2003 kontinuierlich ab, so dass die Zulassungsämter sich jetzt auch verstärkt junge Bewerber in Betracht ziehen, die früher keine Chance bekommen hätten. Auch die Nachfrage unter College-Studenten nach einem MBA-Studium direkt im Anschluss ist stark gestiegen, wie man an den Teilnehmerzahlen des Zulassungstests GMAT sieht: Unter-24-jährige machten 2004/05 noch 17 Prozent der Teilnehmer aus; 2007 waren es bereits 27 Prozent. Und wie es aussieht, stellt fehlende Berufserfahrung in Diskussionen nicht unbedingt ein Problem dar: Auf dem vor kurzem veröffentlichten Blog YoungMBA berichten einige US-Studenten, die direkt nach dem College mit dem MBA-Studium begonnen haben, von ihren Erfahrungen und laden zum Netzwerken ein. Allzu jung sollte man allerdings nicht sein: Einen MBA direkt nach dem Abitur zu machen, wie es deutschen Schulabgängern bisweilen vorschwebt, ist und bleibt unmöglich.

Online-Seminare zum MBA-Studium in den USA

Eine neue Form der online Kommunikation ist auf dem Vormarsch: das Webinar. Wie aus der ziemlich scheußlichen Wortschöpfung unschwer zu erkennen ist, handelt es sich dabei um ein Seminar im World Wide Web, an dem man von jedem Internetanschluss aus teilnehmen kann. Im Gegensatz zum Webcast ist das Webinar interaktiv, d.h. es besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und an Diskussionen teilzunehmen. Damit ist das Ganze natürlich wie geschaffen für E-Learning, Produktpräsentationen oder Informationsveranstaltungen.

Ein vierteiliges, kostenloses Webinar zum Thema MBA-Studium bietet in den nächsten Wochen das Smeal College of Business an der Pennsylvania State University an. Dabei soll es weniger darum gehen, die spezifischen MBA-Programme dieser Hochschule zu vermarkten, sondern allgemein darum, Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum MBA-Studium in den USA zu geben. Die Themen und Termine im Einzelnen:
  • So Many Choices: How to Choose the Right MBA Program for You. Diese Präsentation wird die verschiedenen Arten von MBA-Programmen vergleichen und effektive Recherchemethoden vorstellen. Mittwoch, 26. September 2007
  • Avoiding Common Admissions Mistakes. Hier kann man von den Fehlern anderer lernen. Der Zulassungsprozess wird Schritt für Schritt durchgegangen, inklusive der jeweiligen Fallstricke. Dienstag, 16. Oktober 2007
  • Women’s Webinar: Is an MBA Right for You? Bei dieser Veranstaltung soll es um einige Mythen über die Karrierechancen von Frauen gehen und darum, wie das Studium an einer Business School weiblichen Führungskräften helfen kann, ihre Ziele zu erreichen. Mittwoch, 7. November 2007
  • How to Pay for an MBA. Dass ein MBA-Studium sehr viel Geld kostet, ist bekannt. Wie sich das Ganze finanzieren lässt, will diese Präsentation erklären. Dienstag, 27. November 2007.
Alle Webinars beginnen um 11 Uhr Ortszeit, also um 17 Uhr unserer Zeit. Man braucht eine schnelle Internetverbindung sowie den Windows Media Player. Anmeldung hier.

PS: Am Smeal College of Business stehen übrigens die Chancen auch nicht schlecht, ein Stipendium für das MBA-Studium zu bekommen.

MBA-Studium: Bewerbung mit PowerPoint

Die University of Chicago ist seit langem für die extravaganten Essay-Fragen bekannt, die Bewerber für ein Bachelorstudium beantworten müssen. In diesem Jahr besteht eine der vier Aufsatzoptionen zum Beispiel darin, eine Geschichte oder ein kurzes Theaterstück zu verfassen, in dem unter anderem zwei Türen, ein Papierflugzeug, ein Bauchredner, der Satz des Pythagoras, die University of Chicago und das folgende Zitat aus James Joyce’ Ulysses vorkommen: "And yes I said I yes I will Yes." Aber damit nicht genug: Ab sofort müssen sich nun auch Kandidaten für das prestigeträchtige MBA-Programm der Hochschule auf eine Bewerbungsprozedur der etwas anderen Art gefasst machen: Zusätzlich zu den bisher verlangten Bewerbungsessays müssen sie nun eine aus vier Slides bestehende PowerPoint-Präsentation einreichen, aus der die Besonderheiten ihrer Persönlichkeit deutlich werden, meldete am Montag die Washington Post.

Damit soll zum einen der Tatsache Rechnung getragen werden, dass die Microsoft-Software aus der Geschäftswelt längst nicht mehr wegzudenken ist. Zum anderen, so die Begründung der Universität, biete eine PowerPoint- Präsentation Bewerbern aber auch die Möglichkeit, ihre kreative und spielerische Seite zum Ausdruck zu bringen, die aus GMAT-Testergebnissen, Empfehlungsschreiben und sogar Essays vielleicht nicht so deutlich wird. Offenbar hat die Business School der University of Chicago auch mit dem Image zu kämpfen, Anziehungspunkt für Technokraten sein – die neue Bewerbungskomponente dagegen soll clevere Köpfe und Querdenker anlocken. Wer PowerPoint nicht leiden kann, darf auch ähnliche Anwendungen wie etwa Quark Express verwenden; Computerverweigerer dürfen sogar vier Papierseiten von Hand gestalten. Inhaltliche Vorgaben gibt es keine, nur Hyperlinks, Animationen und Videos sind nicht erlaubt. Zur Anleitung …

MBA-Stipendium von der Penn State University

Ein MBA-Studium in den USA oder Europa steht vielleicht mehr als jeder andere Aufbaustudiengang für eine Investition in die eigene Karriere, die sich in fast allen Fällen bald durch erweiterte Aufstiegsmöglichkeiten und ein deutlich höheres Einkommen amortisiert. Insofern ist es eher unüblich, dass die Business Schools hier üppige Stipendien verteilen, denn mit den MBA-Programmen lässt sich schließlich auch gutes Geld verdienen. Eine recht aussichtsreiche Möglichkeit, finanzielle Unterstützung für ein MBA-Studium an einer der besseren amerikanischen Business Schools zu erhalten, bietet sich hingegen am Smeal College of Business der Pennsylvania State University. Das zweijährige MBA-Programm ist mit rund 100 Studierenden pro Jahr, davon ein Drittel aus dem Ausland, relativ klein, was eine intensive persönliche Betreuung ermöglicht. Zwei Drittel der internationalen Studierenden am Smeal College erhalten nach Auskunft der Universität die kompletten Studiengebühren (jährlich rund 27.000 US-Dollar) erlassen sowie ein Jahresstipendium in Höhe von 6.000 US-Dollar. Im Gegenzug dafür übernehmen sie eine Assistenzstelle im Unfang von 10 Std./Woche (1. Jahr) bzw. 20 Std./Woche (2. Jahr) und arbeiten in der Verwaltung oder Forschung der Fakultät mit. Diese Form der Studienfinanzierung ist im Rahmen von Ph.D.-Programmen quer durch alle Fachbereiche gang und gäbe, bei Master-Studiengängen sieht man sie dagegen nicht so häufig – nicht zuletzt deshalb, weil sie aufgrund der kurzen Dauer so arbeitsintensiv sind, dass für Jobben nebenbei so gut wie keine Zeit bleibt. Wer ein solches Stipendium von Smeal erhält, kann also davon ausgehen, zwei Jahre lang keine Freizeit mehr zu haben. Aber das ist bei anderen anspruchsvollen MBA-Programmen ja auch kaum anders, insofern ist ein Blick nach Pennsylvania nur zu empfehlen. Bewerbungsschluss für den kommenden Herbst ist bereits der 1. Februar, aber auch im nächsten Jahr sollte die Förderung wieder verfügbar sein. Mehr lesen …

MBA-Rankings Lesen Lernen

Erst vor ein paar Wochen sind die neuen Graduate Rankings der Zeitschrift U.S. News & World Report erschienen, die in diesem Jahr auch wieder die MBA-Programme amerikanischer Business Schools bewerten. Gerade für den MBA-Bereich gibt es jedoch noch eine Vielzahl anderer Rankings, z.B. von der Financial Times oder Business Week, und so manche(r) fragt sich vielleicht, welche der diversen Ranglisten denn nun am aussagekräftigsten und verlässlichsten ist. Dass solche Auflistungen generell stets nur als erste Orientierungshilfe für die detaillierte Eigenrecherche sinnvoll sein können, dürfte hoffentlich allen Interessenten klar sein, aber auch eine Orientierungshilfe ist nur dann hilfreich, wenn man weiß, welche Faktoren jeweils in die Bewertung einfließen oder im Vordergrund stehen.

Mikko Rieger, z.Zt. DAAD-Stipendiat an der renommierten Kellogg School of Management in Chicago, hat sich dankenswerterweise einmal die Mühe gemacht, einen genaueren Blick auf die verschiedenen Rankings amerikanischer Business Schools zu werfen und eine Übersichtstabelle zu erstellen, die die Ergebnisse aus sechs verschiedenen Ranglisten zusammenstellt und vergleicht. Nachzulesen im aktuellen DAAD-Nordamerika- Newsletter, wo Mikko Rieger außerdem noch ein paar gute Tipps für MBA-Kandidaten parat hat.

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Willkommen beim TransatlanTicker! Ich heiße Carsten Bösel und bin als Autor, Übersetzer und selbstständiger Studienberater mit Schwerpunkt USA und Kanada tätig. Auf dieser Seite blogge ich regelmäßig über Neuigkeiten aus der nordameri- kanischen Hochschulszene: Studiengänge, Stipendien, Bewerbungstipps, Sprach- und Eignungstests, Postdoc-Stellen, Campusleben und vieles mehr. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Kommentare!

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