Studium: Hochschulen

U-CAN: Neue Datenbank zum Studium in den USA

Wer nach dem Schulabschluss in den USA studieren möchte, braucht Informationen über die verschiedenen Colleges und Universitäten: Welche Studiengänge werden angeboten, wie viele Studierende und Professoren gibt es, was kostet die Ausbildung, was sind die Zulassungsvoraussetzungen, wie groß sind die Chancen dort angenommen zu werden, und so weiter. Entsprechende Studienratgeber und Online Suchmaschinen gibt es natürlich bereits wie Sand am Meer, aber vor ein paar Tagen ist eine neue Datenbank dazugekommen, die sich aufgrund Ihrer Übersichtlichkeit und klaren Struktur angenehm von vielen anderen Angeboten abhebt.

Die Rede ist von U-CAN (kurz für: University & College Accountability Network), einem Angebot des Dachverbandes privater Hochschulen in den USA. Die Informationen in dieser Datenbank stammen von den Institutionen selbst. Momentan haben mehr als 400 private Colleges und Universitäten das U-CAN System mit Daten gefüttert, darunter viele unbekannte Hochschulen, aber auch international bekannte Schwergewichte wie Harvard oder Yale. Staatliche Universitäten sind bei dieser privaten Initiative konsequenterweise nicht dabei.

Das Beste an dieser neuen Datenbank ist, dass für alle Hochschulen ein identisches Format verwendet wird, was es sehr einfach macht, College A und College B und College C zu vergleichen. Jedes Profil enthält die wichtigsten Informationen zu Zulassung, Kosten, Bewerbung, Studienfächern usw. - ohne viel Brimborium: Die Statistiken sprechen für sich. Außerdem gibt es in jedem Profil hilfreiche Buttons, die direkt zu den entsprechenden Unterseiten auf den Homepages der Universitäten führen. So erspart man sich langwieriges Suchen. Um U-CAN verwenden zu können, muss man sich weder einloggen noch irgendwelche Werbung ertragen: sehr angenehm.

Land in Sicht: Studieren in New Orleans

Im Dezember letzten Jahres war Alea Morelock Cot von der University of New Orleans anlässlich einer Vortragsreise in Deutschland. Martina Schulze vom U.S. Generalkonsulat in Hamburg hat mit ihr gesprochen und Interessantes über das Engagement der Studierenden nach Hurricane Katrina, die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Universität und die Fördermöglichkeiten für internationale Studierende erfahren. Den Titel des Interviews (PDF), "Auf der Suche nach einem Stipendium für ein Studium in den USA? Die University of New Orleans sucht gute deutsche Bewerber!" finde ich allerdings ein wenig irreführend, weil damit suggeriert wird, es gebe eine Ausschreibung speziell für Bewerber aus Deutschland. Die Teilstipendien für das Bachelor-Studium und die "assistantships" für Doktoranden richten sich jedoch an Bewerber aus aller Welt. Was die Sache natürlich nicht weniger attraktiv macht. Gefunden bei der USA-Studienberatung der FH Hannover.

Kurzvideos zur Bewerbung an US-Hochschulen

Die Bewerbung an einem amerikanischen College ist eine komplexe Angelegenheit, die nicht nur internationalen Interessenten Kopfzerbrechen bereitet. Auch amerikanische High School Schüler sehen dieser aufwändigen und nervenaufreibenden Prozedur häufig mit einer Mischung aus Engagement, Ratlosigkeit und sogar Angst entgegen. Kein Wunder, dass die Beratungsbranche boomt und das Angebot an Ratgeberliteratur immer unüberschaubarer wird. Auch der Fernsehsender PBS – sozusagen das öffentlich-rechtliche Fernsehen der USA und als solches Garant für Qualität – hat unter dem Titel Ten Steps to College with the Greenes eine Sendung zum Thema College-Bewerbung produziert. Die „Greenes“ sind Howard und Matthew Greene, zwei namhafte Studienberater, die bereits einige Bücher zum Thema veröffentlicht haben.

pbsAusschnitte aus dieser Sendung sind jetzt auch online zu sehen: In den kurzen Clips geben die Leiter der Zulassungsbüros einiger renommierter Hochschulen Hinweise zur Auswahl eines geeigneten College, zur Bedeutung guter Noten und außerschulischer Aktivitäten und zur richtigen Selbstdarstellung in der Bewerbung. Die Sendung ist zwar für ein amerikanisches Publikum gemacht, aber auch für Bewerber aus dem Ausland dürfte es interessant sein, einige Tipps aus erster Hand zu hören. Und sei es nur, um ein Gefühl für die Mentalität und den Jargon zu bekommen, der für das US Bildungssystem typisch ist. Leider sind die zehn Ausschnitte sehr kurz geraten (maximal eine Minute) und können höchstens als Einstieg ins Thema dienen. Wer danach Lust auf die komplette Sendung hat, kann sie im Shop bestellen – zumindest die VHS-Version müsste auch auf deutschen Videogeräten abspielbar sein.

50 US-Colleges auf DVD

Die Entscheidung für ein passendes College fällt auch den meisten amerikanischen High School-Absolventen alles andere als leicht. So erklärt sich die wahre Flut an Suchmaschinen und gedruckten Ratgebern, die die einzelnen Hochschulen portraitieren, quantifizieren und bewerten. Seit kurzem gibt es in den USA nun auch erstmals Kurzportraits von 50 US-Hochschulen auf insgesamt 5 DVDs, die einen möglichst realistischen Eindruck davon vermitteln sollen, wie es sich wirklich anfühlt, an einer bestimmten Institution zu studieren.

Genau an diesen Punkt hapert es nämlich laut Doug Imbruce, dem 24jährigen Grunder der Produktionsfirma „The U“, bei der herkömmlichen College-Ratgeberliteratur: Sie sei weitestgehend an den Fragen, die den „kids“ wirklich unter den Nägeln brennen, vorbei geschrieben. Auf seinen 15minütigen DVD-Touren wummert dagegen elektronische Musik im Hintergrund, während sich in rasanten Schnitten Campus-Szenen mit Studierenden-Interviews abwechseln. Wo studieren die schönsten Frauen, wo gibt’s die wildesten Partys, wo ist der soziale Zusammenhalt am größten, wo muss am meisten gebüffelt werden? Antworten gibt’s jetzt "from students for students."

Zurzeit kann man sich kostenlos das Video über die University of California at Los Angeles (UCLA) in voller Länge anschauen. Das ist nicht nur unterhaltsam, sondern vermittelt Interessenten aus dem Ausland auch eine Vorstellung von diesem für Viele zunächst recht fremden Kosmos der US-College-Kultur und der „undergraduate experience.“ Wohlgemerkt: Das sind keine Werbefilmchen, denn auch Kritik kommt offen zur Sprache: So sitzt man offenbar auch an der Massenuniversität UCLA bisweilen anonym in Vorlesungen mit mehreren Hundert Studierenden und braucht in manchen Seminaren nur in der ersten und letzten Sitzung anwesend zu sein, um seine credits zu erhalten. Kommt uns irgendwie bekannt vor …

Als alleinige Orientierungshilfe reichen die DVDs natürlich nicht aus. Um die sorgfältige Recherche von Studienvoraussetzungen, Kursangebot, Finanzierungsmöglichkeiten etc. wird man auch in Zukunft nicht herum kommen. Aber als Ergänzung zur trockenen Lektüre von Büchern und Websites sind die Videos unbedingt empfehlenswert, zumal Imbruce sich mit der Befragung von 500 Studierenden pro College wirklich um ein repräsentatives Stimmungsbild bemüht hat. Die Nachfrage in den USA ist jedenfalls riesig: Allein der Berufsverband der Studienberater hat bereits 80.000 Exemplare vorbestellt, berichtet der Chronicle of Higher Education, wo ich auf diese Geschichte gestoßen bin.

:: TransatlanTicker ::


XING

Wer schreibt hier?

Willkommen beim TransatlanTicker! Ich heiße Carsten Bösel und bin als Autor, Übersetzer und selbstständiger Studienberater mit Schwerpunkt USA und Kanada tätig. Auf dieser Seite blogge ich regelmäßig über Neuigkeiten aus der nordameri- kanischen Hochschulszene: Studiengänge, Stipendien, Bewerbungstipps, Sprach- und Eignungstests, Postdoc-Stellen, Campusleben und vieles mehr. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Kommentare!

Mehr über meine Arbeit:

TransatlanTicker als RSS-Feed abonnieren!

xml version of this page

Suche im TransatlanTicker

 

Beliebteste Einträge

Kontakt

Status

Online seit 1517 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2. Nov, 11:29

kostenloser Counter