Studium: Studiengaenge

US-Studenten im Bordell: "Sehen Sie sich eigentlich als Feministin?"

Das Semesterprogramm American Culture am privaten Randolph College (Virginia) hat es in sich: "Das Programm bietet einen Blick hinter die Kulissen," heißt es auf der Internetseite der Hochschule. "In diesem Programm zu lernen bedeutet mehr, als in einem Hörsaal zu sitzen; es geht um Erfahrungen aus erster Hand." Und so unternahmen vergangene Woche ein gutes Dutzend Seminarteilnehmer eine Exkursion zur Chicken Ranch, einem Bordell in der Nähe von Las Vegas, wie die Nachrichtenagentur AP am Freitag meldete. Aus rein wissenschaftlichem Interesse, versteht sich: Kursthema in diesem Semester ist die amerikanische Konsumkultur in allen erdenklichen Ausprägungen, einschließlich des Konsums käuflicher Liebe. Zur Vorbereitung auf die Klassenfahrt nach Nevada lasen die Studierenden z.B. The Beauty Myth von Naomi Wolf oder Fear and Loathing in Las Vegas von Hunter Thompson. Berührungsängste gab es offenbar vor allem seitens der Prostituierten, von denen sich lediglich zwei zum Gedankenaustausch mit den Studierenden bereit erklärten. Auf die Frage, ob sie sich als Feministin sehe, entgegnete Alexis, eine Blondine in Jeans und Plateaustiefeln: "Die meisten Frauen in diesem Geschäft haben zu Hause die Hosen an." Und gibt es immer noch Sonderpreise für amerikanische Soldaten? Antwort: ja.

Der Besuch im "besten kleinen Puff des Westens" (Selbstbeschreibung des Etablissements) ist eine pikante Angelegenheit: Nevada ist der einzige US-Staat, in dem Bordelle erlaubt sind. Kein Wunder also, dass der Ausflug am vergangenen Wochenende in den USA für Schlagzeilen sorgte. Und etwas scheinheilig kommt die Kritik der Hochschulleitung über die "reißerische Berichterstattung" in den Medien daher. Eine bessere Reklame kann man sich kaum wünschen. Das ziemlich einzigartige Programm ist übrigens auch für Bachelorstudenten aus dem Ausland interessant, die sich ein Semester lang mit ausgewählten Aspekten der US-Kultur beschäftigen möchten. In jedem Semester wird ein anderes Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, z.B. der amerikanische Bürgerkrieg, die Bürgerrechtsbewegung, die NASCAR-Autorennen oder die amerikanische Spielart des Kapitalismus. Der Unterricht wird bereichert durch zahlreiche Ausflüge zu authentischen Schauplätzen sowie eine achttägige Abschlussfahrt. Bisher ging es z.B. nach New Orleans, Walt Disney World oder ins Civil Rights Memorial Center in Montgomery, Alabama.

Master-Studiengang in Klimastudien an der Columbia University, New York

Übers Wetter reden alle, und über Unwetter erst recht. Aber wie genau die Klimakatastrophen, die sich in den letzten Jahren zu häufen scheinen, entstehen und – genauso wichtig – wie sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf die damit verbundenen und nur teilweise zu kontrollierenden Risiken einstellen können, das wissen nur wenige. Ein neuer einjähriger Master- Studiengang an der Columbia University (New York) möchte hier Abhilfe schaffen: Im Rahmen des interdisziplinären M.A. Program in Climate and Society sollen die komplexen Verbindungen zwischen Klimawandel und der menschlichen Gesellschaft herausgearbeitet und für den politischen Entscheidungsprozess nutzbar gemacht werden.

Zu den Kursthemen gehören z.B. Klimavariabilität und –wandel und deren Auswirkungen, die Klimaempfindlichkeit natürlicher und menschlicher Systeme, Politik unter Bedingungen der Unsicherheit, nationale und internationale Umweltpolitik, Umweltökonomik sowie Forschungspraktika in verschiedenen Bereichen.

Wer sich für diesen innovativen und spannenden Studiengang bewerben möchte, muss nicht bereits meteorologischer Experte sein, sollte aber mindestens über einen Bachelorabschluss in einer der Natur-, Ingenieurs- oder Sozialwissenschaften verfügen. Arbeitserfahrung ist nicht unbedingt erforderlich. Ansonsten müssen die für eine Bewerbung an einer US-Universität typischen Unterlagen eingereicht werden, wie z.B. TOEFL- und GRE- Ergebnisse. Die Gesamtkosten für diesen Studiengang betragen einschließlich der Studiengebühren und Lebenshaltungskosten rund 60.000 US-Dollar. Da es sich beim Klimawandel jedoch um eines der brennendsten Themen unserer Zeit handelt, dürften sich die Absolventen dieses Studiengangs im Anschluss vor Jobangeboten kaum retten können. Eine Bewerbung zum Studienbeginn im September 2006 ist nach Angaben der Hochschule nach wie vor möglich.

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Willkommen beim TransatlanTicker! Ich heiße Carsten Bösel und bin als Autor, Übersetzer und unabhängiger Studienberater mit Schwerpunkt USA und Kanada tätig. Auf dieser Seite blogge ich regelmäßig über Neuigkeiten aus der nordameri- kanischen Hochschulszene: Studiengänge, Stipendien, Bewerbungstipps, Sprach- und Eignungstests, Postdoc-Stellen, Campusleben und vieles mehr. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Kommentare!

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