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TOEFL & Co.

Relax: SAT-Rap aus Brooklyn

[19.11.09] Der November ist für alle amerikanischen High School Schüler, die sich um einen Studienplatz bewerben, einer der stressigsten Monate. Bewerbungsschluss für das kommende Studienjahr ist zwar meistens erst im Januar, aber vorher müssen noch Essays geschrieben, Empfehlungsschreiben eingeholt und oftmals auch noch der Eignungstest SAT abgelegt werden. Da gleichzeitig der reguläre Schulunterricht weitergeht, bleibt manchmal kaum noch Zeit zum Durchatmen. Um sich auf den SAT-Test vorzubereiten und gleichzeitig die Anspannung ein wenig herauszunehmen, haben Schülerinnen und Schüler an der öffentlichen Williamsburg Charter High School im New Yorker Stadtteil Brooklyn vor kurzem einen SAT-Rap aufgenommen, samt dazugehörigem Video:



Alle Personen im Video sind Schüler, Lehrer und Angestellte der Schule. Die große Mehrheit der Schüler an der Williamsburg Charter High School stammen aus einkommensschwachen Familien, wo bisher noch niemand einen College-Abschluss hatte. Entsprechend groß ist die Nervosität, je näher der Test rückt. Der Text des Songs "Relax" nennt alle wichtigen Dinge, die zu beachten sind, um eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Nur ein kleiner Fehler hat sich eingeschlichen: Die Analyse von Analogien ("Analogies don't scare me the least …") ist seit 2005 nicht mehr Bestandteil des SAT.

TOEFL wieder teurer: Neue Gebühren ab Juli 2009

Erst vor gut einem Jahr gab es die letzte Preiserhöhung für den Englischtest TOEFL: Um satte 20 Prozent stiegen damals die Gebühren von vormals 155 US-Dollar auf 185 US-Dollar. Nun hat der Veranstalter ETS erneut zugeschlagen und zum 1. Juli 2009 die Preise ein weiteres Mal erhöht. Testteilnehmer in Deutschland und den meisten anderen westeuropäischen Ländern müssen nun 225 US-Dollar hinblättern. Das entspricht abermals einer Gebührenerhöhung um 20 Prozent! Innerhalb von nur drei Jahren ist der Preis für den Test damit um insgesamt 60 Prozent gestiegen. Was müssen das für Kosten und Investitionen in Forschung, Entwicklung, Verbreitung und Erreichbarkeit des Tests sein, mit denen der Veranstalter, immerhin eine gemeinnützige Einrichtung, eine solche Kostenexplosion begründet?!

Jetzt fehlt nicht mehr viel, und der TOEFL ist genauso teuer wie sein größter Konkurrent IELTS, der derzeit mit Gebühren von 170 Euro (momentan rund 240 US-Dollar) noch leicht in Führung liegt. Bei diesem Wettlauf gibt es leider seitens der Studierenden nur Verlierer. Immerhin: Wer Freunde in Polen oder Tschechien hat, kann einen Besuch mit dem TOEFL verbinden und Geld sparen, denn dort kostet der Test aufgrund der schlechteren wirtschaftlichen Gesamtsituation etwas weniger, nämlich 185 US-Dollar (Polen) bzw. 200 US-Dollar (Tschechien). Noch günstiger gibt's ein TOEFL-Ergebnis in Dänemark, denn dort wird noch das alte papierbasierte Format durchgeführt, das nur 150 US-Dollar kostet. TOEFL-Tourismus: vielleicht eine Marktlücke?

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TOEFL-TV: Vorbereitung mit YouTube

Die Möglichkeiten zur Vorbereitung auf den Englischtest TOEFL haben sich kürzlich um eine neue Komponente erweitert, denn der Testveranstalter ETS hat mit TOEFL TV einen entsprechenden Kanal bei YouTube eingerichtet. Seit einigen Wochen sind dort nun ein paar Dutzend Kurzfilme zu besichtigen, in denen Englischlehrer Tipps zum Vokabellernen, zum Einüben typischer Kommunikationssituationen oder zur richtigen Aussprache geben. Auch Schüler und Studenten kommen zu Wort, bislang allerdings nur in einer Handvoll professionell produzierter Videos, in denen Amerikaner die Hauptrollen spielen. Das Ganze bleibt recht allgemein; konkrete Tipps zur effektiven Testvorbereitung konnte ich jedenfalls bislang nicht entdecken. Ob TOEFL-TV für Bewerber mit guten Vorkenntnissen eine Hilfe darstellt, sei folglich einmal dahingestellt. Richtig interessant dürfte es erst werden, wenn Nutzer ihre eigenen Videos hochladen und darin von ihren praktischen Erfahrungen mit dem Test berichten. Da jedes hochgeladene Video allerdings erst einer Prüfung durch ETS unterzogen wird, darf bezweifelt werden, dass hier wirkliche Insider-Tipps öffentlich zu sehen sein werden.

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MBA-Studium: Bewerbung mit GMAT oder GRE?

Jahrzehntelang war die Sache klar: Wer sich an einer Business School in den USA für ein MBA-Programm bewerben wollte, musste den Graduate Management Admission Test, kurz GMAT, ablegen und ein möglichst gutes Ergebnis erzielen. Doch im vergangenen Jahr räumten zwei der renommier- testen US-Universitäten, Stanford und das MIT, ihren MBA-Bewerbern offiziell die Möglichkeit ein, stattdessen ein Ergebnis aus der Graduate Record Examination (GRE) einzureichen. Die Johns Hopkins University in Baltimore hat inzwischen nachgezogen, und viele andere Institutionen akzeptieren im Einzelfall stillschweigend auch Bewerbungen mit GRE statt GMAT. Der GRE kommt eigentlich bei Bewerbungen für Master- und Doktorandenprogramme in den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften zum Tragen, während der GMAT speziell für den BWL-Bereich zugeschnitten ist. Dass das GMAT-Monopol an den US Business Schools nun wackelt, hat viel mit sich ändernden Märkten, einem verlorenen Vertrag und wachsender Konkurrenz zu tun, wie kürzlich im Online-Magazin Inside Higher Ed zu lesen war.

Statt des GMAT auch den GRE bei MBA-Bewerbern zu akzeptieren, hat den Befürwortern dieser Option zufolge viele Vorteile: Zum einen werden dadurch womöglich intellektuell vielseitiger interessierte Bewerber für ein MBA-Studium gewonnen, die sich zeitgleich z.B. für eine Promotion in Volkswirtschaft interessieren und dafür ohnehin den GRE ablegen müssen. Außerdem ist dieser Test mit 140 US-Dollar deutlich preisgünstiger als der GMAT, der $250 kostet. Unter denjenigen, die den GRE ablegen, sind überdies Frauen und frisch graduierte Bachelorabsolventen stärker vertreten als beim GMAT, der mehrheitlich von Männern mit mehrjähriger Berufserfahrung gewählt wird. Warum also nicht in beiden Bewerbergruppen fischen, dachte man sich an Stanford und erlaubte die Bewerbung mit GRE. Im ersten Jahr sind es zwar nur drei Prozent des MBA-Jahrgangs gewesen, die diese Option wahrnahmen, aber das Experiment soll weitergehen.

Dass trotz großem Interesse unter anderen US-Business Schools nicht mehr Institutionen offiziell den GRE akzeptieren, liegt nicht zuletzt an dem Druck, den der Graduate Management Admission Council (GMAC), ein Verbund führender Business Schools und Erfinder und Eigentümer des GMAT, auf seine Mitglieder ausübt, beim bewährten Test zu bleiben. Im Jahr 2003 kam es zum Eklat, als der GMAC dem Testveranstalter ETS, der den GMAT seit Jahrzehnten entwickelt und durchgeführt hatte, völlig überraschend dadurch brüskierte, den Vertrag nicht zu verlängern und die Verwaltung des Tests stattdessen dem großen Konkurrenten Pearsons zu übertragen. Bei rund 250.000 GMAT-Tests pro Jahr brachen ETS damit erhebliche Einnahmen weg. ETS ist neben dem Englischtest TOEFL auch für den GRE verantwortlich, und dass die Firma seitdem bei zahlreichen Business Schools massiv für einen Wechsel zum GRE wirbt, ist vor diesem Hintergrund umso verständlicher.

Wie die Fehde zwischen GMAC und ETS ausgeht, ist offen. Mit einer Erweiterung der Testoptionen wäre auf jeden Fall den vielen Bewerbern gedient, die sich nicht nur für ein MBA-Studium interessieren, sondern auch für einen verwandten Master in Public Administration (MPA) oder einen Master in Economics, für die der GRE Pflicht ist. So ließe sich vermeiden, beide Tests absolvieren zu müssen. Ob diese standardisierten Tests überhaupt sinnvoll für die Voraussage von Studierfähigkeit und Studienerfolg sind, steht freilich auf einem ganz anderen Blatt. Doch bis sich US-Universitäten dazu durchringen, auf Zulassungstests ganz zu verzichten und stattdessen mehr Wert auf Noten und andere, qualitative Eignungsprüfungen zu legen, wird noch viel Zeit ins Land gehen. Insofern wäre es sehr zu begrüßen, wenn sich mehr Business Schools der GRE-Bewegung anschlössen und ihren Bewerben das Leben zumindest etwas leichter machten.

SAT Tipps und Tricks: Nicht zur Nachahmung empfohlen

Der Eignungstest SAT gehört an den meisten US-Hochschulen zu einer Bewerbung für das Bachelorstudium dazu. Er besteht aus drei Teilen (Verbal, Mathe, Essay), in denen jeweils maximal 800 Punkte zu erreichen sind. Dass diese Prüfung, mit der die allgemeinen kognitiven und analytischen Fähigkeiten von Studienbewerbern abgefragt werden, nicht von Pappe ist, sieht man daran, dass viele US High School Schüler sie mehr als einmal ablegen, um sukzessive eine bessere Punktzahl zu erreichen und damit ihre Zulassungschancen zu erhöhen. Demnächst können Testkandidaten sogar festlegen, die Resultate welchen Versuchs sie an die Unis übermitteln lassen wollen, so dass letztere gar nicht mehr erkennen können, wie oft und mit welchen Ergebnissen der SAT insgesamt abgelegt wurde. Aber selbst wenn wie bisher die Punktzahlen aller abgelegten Prüfungen an die Unis übermittelt werden, filtert die Computersoftware in den Zulassungsbüros insbesondere der größeren US-Universitäten meist automatisch nur die besten Ergebnisse aus jedem Teilbereich heraus und stellt einen "Superscore" zusammen.

Diese Tatsache hat nun offenbar einige besonders gewitzte Bewerber auf eine Idee gebracht, wie man das System überlisten kann: Der Trick besteht darin, den SAT insgesamt drei Mal abzulegen und sich dabei jedes Mal ausschließlich auf einen der drei Teile zu konzentrieren. Am Ende hat man dann drei SAT-Ergebnisse von, sagen wir, 200/200/680 beim ersten Versuch, 650/200/200 beim zweiten und 200/700/200 beim dritten. Wer diese Strategie anwendet, spekuliert darauf, dass die Computersoftware der Unis automatisch das jeweils beste Ergebnis herauszieht und somit ein tolles Gesamtergebnis von 650/700/680 herauskommt, ohne dass jemand den Braten riecht. Selbst wenn, wie insbesondere an kleineren Colleges üblich, die SAT-Ergebnisse noch "von Hand" durchgesehen werden und somit die starken Diskrepanzen deutlich werden, könne man davon ausgehen - so die Theorie - dass den Zulassungsleuten klar ist, dass hier ein cleverer Stratege am Werk war, der einfach das Beste aus dem Test machen wollte und die Sache folglich nicht negativ ausgelegt wird. Wie ich höre, wird diese Strategie zumindest in den USA sogar in SAT-Vorbereitungskursen einiger Anbieter empfohlen.

Aus drei Gründen kann ich nur davon abraten, diesen Weg zu gehen: Erstens ist überhaupt nicht gesagt, dass man allein deshalb z.B. Mathematikaufgaben besser lösen kann, weil man sich beim vorangegangenen Leseverständnisteil eine Stunde ausgeruht hat. Das Gegenteil - Konzentrationsverlust - scheint mir wahrscheinlicher zu sein. Zweitens weiß ich aus zahlreichen Gesprächen, dass einige Hochschulen ganz und gar nicht wohlwollend reagieren, wenn jemand viel Zeit und Geld verschwendet, um auf diese Weise zu höheren Punktzahlen zu kommen, während andere Bewerber den Test ein- oder zweimal ablegen, in allen drei Teilen ihr Bestes geben und sich dann wieder um die Schule kümmern . Und drittens ruft ein solches Testverhalten unter Umständen den Testveranstalter College Board auf den Plan, weil bei Unterschieden von mehreren hundert Punkten zwischen zwei Tests der begründete Verdacht besteht, dass hier unerlaubte Hilfsmittel verwendet wurden. Sobald in dieser Frage ermittelt wird, kann es zu langen Verzögerungen bei der Weiterleitung der Punktzahlen an die Universitäten kommen. Möglicherweise ist die Bewerbungsfrist dann abgelaufen. Alles in allem also eine höchst riskante Strategie, die ich niemandem empfehlen würde.

Übrigens scheuen auch seriöse amerikanische Hochschulen mitunter nicht davor zurück, mit SAT-Ergebnissen Schindluder zu treiben - sind diese doch ein wichtiges Kriterium für die jährlichen Rankings: Je höher die durchschnittlichen SAT-Resultate der angenommenen Bewerber an einer Hochschule, so die seltsame Logik der Ranking-Macher, desto besser die Qualität der Ausbildung. Um in den Ranglisten der Zeitschrift US News & World Report in die oberste Liga aufzusteigen, bot z.B. kürzlich die christlich geprägte Baylor University in Waco, Texas, ihren frisch zugelassenen Studierenden einen Bonus von 300 Dollar sowie ein Stipendium von jährlich 1.000 Dollar, wenn sie den SAT nachträglich noch einmal ablegten und dabei um mindestens 50 Punkte besser abschnitten. Nun ist es in den USA keine Seltenheit, dass Stipendien aufgrund von SAT-Punktzahlen vergeben werden und dass Studierenden auch nach der Zulassung die Möglichkeit eingeräumt wird, ihr Testergebnis zu verbessern, um sich für die Fördermittel zu qualifizieren. Die zynische Abgebrühtheit, mit der an Baylor mithilfe finanzieller Anreize systematisch an den Testzahlen herumgebastelt wurde, um in den Rankings zu punkten, sucht jedoch seinesgleichen und hat zu Recht für heftige Kritik gesorgt.

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Sprachtests: Konkurrenz für TOEFL und IELTS

Zu jeder Bewerbung an einer Hochschule im englischsprachigen Ausland gehört der Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse mittels eines standardisierten Tests. In Nordamerika ist dies traditionell der Test of English as a Foreign Language (TOEFL), während in den Commonwealth-Ländern Großbritannien, Australien oder Neuseeland ein Ergebnis im International English Language Testing System (IELTS) bevorzugt wird. Allerdings steigt die Akzeptanz des IELTS auch in Nordamerika kontinuierlich. Neben diesen beiden Marktführern, die sich inhaltlich nur noch geringfügig unterscheiden, seitdem auch im TOEFL eine Sprechkomponente eingeführt wurde, gibt es noch einige andere Englischnachweise wie die Cambridge-Zertifikate oder die Michigan English Language Assessment Battery (MELAB) der University of Michigan, die jedoch weit weniger verbreitet sind.

Man könnte also meinen, der Markt für Englisch-Sprachtests sei dicht. Ganz und gar nicht, findet der britische Medienkonzern Pearson, und kündigt für kommendes Jahr einen neuen Test mit dem Titel Pearson Test of English (PTE) an, wie kürzlich im Online-Magazin Inside Higher Ed zu lesen war. (Vor kurzem hatte der Konzern bereits einen anderen neuen Test vorgestellt, mit dem Schüler bereits vor Studienbeginn credits für vorhandenes Wissen erwerben können.) Der entscheidende Unterschied zu TOEFL und IELTS soll nun darin bestehen, dass die Colleges und Universitäten nicht nur die Punktzahlen der Testpersonen erhalten, sondern digitale Audiodateien, auf denen das aktive Sprechvermögen eines Bewerbers festgehalten ist: keine Aufzeichnungen von abgelesenen Antworten, sondern spontane Reaktionen auf Fragen, wie sie auch im Seminarraum gestellt werden. So können die Zulassungsgremien sich mit eigenen Ohren überzeugen, ob jemand gut genug Englisch spricht, um sich aktiv an Seminardiskussionen zu beteiligen.

Genau in diesem Punkt gibt es nämlich seit Jahren Beschwerden von Seiten der Hochschulen, da viele ausländische Studierende, insbesondere aus dem asiatischen Raum, zwar wunderbar die englische Grammatik beherrschen und auch hochkomplexe Texte verstehen können, aber beim Sprechen kaum einen verständlichen Satz herausbringen. Das wird besonders dann zum Problem, wenn internationale Doktoranden auch Lehraufgaben übernehmen oder wenn Studiengänge explizit auf aktive Diskussion ausgerichtet sind wie z.B. im Masters of Business Administration (MBA). Wer hier passiv bleibt und schweigt, verpasst nicht nur einen wichtigen Teil der Ausbildung, sondern trägt auch nichts zur Bereicherung der anderen Studierenden bei.

Und so wird die Entwicklung des neuen Sprachtests nicht zufällig vom amerikanischen Graduate Management Admission Council maßgeblich unterstützt, der MBA-Programme repräsentiert und 2006 bereits den Zulassungstest GMAT in die Hände von Pearsons gegeben hat. Diese Kooperation wird es Pearsons erleichtern, mit den neuen Test, der im Oktober 2009 offiziell starten soll, in den Markt einzudringen und das selbstgesteckte Ziel zu erreichen, den PTE innerhalb von fünf Jahren genauso bekannt zu machen wie TOEFL und IELTS. Die Konkurrenz gibt sich gelassen: Der Educational Testing Service (ETS), der den TOEFL veranstaltet, kann den Plänen von Pearsons nichts Neues abgewinnen. Sprecherin Eileen Tyson weist darauf hin, dass auch der TOEFL eine Sprechkomponente enthalte, die von eigens dafür ausgewählten Experten evaluiert werde: "Ich bin mir nicht sicher, ob das durchschnittliche Mitglied eines Zulassungsgremiums dieselbe Expertise zur Bewertung von Sprechkompetenz hat wie jemand, der extra dafür ausgebildet wurde."

Manche wittern im Pearsons Test dann auch eine neue Form der Diskriminierung anhand der Aussprache: Wer undeutlich spricht oder einen exotischen Akzent hat, fliegt raus. Andererseits haben bereits mehr als genug Bachelorstudenten die leidvolle Erfahrung mit ausländischen Dozenten gemacht, deren Vorlesungen akustisch partout nicht zu verstehen waren. Den Nagel auf den Kopf trifft wahrscheinlich ein ironischer Kommentar bei Inside Higher Ed, der auch englische Muttersprachler zu dem Test verpflichten möchte - denn wenn es darum geht zu überprüfen, ob jemand auf Englisch kommunizieren kann, schneiden auch viele US College-Absolventen nicht gut ab: "Die Zahl der sogenannten Muttersprachler, die nicht einen einzigen zusammenhängenden Satz ordentlich artikulieren können, ist enorm. Hört doch nur mal den meisten Leuten, vor allem Teenagern und Twens zu, und zählt, wie oft sie Füllwörter wie "like", "I mean" oder "you know" völlig ohne Zusammenhang benutzen. Das ist keine effektive Kommunikation, sondern ziemlich grottiges Englisch."

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Neuer Test zum Studium in den USA: vorhandenes Wissen anerkennen lassen und Geld sparen (UExcel)

Sitzt man in der Schule oder in der Uni in einem Kurs, in dem einem die meisten Lehrinhalte bereits bekannt sind, ist das mindestens langweilig. Richtig ärgerlich wird es, wenn man dafür auch noch einen Haufen Geld bezahlen muss, wie beispielsweise an amerikanischen Colleges und Universitäten. Dort bestehen die ersten beiden Jahre des Bachelorstudiums überwiegend aus einem "studium generale", d.h. Einführungsvorlesungen aus einer großen Bandbreite von wissenschaftlichen Disziplinen, bevor es dann meist ab dem dritten Jahr mit dem eigentlichen Hauptfach losgeht. Wer also schon in der Schule ein Mathe-Ass war oder sich in seiner Freizeit ausgiebig mit der westlichen Philosophiegeschichte von Plato bis Derrida beschäftigt hat, sollte die entsprechenden Pflichtkurse am College eigentlich nicht noch einmal belegen müssen. Erstens kostet das unnötig Geld, und zweitens ließe sich das Studium um bis zu ein Jahr verkürzen, wenn man sich bereits vorhandenes Wissen anrechnen lassen könnte.

"Get credit for what you already know" lautet dann auch die Formel für eine Reihe von Tests, mit denen man in den USA bereits vor dem Besuch einer Hochschule einige der einführenden Pflichtkurse abhaken kann. Sehr gute Leistungen in den anspruchsvollen Advanced-Placement (AP)-Kursen, die an vielen amerikanischen High Schools in diversen Fächern angeboten werden und in etwa unseren Leistungskursen am Gymnasium entsprechen, werden zum Beispiel häufig auf das Bachelorstudium angerechnet. Außerhalb der High Schools gibt es die sogenannten CLEP-Examen (College-Level Examination Program), die vom College Board zu 34 verschiedenen Themen angeboten werden. Je nachdem, wie großzügig eine Hochschule bei der Anerkennung von CLEP-Ergebnissen verfährt, können für einen sehr gut bestandenen Test bis zu vier Einführungskurse, d.h. ein ganzes Semester, erlassen werden. Und das für 70 US-Dollar Testgebühr.

Nun hat CLEP Konkurrenz bekommen: Die Firma Pearson, einer der Riesen im Bereich der kommerziellen Bildungsangebote, hat einen ähnlichen Test entwickelt, der zurzeit in einer Probephase läuft: UExcel. Diese computer- gestützten Prüfungen, die angeblich von mehr als 3.000 Colleges und Universitäten akzeptiert werden, gibt es momentan in den Fächern College Writing, Statistik, Mathematik, Physik, Psychologie und Politik. Die Credit points kommen dabei vom Excelsior College, einer nicht weiter erwähnenswerten, aber akkreditierten Fernuniversität in Albany, New York. Die Firma Pearsons kümmert sich um die technische Durchführung der Prüfungen in rund 1.000 Testzentren in mehr als 100 Ländern. Feste Termine soll es keine geben; stattdessen soll es möglich sein, einfach in einem Testzentrum aufzukreuzen und 15 Minuten später den Test zu machen. Kosten pro Test: 85 US-Dollar.

Ob dies für deutsche Abiturienten eine sinnvolle Investition von Zeit und Geld ist, sei dahingestellt. Nicht selten erkennen amerikanische Hochschulen ohnehin Leistungs- und Grundkurse aus der Sekundarstufe II an und erlassen guten deutschen Bewerbern bis zu einem Jahr Studienzeit. Auch ist nicht gesagt, dass die über UExcel erbrachten Credits auch wirklich von der US-Wunschuni anerkannt werden. Hier sollte man sich vorher genau informieren.

Bis 15. November 2008 kann man allerdings kaum etwas verkehrt machen, denn Pearsons bietet die UExcel-Tests in Mathe, Physik, Psychologie und Politik bis zu diesem Termin kostenlos an. Warum? Die vier Prüfungen befinden sich noch in der Beta-Phase, und Pearson benötigt so viele Probanden wie möglich, um anschließend anhand der Ergebnisse die Anerkennung vom American Council of Education (ACE) zu erhalten. Also, einen Versuch ist es wert - eventuell lässt sich ja damit später das USA-Studium geldsparend verkürzen. Die deutschen Testzentren befinden sich in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München. Wichtig: Um die Testgebühr erlassen zu bekommen, bei der Online-Anmeldung einfach den Promo-Code "DOS" eingeben.

SAT und ACT: Testergebnisse im Vergleich

Zur Bewerbung für ein Bachelorstudium an einer amerikanischen Hochschule gehören häufig ein oder mehrere Eignungstests. Am weitesten verbreitet ist der SAT: Die drei Buchstaben standen ursprünglich unter anderem für "Scholastic Aptitude Test", und noch heute nimmt der vom College Board veranstaltete Test für sich in Anspruch, die Studierfähigkeit von High School-Absolventen auf einigermaßen objektive Weise zu prognostizieren. Im rund dreistündigen SAT Reasoning Test geht es nicht um Fachwissen, sondern um allgemeine analytische Fähigkeiten, die anhand verschiedener sprachlicher und mathematischer Aufgaben geprüft werden. Des Weiteren sind zwei kurze Essays zu vorgegebenen Fragestellungen zu verfassen.

Die Essay-Komponente wurde erst kürzlich eingeführt, u.a. um den Zulassungsleuten an den Universitäten garantiert eigenhändig verfasste Texte zu liefern, die sie mit den oft stark aufpolierten und teilweise mit unzulässiger Hilfe zustande gekommenen Bewerbungsessays vergleichen konnten. Nachdem nun erste Ergebnisse vorliegen, hat das College Board jedoch kürzlich mit entwaffnender Ehrlichkeit zugegeben, dass der vor drei Jahren mit viel Tamtam eingeführte "New SAT" inklusive Essays auch keine besseren Prognosen über die Studieneignung zulässt als die alte Version. Seit Einführung der neuen Fassung haben sogar mehr als 40 US-Hochschulen darauf verzichtet, den SAT als obligatorischen Bestandteil der Bewerbung zu verlangen -- Tendenz steigend.

Als Alternative zum SAT akzeptieren immer mehr Hochschulen auch die American-College-Testing-Prüfung, kurz: ACT, die neben sprachlichen und mathematischen auch naturwissenschaftliche Aufgaben beinhaltet. Essays werden bei diesem Examen nicht verlangt. Beide Tests kann man auch mehrmals pro Jahr in Deutschland absolvieren: Den SAT zum Beispiel in Berlin, Bonn, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, München und Stuttgart; den ACT in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Dresden, München, Stuttgart und Braunschweig. Näheres zu Anmeldung, Terminen, Kosten etc. bitte hier nachlesen.

Nun soll es ja nicht nur in den USA Leute geben, die sicherheitshalber beide Tests absolvieren, um anschließend das bessere Ergebnis für die College-Bewerbung einzusetzen. Da die Tests allerdings recht unterschiedlich aufgebaut sind und verschiedene Bewertungsskalen verwenden, fällt die Antwort auf die Frage, welches von beiden denn nun das bessere Ergebnis ist, oft gar nicht so leicht. Hier haben die beiden Veranstalter nun Abhilfe geschaffen und auf der Grundlage einer gemeinsamen Studie eine Konkordanz [pdf] erstellt, mit deren Hilfe sich die Punktzahlen aus dem "neuen" SAT und dem ACT vergleichen lassen. Natürlich inklusive einer seitenlangen Erklärung, warum das Ganze aufgrund der vielen Unterschiede mit Vorsicht zu genießen ist. Als Richtwerte sind die Zahlen aber sicher nicht uninteressant.

Bewerber aus dem Ausland sollten allerdings eine ganz andere Frage stellen: nämlich ob SAT- bzw. ACT-Ergebnisse überhaupt von ihnen verlangt werden. Wie ich bei meinem USA-Besuch im vergangenen Monat mehrfach bestätigt bekommen habe, verzichten vor allem selektive US-Hochschulen zunehmend auf standardisierte Eignungstests von internationalen Bewerbern, selbst wenn sie sie von US High School-Absolventen verlangen. Der Grund für diesen kleinen, aber feinen Trend ist vor allem darin zu suchen, dass viele Kritiker der Tests nicht ganz zu Unrecht der Ansicht sind, dass insbesondere der sprachliche Teil zu stark auf (weiße) Amerikaner zugeschnitten ist, um Rückschlüsse auf die Qualifikation von Bewerbern anderer Kulturen zuzulassen. Also: Vor der Anmeldung zu einem oder gar beiden Tests unbedingt bei den Colleges und Universitäten nachfragen! So lassen sich eventuell viel Zeit, Geld und Mühe sparen.

TOEFL ab April 2008 teurer

Nur knapp zwei Jahre nach der letzten Preiserhöhung wird sich die Gebühr für den Sprachtest TOEFL zum 1. April 2008 erneut um saftige 20% erhöhen, wie der Testveranstalter ETS vor ein paar Tagen angekündigt hat. Bisher kostet die Teilnahme 155 US-Dollar; künftig werden es nun 185 US-Dollar sein. Da kann man derzeit nur von Glück sagen, dass die Erhöhung bis auf weiteres vom günstigen Wechselkurs aufgefangen wird. Wer ein TOEFL-Ergebnis benötigt und sich die 30 Dollar sparen möchte, sollte daher versuchen, noch einen Termin bis zum 31. März zu bekommen. Die aktuelle Liste gibt es hier. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass der TOEFL trotz Preiserhöhung immer noch günstiger ist als die Alternative IELTS, die 170 Euro kostet.

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Systemabsturz beim TOEFL: keine Panik!!

Vor vier Tagen - am 15. Dezember 2007 - gab es bei der Durchführung des Sprachtest TOEFL erhebliche technische Probleme. Mit der Folge, dass der Test vielerorts nur eingeschränkt oder überhaupt nicht durchgeführt werden konnte. An manchen Testzentren, auch im deutschsprachigen Raum, warteten die Teilnehmer mitunter mehrere Stunden, um schließlich unverrichteter Dinge wieder nach Hause zu gehen. Dieser globale Crash ist deshalb besonders ärgerlich, weil die Bewerbungsfristen vieler amerikanischer Hochschulen nahen. Bei vielen Betroffenen liegen jetzt eventuell die Nerven blank, zumal bei der zuständigen Firma Prometric wie so oft telefonisch zunächst nichts über das weitere Vorgehen zu erfahren war.

Hier nun die Entwarnung vom Veranstalter ETS: Es wird einen Ersatztermin am 5. Januar 2008 geben. Alle vom Systemausfall Betroffenen, die an diesem Tag Zeit haben, sollten sich nicht bei Prometric melden, sondern Geduld haben und auf eine E-Mail oder einen Anruf innerhalb der nächsten fünf Tage warten. Dann können auch andere Ausweichtermine persönlich vereinbart werden.

Wer den Ersatztermin am 5. Januar 2008 definitiv nicht wahrnehmen kann, sollte jedoch direkt Kontakt zu Prometric aufnehmen, um einen Termin an einem anderen Ort zu vereinbaren. Die Telefonnummer für Europa (Region 12) lautet: 0031-320-239-540.

Für diejenigen, die durch die technische Panne ihre Bewerbungsfristen versäumen und kein TOEFL-Ergebnis termingerecht einreichen können, hat ETS einen Brief verfasst, der die Situation erläutert und den Zulassungsbüros der Universitäten zugeschickt werden kann. Wer einen solchen Brief benötigt, kann ihn hier anfordern. Es besteht also kein Grund zur Beunruhigung: Niemand wird wegen dieses Systemausfalls an einer Hochschule abgelehnt werden.

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Willkommen beim TransatlanTicker! Ich heiße Carsten Bösel und bin als Autor, Übersetzer und selbstständiger Studienberater mit Schwerpunkt USA und Kanada tätig. Auf dieser Seite blogge ich regelmäßig über Neuigkeiten aus der nordameri- kanischen Hochschulszene: Studiengänge, Stipendien, Bewerbungstipps, Sprach- und Eignungstests, Postdoc-Stellen, Campusleben und vieles mehr. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Kommentare!

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