USA für Journalisten

USA-Stipendien für Journalisten: Stanford University

Für herausragende internationale Journalisten mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung und guten Englischkenntnissen bietet die kalifornische Stanford University ein Stipendienprogramm, das seinesgleichen sucht: Zwei volle Semester lang können die Stipendiaten des John S. Knight Professional Journalism Program eine Auszeit vom hektischen Redaktionsbetrieb nehmen und an der Hochschule in aller Ruhe Kurse belegen, spezielle Seminare mit Gastrednern besuchen und an einem eigenen Forschungsprojekt arbeiten. Dafür erhalten sie ein großzügiges Stipendium in Höhe von 55.000 US-Dollar, einen Erlass der Studiengebühren sowie Zuschüsse zur Unterkunft, Kinderbetreuung, Krankenversicherung und mehr. Ziel dieses Programms ist es, durch die intensive Fortbildung ausgewählter Journalisten die Qualität der Berichterstattung in Presse, Rundfunk und Internet weltweit zu verbessern.

Die Stipendiaten für das im Herbst 2007 beginnende akademische Jahr sind vor wenigen Wochen bekannt gegeben worden: Sie kommen aus Brasilien, Simbabwe, Australien, Albanien, Schweden, Ungarn, China und der Dominikanischen Republik und absolvieren das Programm gemeinsam mit zwölf amerikanischen Kolleginnen und Kollegen. Bewerben können sich nicht nur Redakteure und Reporter, sondern auch Fotografen, Karikaturisten oder Online-Publizisten. Alle Bewerber müssen unter anderem folgende Unterlagen einreichen: kurze Schilderung des journalistischen Werdegangs, Beschreibung des Forschungsvorhabens, Arbeitsproben, drei Empfehlungsschreiben, drei weitere Referenzen, Nachweis über die Englischkenntnisse sowie eine schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers über die Freistellung für die Dauer des Programms. Bewerbungsschluss für das im Herbst 2008 beginnende Programm ist der 15. Dezember 2007.

US-Stiftung vergibt 5 Millionen Dollar für digitale Medienprojekte im Lokaljournalismus

newschallengeDie Brüder John und James Knight gehörten zu den einflussreichsten Zeitungsverlegern in den USA: Mitte der siebziger Jahre gründeten Sie den Medienkonzern Knight Ridder, der sich bis zu seiner Übernahme durch McClathy im vergangenen Jahr mit 32 Tageszeitungen zum zweitgrößten Zeitungsverlagshaus des Landes entwickelte. Als Journalisten fühlten sich die Knight Brüder besonders der Lokalberichterstattung verpflichtet und förderten bereits zu Lebzeiten journalistische Projekte mit kleineren Summen. Heute vergibt die von ihnen gegründete John S. and James L. Knight Foundation im Rahmen verschiedener Programme Fördergelder in Höhe von jährlich rund 78 Millionen US-Dollar. Bereits zum zweiten Mal ist soeben das Programm Knight News Challenge ausgeschrieben worden, mit dem insgesamt 5 Millionen Dollar für innovative Projekte bereit gestellt werden, die (1) digitale Medien nutzen (2) neue Formen der Berichterstattung im öffentlichen Interesse einsetzen und (3) sich auf ein begrenzten geografischen Raum konzentrieren. Das Beste daran: Die Ausschreibung ist nicht auf die USA begrenzt – jedes Projekt weltweit kann gefördert werden!

Um die Gelder bewerben können sich gemeinnützige Vereine und Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen jeden Alters und jeder Nationalität. Es soll um Projekte gehen, die mit digital verbreiteten Nachrichten und Informationen die Vitalität von Städten und Gemeinden stärken und die Lebensqualität der Menschen dort verbessern, wo sie wohnen, arbeiten und wählen gehen. Die Frage ist: Wie können digitale Gemeinschaften realen Gemeinschaften dabei helfen, ihre Probleme zu erkennen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, so wie es im 20. Jahrhundert die lokalen Tageszeitungen getan haben? Der Wettbewerb ist völlig ergebnisoffen und fordert zum Experimentieren auf: Gefördert werden sowohl Ideen, die noch gar nicht umgesetzt sind, als auch Projekte, die sich bereits in der Pilotphase befinden. Auch neue Geschäftsgründungen, deren Produkte oder Investitionen positive gesellschaftliche Auswirkungen haben, kommen in Frage.

In der ersten Runde des Programms im vergangenen Jahr gingen Fördergelder zum Beispiel an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) für die Arbeit an neuen Formen der High Tech Lokalberichterstattung (5 Millionen) oder an MTV für den Einsatz mobiler Jungreporter in allen 50 US-Staaten, die mittels Handy über den kommenden Präsidentschaftswahlkampf berichten werden (700.000). Neben diesen und anderen "Großprojekten" erhielten aber auch neun Blogger einen Preis von jeweils 15.000 Dollar. In dieser Kategorie gewann unter anderem ein Bachelorstudent an der Carnegie Mellon University mit seinen Ideen zu einem zentralen, benutzergesteuerten Nachrichten- system. Beim letzten Mal war noch kein Projekt von außerhalb der USA unter den Gewinnern – können wir das dieses Jahr ändern? Bewerbungsschluss ist der 15. Oktober 2007. Ideen, bitte.

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Willkommen beim TransatlanTicker! Ich heiße Carsten Bösel und bin als Autor, Übersetzer und unabhängiger Studienberater mit Schwerpunkt USA und Kanada tätig. Auf dieser Seite blogge ich regelmäßig über Neuigkeiten aus der nordameri- kanischen Hochschulszene: Studiengänge, Stipendien, Bewerbungstipps, Sprach- und Eignungstests, Postdoc-Stellen, Campusleben und vieles mehr. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Kommentare!

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