USA fuer Lehrer

Lehrermangel in den USA: Mathe und Naturwissenschaften am stärksten betroffen

Die Nachricht ist nicht neu: Seit Jahren fehlen an den staatlichen Schulen vieler US-Bundesstaaten massiv Lehrkräfte, vor allem in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern. Besonders die Schulbezirke mit einer schwierigen sozialen Gemengelage klagen über zu wenig Zulauf an qualifiziertem Lehrpersonal. Kein Wunder: Um sich als Lehrer -- ein Beruf, der in den USA relativ schlecht bezahlt ist und kein hohes gesellschaftliches Ansehen genießt -- in ein Milieu von zerbrochenen Familien, Armut, Drogen, Kriminalität und Gewalt zu wagen und Risikoschüler so individuell zu fördern, wie es nötig wäre, muss man schon aus voller Überzeugung handeln. Wie dramatisch die Lage ist, verdeutlichen neue Prognosen, nach denen innerhalb der nächsten zehn Jahre landesweit mehr als 200.000 zusätzliche Lehrkräfte benötigt werden, wie die Zeitschrift Christian Science Monitor kürzlich berichtete. In mindestens 10 US-Staaten sind demnach aus der Not heraus jahrelang vakante Stellen mit Quereinsteigern gefüllt worden, von denen bis heute nur etwas mehr als die Hälfte über die staatliche Lehrerlaubnis verfügt.

"Aufgrund von Pensionierungen, überfüllten Klassenräumen und Lehrern, die außerhalb ihres Fachs unterrichten, benötigen wir dringend mehr qualifizierte Mathe-, Chemie-, Physik- und Biologielehrer", sagt z.B. Angelo Collins, Direktor der Knowles Science Teaching Foundation, die Stipendien an Lehrer dieser Fächer vergibt. Mit finanziellen Anreizen versuchen derzeit verschiedene Institutionen, frisch gebackene Hochschulabsolventen und andere Fachkräfte an die sozialen Brennpunkte zu locken. Wer sich bereit erklärt, einige Jahre an einer solchen "high needs"-Schule zu unterrichten, wird beispielsweise von der Verpflichtung befreit, seine staatlichen Studiendarlehen zurückzuzahlen- in vielen Fällen eine Summe im zweistelligen Bereich. Wenn der neue Präsident Obama seine bildungspolitischen Ankündigen wahr macht, wird es in Zukunft noch mehr Stipendien- und Förderprogramme geben, mit denen junge, motivierte Pädagogen Schüler aus bildungsfernen Elternhäusern dabei unterstützen sollen, ihre Stärken zu entdecken und dem Teufelskreis aus Abhängigkeit, Armut und Gewalt zu entkommen.

Doch auch in weniger problembeladenen Schulbezirken fehlen Lehrer. Und da im eigenen Lande offenbar mittelfristig nicht genügend Nachwuchs ausgebildet wird, stehen die Chancen für Ausländer, als Lehrer an einer staatlichen US-Schule zu arbeiten, vorzugsweise in Mathe und den Naturwissenschaften, bis auf weiteres recht gut. Allerdings sind vorab etliche formale und organisatorische Hürden zu überwinden. Wer das deutsche Lehramtsstudium absolviert und das erste und zweite Staatsexamen bestanden hat, bringt formal die nötige Qualifikation mit, um sich für eine Lehrlizenz in den USA zu bewerben. Die Voraussetzungen, um eine (zunächst zeitlich befristete) Lehrerlaubnis zu bekommen, variieren von Bundestaat zu Bundestaat. Oftmals muss eine spezielle Prüfung absolviert, manchmal auch noch ein gewisses Kurspensum zur Weiterbildung belegt werden. Eine Übersicht über die verschiedenen Voraussetzungen und Prozeduren in allen 50 US-Staaten bietet eine Website der University of Kentucky.

Ansprechpartner für Interessenten aus dem Ausland ist in jedem Fall zunächst das Bildungsministerium des jeweiligen Bundesstaates, in dem man unterrichten will. Ganz wichtig: Bildung ist in den USA genau wie bei uns Sache der Einzelstaaten, d.h. eine Lehrerlaubnis für Texas bedeutet nicht, dass man automatisch auch an einer Schule in New York oder Kalifornien unterrichten darf. Erst nachdem die Lehrerlaubnis erteilt wurde, lohnt es sich, Bewerbungen an einzelne Schulen zu schicken. Zeigt eine Schule Interesse, muss noch der rechtliche Aspekt der Arbeitsgenehmigung geklärt werden: Die Schulleitung muss zu diesem Zweck einen umfangreichen Antrag stellen und unter anderem nachweisen, dass keine Amerikaner mit gleicher Qualifikation für die Stelle gefunden werden konnten. Doch genau dies scheint ja vielerorts der Fall zu sein. Eine Menge Aufwand und Papierkram also. Bevor man endlich vor einer Klasse steht, dürften ein bis zwei Jahre ins Land gehen. Einfacher ist dagegen ein Kurzaufenthalt im Rahmen verschiedener Lehreraustauschprogramme (PDF, Amerika Haus München) zu organisieren. Etwas anders sieht es bei US-Privatschulen aus: Die können weitestgehend autonom entscheiden, wer bei ihnen unterrichtet, sodass sich der bürokratische Aufwand unter Umständen erheblich reduziert.

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Fortbildungen für Lehrer 2008: USA und Kanada

Zu meiner Schulzeit in den Achtziger- und Neunzigerjahren war der Englischunterricht "strictly British": Trotz des weitaus größeren Einflusses der amerikanischen Kultur auf den Alltag der deutschen Schüler mussten wir uns streng an die britischen Schreibweisen halten, und der Akzent der heimkehrenden USA-Austauschschüler wurde oftmals nur zähneknirschend toleriert. In acht Schuljahren Englisch gab es lediglich eine Unterrichtseinheit zum Thema USA, und zwar unter dem leicht tendenziösen Titel "American Dreams, American Nightmares." Sonderlich überzeugend wurde uns dieser Stoff allerdings nicht vermittelt, da die wenigsten Englischlehrer bereits in den USA gewesen waren und stattdessen lieber aus der Ferne ihre Vorurteile pflegten. Über Kanada wurde in all der Zeit kein einziges Wort verloren. Terra incognita.

Ob die Inhalte des Englischunterrichts heute immer noch so Großbritannien- lastig sind, ist mir nicht bekannt, aber immerhin gibt es seit 1991 die Lehrerfortbildungen des Deutsch-Amerikanischen Instituts in Tübingen (dai), mit denen jedes Jahr eine Reihe von Englischlehrern eine dreiwöchige Studienreise in die USA und neuerdings auch nach Kanada und Australien unternehmen können. In diesem Jahr geht es nach Portland, Oregon (26. Juli - 17. August 2008) und in die kanadische Metropole Toronto (2. - 24. August 2008). Anhand von Vorträgen und Seminaren an der Uni sowie diversen Exkursionen sollen die Teilnehmer aktuelle und authentische Einblicke in das Thema Vielfalt und Multikulturalität (diversity) erhalten -- ohne Frage ein Schlüsselaspekt zum Verständnis dieser beiden Einwanderungsländer. Vorab gibt es ein Vorbereitungsseminar in Tübingen. Die Schüler, die anschließend in den Genuss eines fachkundigen und durch eigene Anschauung gesättigten Englischunterrichts kommen und vielleicht sogar mal einen zeitgenössischen kanadischen Autor lesen dürfen, sind zu beneiden. Anmeldung noch bis zum 1. April 2008 beim dai Tübingen.

Lehrerfortbildung in Kanada und Australien: Programme des d.a.i. Tübingen 2007

Seit mehr als 20 Jahren organisiert das Deutsch-Amerikanische Institut in Tübingen (dai) Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer an amerikanischen Universitäten. Die dreiwöchigen Programme sind speziell auf die Bedürfnisse von Englischlehrern und –lehrerinnen zugeschnitten und bieten Gelegenheit, kulturelle und landeskundliche Kenntnisse zu vertiefen sowie pädagogische und sprachliche Kompetenzen weiterzuentwickeln. Thematisiert werden aktuelle gesellschaftliche und kulturelle Fragestellungen unter regional- spezifischen Gesichtspunkten. Inhalte des Erziehungs- und Bildungswesens sowie ESL-Methoden (English as a Second Language) werden besonders berücksichtigt. Die universitären Fortbildungsveranstaltungen bestehen aus Vorträgen, Diskussionen und Workshops.

Im kommenden Jahr geht es allerdings erstmals nicht in die USA, sondern nach Kanada und Australien, wo das dai in den letzten Jahren mit der York University (Toronto) und der University of Queensland (Brisbane) zwei weitere Hochschulpartner gewinnen konnte. Die Fortbildungen beinhalten ein vorbereitendes Wochenendseminar in Tübingen sowie einen dreiwöchigen Studienaufenthalt in Toronto bzw. Brisbane (einschließlich der Unterkunft und Verpflegung in einer Gastfamilie) mit zahlreichen Veranstaltungen und Exkursionen sowie den Hin- und Rückflug. Termine:
  • „Exploring the Canadian Multicultural Mosaic“ (Toronto)
    28. Juli – 19. August 2007
  • “Teaching Australia: A Cultural and Historical Introduction” (Brisbane)
    27. Juli – 19. August 2007
Anmeldeschluss für beide Fortbildungen ist der 1. April 2007. Nähere Informationen zum Programm gibt es hier.

Lehrerfortbildung in den USA und Kanada: Programme des d.a.i. Tübingen 2006

Heute früh druckfrisch aus dem Briefkasten gefischt: die neue Broschüre der Lehrerfortbildungen des Deutsch-Amerikanischen Instituts in Tübingen. Im kommenden Jahr geht es im August für jeweils drei Wochen nach Portland, Oregon (USA) oder nach Toronto (Kanada). Mit diesen Fortbildungen, die das d.a.i. seit mittlerweile mehr als 20 Jahren erfolgreich an wechselnden Orten in Nordamerika auf die Beine stellt, erhalten Englischlehrer und -lehrerinnen die Möglichkeit, ihre kulturellen und landeskundlichen Kenntnisse über die USA bzw. Kanada zu vertiefen und ihre pädagogischen und sprachlichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Portland gilt in punkto Lebensqualität als eine der attraktivsten Städte der USA und ist für viele aufgrund des milden Klimas, der faszinierenden Natur, der guten Wirtschaftsentwicklung und des nachbarschaftlichen und umweltbewussten Miteinanders für viele zur Wahlheimat geworden, in der der amerikanische Traum tatsächlich Wirklichkeit wird. Die Teilnehmer der Fortbildung bekommen an der gastgebenden Portland State University anhand von Vorträgen, Diskussionen, Workshops und Exkursionen die Gelegenheit, sich selbst ein Bild davon zu machen.

In Toronto, wo das Programm von der York University begleitet wird, stehen Fragen zu Erfolgen und Schwierigkeiten des Multikulturalismus in der kanadischen Gesellschaft im Vordergrund. Toronto mit seinen zahlreichen ethnischen Vierteln wie Chinatown, Greektown, Little Italy oder Kensington bietet dafür mehr als ausreichend Anschauungsmaterial. Außerdem soll den Erfolgsstrategien des kanadischen Bildungssystems auf den Grund gegangen werden, die zu dem weit überdurchschnittlichem Abschneiden des Landes bei der PISA-Studie geführt haben.

Die Kosten für diese empfehlenswerten und bewährten Programme betragen 2.999 Euro (Toronto) bzw. 3.099 Euro (Portland). Anmeldeschluss für beide Fortbildungen ist der 1. April 2006.

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Willkommen beim TransatlanTicker! Ich heiße Carsten Bösel und bin als Autor, Übersetzer und selbstständiger Studienberater mit Schwerpunkt USA und Kanada tätig. Auf dieser Seite blogge ich regelmäßig über Neuigkeiten aus der nordameri- kanischen Hochschulszene: Studiengänge, Stipendien, Bewerbungstipps, Sprach- und Eignungstests, Postdoc-Stellen, Campusleben und vieles mehr. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Kommentare!

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