Visum & Einreise

Studium, Praktikum und Sprachkurse in den USA werden teurer: US-Regierung erhöht SEVIS-Gebühr

Seit einigen Tagen ist es offiziell: Das US-Heimatschutzministerium erhöht zum 27. Oktober 2008 wie angekündigt die SEVIS-Gebühren, die alle ausländischen Studierenden, Praktikanten, Austauschschüler, Au Pairs und Sprachschüler bei der Beantragung ihres Visums bezahlen müssen. Zur Erinnerung: Bei SEVIS (kurz für "Student and Exchange Vistor Information System") handelt es sich um eine riesige Datenbank, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingerichtet wurde, um die relevanten Daten zu allen Ausländern, die sich mit einem F-, M- oder J-Visum in den USA aufhalten, zu erfassen - damit z.B. nicht erneut Al Quaida-Terroristen an US-Schulen Flugunterricht nehmen und anschließend im Land untertauchen können. Die Kosten für dieses elektronische Überwachungssystem trägt jedoch nicht der amerikanische Steuerzahler, sondern diejenigen, die zu Bildungszwecken in die USA einreisen: daher die SEVIS-Gebühr.

Bislang betrug diese Gebühr 100 US-Dollar. Künftig wird es für alle Antragsteller für ein F-1 oder M-1 Visum das Doppelte sein, nämlich 200 US-Dollar. Wer ein J-1 Visum (z.B. für einen Praktikumsaufenthalt) benötigt, braucht "nur" 180 US-Dollar zu bezahlen. Womit werden diese drastischen Erhöhungen gerechtfertigt? Immerhin habe es in den fünf Jahren seit Einführung des Systems keine Gebührenerhöhung gegeben, heißt es in der offiziellen Ankündigung [pdf]. Außerdem seien die zusätzlichen 100 Dollar doch angesichts der hohen Kosten, die mit einem Studium in den USA verbunden sind, nicht weiter der Rede wert. Im Gegenzug soll das System mit den neuen Einnahmen optimiert werden und besseren Service bieten. Davon dürften aber höchstens die US-Bildungseinrichtungen profitieren, denn als Antragsteller füllt man einfach ein Online-Formular aus, trägt seine Kreditkartendaten ein und gibt die Zahlung in Auftrag. Das Ganze dauert fünf Minuten. Ich wüsste nicht, was es da noch zu verbessern gäbe.

Das Argument, 100 Dollar fielen bei jährlichen Studiengebühren von bis zu 30.000 Dollar pro nicht weiter ins Gewicht, mag für diejenigen zutreffen, die für ein komplettes Studium oder zumindest einen mehrmonatigen Austausch in die USA gehen. Für alle, die einen Kurzaufenthalt planen, ist die happige Erhöhung dagegen ein weiteres Argument, den USA fernzubleiben und ein anderes Gastland zu wählen. Insbesondere die US-Sprachkursanbieter werden unter SEVIS II zu leiden haben, denn der finanzielle und organisatorische Aufwand für Sprachkursinteressenten aus dem Ausland ist vergleichsweise absurd.

Nehmen wir folgendes fiktives Beispiel: Markus (24) ist Berufsanfänger in Hannover und möchte einen vierwöchigen Sprachkurs in den USA oder Kanada belegen, um sein Englisch aufzubessern. Zur Auswahl stehen das American Language Center an der University of California - Los Angeles (UCLA) und die private Sprachschule ILSC in Vancouver, Kanada. Beides sind beliebte, renommierte Einrichtungen in attraktiven, multikulturellen Metropolen in unmittelbarer Nähe von Stränden und spektakulärer Naturschönheit. Was die Kursgebühren angeht, sind die Unterschiede nicht riesig. Die US-Universität ist zwar etwas teurer, aber dafür gibt es dort auch die Gelegenheit, echte Campusluft zu schnuppern und alle Einrichtungen der Uni kostenlos zu benutzen. Von Hollywood ganz zu schweigen.

Schauen wir uns jedoch die Zusatzkosten an: Für den Kurs an der UCLA braucht Markus ein F-1 Visum. Um dieses zu erhalten, muss er persönlich bei einem der US-Konsulate in Deutschland vorsprechen. Die Terminvereinbarung läuft über eine 0900-Nummer, die satte 1,86 Euro pro Minute kostet und Anrufer nicht selten auf eine Warteschleife setzt. Die Antragsgebühr für das Visum beträgt derzeit 98,25 Euro pro Person. Da Markus in Hannover wohnt, befindet sich das nächstgelegene US-Konsulat in Berlin. Die Hin-und Rückreise mit dem Zug (am gleichen Tag, um keine Übernachtung zu haben), kostet regulär 116 Euro. Tja, und nun kommen ab 27.10.2008 also noch 200 US-Dollar (rund 142 Euro) für SEVIS hinzu, die vorab bezahlt werden müssen. Außerdem muss sich Markus für diesen Tag frei nehmen, um nach Berlin fahren zu können. Zusätzlich zu den Kursgebühren kostet ihn sein Sprachkurs also rund 360 Euro plus einen Urlaubstag.

Und für den Kurs in Vancouver? Die kanadische Regierung hat schon vor längerer Zeit beschlossen, dass für Bildungsaufenthalte von bis zu sechs Monaten Dauer kein Visum erforderlich ist [pdf]: Man bucht einfach den Sprachkurs, setzt sich ins Flugzeug, und los geht's. Zusatzkosten: null Euro. Bürokratischer Aufwand: null. Und das hat nichts damit zu tun, dass die UCLA eine Universität und die ILSC eine private Sprachschule ist, denn für Vollzeit-Sprachkurse in den USA ist generell ein F-1 Visum nötig, egal wie lang der Kurs ist und bei welchem Anbieter gebucht wird.

Bei solchen Zusatzkosten hilft auch der günstige Dollarkurs nicht weiter. Anders als alle anderen Länder, die auf dem globalen Bildungsmarkt um internationale Studierende konkurrieren, liberalisieren die USA also nicht sukzessive die Einreisebestimmungen, sondern errichten immer neue Hürden. Zwar hat die US-Regierung kürzlich die Arbeitsmöglichkeiten für ausländische Hochschulabsolventen erweitert, um Hochqualifizierte aus Naturwissenschaft, Ingenieurstechnik oder Mathematik im Land zu halten, aber der gesamte Bereich des Bildungstourismus scheint den Herren in Washington ziemlich schnuppe zu sein. An Markus' Stelle wüsste ich, wie ich mich entscheide. Hollywood hin oder her.

Schroffes Schreiben von US-Behörde: "Sie sind ein Sicherheitsrisiko"

Wer in den USA an einem Hafen arbeiten möchte, muss sich neuerdings einer speziellen Sicherheitsprüfung unterziehen. Damit soll verhindert werden, dass Personen, die terroristische Aktivitäten oder andere Sabotageakte planen, Zugang zu diesen empfindlichen Arealen erhalten. Nur die Inhaber des neu geschaffenen Transportation Worker Identification Credential (TWIC) dürfen das Gelände künftig ohne Begleitung betreten. Mit der Ausgabe der Ausweise wurde im Oktober letzten Jahres begonnen, und bis Ende 2008 sollen sukzessive rund eine Million Hafenangestellte, Dockarbeiter, Lastwagenfahrer und andere Personen die Erlaubnis erhalten. Betroffen von der Regelung sind auch Studenten und Doktoranden, die sich zu Forschungszwecken am Hafen aufhalten möchten. Und dass die Genehmigung des Antrages beileibe keine Selbstverständlichkeit ist, mussten nun rund 5.000 Bewerber erfahren, deren Anträge von der Sicherheitsbehörde abgelehnt wurden - darunter auch viele Doktoranden aus dem Ausland, wie die New York Times kürzlich berichtete.

An den Ablehnungsschreiben war besonders der schroffe Tonfall bemerkenswert: "Ich komme zu dem Schluss", heißt es darin, "dass Sie ein Sicherheitsrisiko darstellen." So etwas möchte niemand gerne im Bescheid einer US-Behörde lesen, und schon gar nicht, wenn man sich als Ausländer mit einem Studentenvisum in den USA aufhält. Steht das Wörtchen "Sicherheitsrisiko" erst einmal neben dem Fingerabdruck in der Personalakte, sind Komplikationen bei der Ein- und Ausreise vorprogrammiert, befürchten internationale Doktoranden wie der Deutsche Wilken-Jon von Appen, der am renommierten MIT in Meereskunde promoviert und wie viele seiner Kommilitonen nicht die Genehmigung erhielt, am Hafen zu forschen. Die US-Beamten beschwichtigen: Die Wortwahl sei etwas unglücklich getroffen und werde in künftigen Bescheiden abgeändert. Bei der Ablehnung jedoch bleibt es: Die meisten ausländischen Studierenden dürfen in den USA nicht eigenständig in der Hafengegend tätig sein, sondern nur gemeinsam mit einem TWIC-zertifizierten Begleiter. Probleme bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen bräuchten sie jedoch nicht zu befürchten, so die US-Behörden. Hoffentlich stimmt's.

US-Regierung plant Verdopplung der SEVIS-Gebühr

Zu den indirekten Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001 gehört in den USA unter anderem die Einführung des "Student and Exchange Visitor Information System", kurz SEVIS. Dahinter verbirgt sich eine zentrale elektronische Datenbank, die wichtige Informationen zu allen ausländischen Studierenden, Praktikanten und Austauschschülern sammelt, die sich mit einem F-, J- oder M-Visum in den USA aufhalten. Das sind praktisch alle. SEVIS weiß, wann sie eingereist sind und das Land wieder verlassen werden, wo sie studieren oder arbeiten, welche Fächer sie belegt haben, wo sie wohnen und wohin sie sich während ihres USA-Aufenthalts bewegen. Wer es versäumt, das System ordnungsgemäß und zeitnah mit seinen aktuellen Daten zu versorgen, bekommt Ärger mit den Behörden und riskiert die Ausweisung.

Mit dieser zentralisierten Datenerfassung reagierte die US-Regierung Anfang 2003 auf die irritierende Tatsache, dass einige der 9/11-Terroristen aufgrund der bis dato ziemlich laschen Kontrollen mit Studentenvisa einreisen bzw. als Touristen in den USA Flugunterricht nehmen konnten, wofür sie eigentlich ein F-1 Visum benötigt hätten. Niemand hat diese Unstimmigkeiten nachverfolgt, und so konnten sie in aller Ruhe ihre Anschläge planen. SEVIS - seit langem in der Entwicklung, aber nur halbherzig vorangetrieben - bekam nun plötzlich politischen Rückenwind und wurde in Windeseile einsatzfähig gemacht. Als das System dann schließlich eingeführt wurde, sahen so manche die individuellen Freiheitsrechte bedroht und malten den Überwachungsstaat an die Wand. Aber seien wir ehrlich: Wer als Nicht-EU-Bürger schon einmal das Vergnügen hatte, mit der deutschen Ausländerbehörde zu tun zu haben, weiß, dass solche Maßnahmen international gang und gäbe sind.

Das eigentlich Pikante an SEVIS ist, dass der US-Kongress verfügt hat, die internationalen Besucher mögen die Kosten für ihre Überwachung doch gefälligst selbst aufbringen, nicht der amerikanische Steuerzahler. Also muss seit Einführung des Systems jeder Ausländer, der ein F-, J- oder M-Visum beantragt, 100 Dollar an das Heimatschutzministerium zahlen, damit in Washington die Rechner auf Betriebstemperatur bleiben. Auch die amerikanischen Hochschulen, die internationale Studenten bei sich aufnehmen, werden mit diversen Gebühren zur SEVIS-Kasse gebeten. Nach fünf Jahren Laufzeit und rund fünf Millionen registrierten Studenten und Wissenschaftlern ist nun ein Upgrade des Systems fällig - und das kostet. Also plant die US-Regierung einem Bericht des Chronicle of Higher Education zufolge die Erhöhung der SEVIS-Gebühr auf 180 Dollar für J-1-Studenten und auf 200 Dollar für F-1 Studenten. Eine glatte Verdopplung. Angesichts der hohen Studiengebühren seien das doch Peanuts, argumentiert man im Heimatschutzministerium. Ich stimme eher denen zu, die in der erhöhten Gebühr einen weiteren abschreckenden Faktor sehen, der international mobile Studenten in die Arme anderer Länder treibt, die ihnen nicht derartig viele bürokratische Hindernisse in den Weg legen. Im Oktober soll die neue Gebühr in Kraft treten; bis zum 20. Juni darf die Öffentlichkeit Einspruch einlegen - vielleicht hat ja jemand ein Einsehen.

Nachtrag 01.10.2008: Die geplanten Änderungen treten zum 27.10.2008 wie angekündigt in Kraft.

Arbeiten nach dem USA-Studium: Option 12 plus 17

Die gute Nachricht vorweg: Mit einer neuen Regelung erlaubt es die US-Regierung internationalen Absolventen amerikanischer Hochschulen aus bestimmten Fachrichtungen ab sofort, auf der Grundlage ihres Studenten- visums nicht mehr nur 12, sondern 29 Monate nach Studienabschluss in den USA zu arbeiten. Diese Aussicht macht ein Studium in den USA ohne Frage attraktiver. Aber warum gerade neunundzwanzig? Um diese krumme Zahl und die Hintergründe der Neuerung zu verstehen, müssen wir einen kurzen Exkurs ins US-Einwanderungsrecht unternehmen und uns mit den Kürzeln OPT, H1-B, STEM sowie einem Phänomen namens cap-gap beschäftigen.

Wer als Ausländer ein komplettes Bachelor-, Master- oder Promotionsstudium in den USA absolviert, hat im Anschluss die Möglichkeit, ein bis zu zwölf- monatiges bezahltes Praktikum anzuhängen, das in direktem Zusammenhang mit dem studierten Fach stehen muss. Diese schöne Option nennt sich "optional practical training" (kurz OPT) und wird ausgiebig genutzt, wie die Zahlen zeigen. Dem letzten Open Doors-Bericht zufolge nahmen 2006/07 mehr als 350 Absolventen allein aus Deutschland die Chance wahr, im Rahmen von OPT praktische Arbeitserfahrungen in den USA zu sammeln. Und mehr als das: Nicht selten geht ein solches Praktikum in eine dauerhafte Beschäftigung über, wofür dann allerdings ein anderes Visum erforderlich ist, und zwar in der Regel ein Arbeitsvisum der Kategorie H1-B. Leider entsteht an diesem Punkt des Öfteren ein Problem, das in Fachkreisen unter der lustigen Bezeichnung cap-gap [sprich: käpgäp] bekannt ist.

Was ist cap-gap? "Cap" ist Englisch für "Obergrenze", und eine solche gibt es für die Anzahl der H1-B Visa, die jedes Jahr erteilt werden dürfen. Wenn alle vom US-Kongress genehmigten Visa ausgestellt worden sind, ist für das laufende Finanzjahr erst mal Schluss, und weitere Anwärter müssen sich in Geduld üben, bis jeweils im Oktober das nächste Kontingent aufgelegt wird. Leider können US-Arbeitgeber, die ihre internationalen OPT-Praktikanten gerne dauerhaft beschäftigen möchten, den Antrag auf ein H1-B-Visum erst frühestens sechs Monate vor Beginn der anvisierten Anstellung einreichen. Dann ist die festgeschriebene Obergrenze allerdings eventuell bereits überschritten. Das hat häufig zur Folge, dass die OPT-Zeit abgelaufen ist, bevor die H1-B-Zeit beginnen kann -- es entsteht eine mehrmonatige Lücke (engl. "gap"), während der die ausländischen Stellenanwärter nicht mehr weiterarbeiten dürfen und die USA sogar zwischenzeitlich verlassen müssen. So eine cap-gap-Zwangspause ist also ein erhebliches Ärgernis, mit dem die US-Einwanderungsbürokratie schon so manche hochqualifizierte Fachkraft verprellt hat, die sie doch eigentlich zu Wohle der amerikanischen Volkswirtschaft im Land halten wollte.

Das gilt insbesondere für Experten aus den Bereichen Naturwissenschaft, Technik, Maschinenbau und Mathematik, für die sich in den USA der Oberbegriff STEM (Science, Technology, Engineering, Mathematics) eingebürgert hat. Die Stärke des STEM-Sektors wird häufig als wichtiger Indikator für die Innovations- und Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft gesehen, und wie es aussieht, haben die USA hier mit Defiziten zu kämpfen. Um dem Fachkräfte- mangel zu begegnen, laufen derzeit mehrere Initiativen, um die Kompetenz in diesen Fachrichtungen bereits zu Schulzeiten zu stärken. Die neue Regelung zur Verlängerung des OPT geht in dieselbe Richtung, denn sie gilt mitnichten für Historiker, Psychologen oder Wirtschaftswissenschaftler, sondern ausschließlich für Absolventen der STEM-Fächer. Ihnen soll künftig durch die Verlängerung des OPT auf 29 Monate die ärgerliche Erfahrung eines cap-gap erspart bleiben, und US-Arbeitgeber sollen in die Lage versetzt werden, die weltweit begehrten High Potentials ohne Unterbrechung zu beschäftigen und dauerhaft an die US-Wirtschaft zu binden.

So erklärt sich also auch die seltsame Verlängerung um ausgerechnet 17 Monate: Dies ist rein rechnerisch der maximal benötigte Zeitraum, um eine Ausstellung des H1-B-Visums auch im nächsten Fiskaljahr zu gewährleisten. Warum man dann allerdings nicht noch einen Monat drauflegen konnte, um die Dreißig voll zu machen, wird ein Geheimnis des Heimatschutzministeriums bleiben.

US-Visumsinterview demnächst auch in München

Gute Nachrichten für alle, die sich um ein US-Visum bewerben möchten und infolgedessen zum obligatorischen Visumsinterview bei einem der US-Konsulate erscheinen müssen: Ab dem 5. Juli 2006 wird dieses Interview neben Berlin und Frankfurt/M. auch im US-Konsulat in München durchgeführt. Bereits jetzt vergibt die Visums-Hotline der amerikanischen Botschaft Termine für diesen Standort. Darüber hinaus scheint die bisher gültige Zuständigkeit der Konsulate für einzelne Bundesländer schleichend aufgehoben worden zu sein, d.h. wer z.B. seinen Wohnsitz in Schleswig-Holstein hat, muss nicht mehr unbedingt nach Berlin zum Interview, sondern kann auch einen Termin in Frankfurt oder München bekommen, wenn dies aus persönlichen Gründen besser passt oder andere Konsulate keine Termine mehr frei haben.

US-Senat plant Green Cards für internationale Absolventen von US-Hochschulen

Gute Nachrichten für angehende Doktoranden in den Ingenieurs- und Naturwissenschaften, die sich für ein Graduiertenstudium in den USA interessieren: Es tut sich etwas in Sachen Liberalisierung der US-Einwanderungsgesetzgebung! Der amerikanische Senat debattiert zur Zeit eine Gesetzesvorlage, nach der die USA dem derzeitigen Mangel an hoch qualifizierten Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Mathematikern im Land dadurch begegnen wollen, dass es internationalen Absolventen dieser Fachrichtungen erleichtert werden soll, im Anschluss an ihr Studium an einer US-Hochschule eine unbefristete Arbeitserlaubnis für die USA zu erhalten. Zu diesem Zweck soll eine neue Visumskategorie (F4) eingeführt werden, die sich nach Abschluss des Studiums unbürokratisch von einem Studentenvisum in eine Green Card umwandeln lässt.

Nach den derzeit gültigen Bestimmungen müssen internationale Studierende bereits bei der Beantragung ihrer Visa versichern, dass sie die USA nach Abschluss ihres Studiums wieder verlassen werden. Wer dennoch dauerhaft in den USA arbeiten möchte, sieht sich mit denselben langen Wartezeiten und Green Card-Obergrenzen konfrontiert wie alle anderen Bewerber, die nicht in den USA studiert haben, auch. Dieser Zustand schreckt erstens viele Interessen bereits im Vorfeld ab und lässt sie in Richtung anderer Länder abwandern, wo die Regelungen längst liberalisiert wurden, und zweitens gehen den USA dadurch im globalen Wettbewerb Tausende von Experten verloren, obwohl sie zuvor teilweise über Jahre hinweg im eigenen Land ausgebildet wurden.

Von der neuen Visumskategorie würde eine Vielzahl von internationalen Studierenden profitieren: Nach aktuellen Zählungen der National Science Foundation erwarben in den USA im Jahr 2003 mehr als 9.000 Studierende aus dem Ausland einen Doktortitel in den Ingenieurs- und Naturwissenschaften, und mehr als 22.0000 erhielten im Jahr zuvor einen Master-Titel. Bevor die geplanten Neuregelungen in Kraft treten können, wird allerdings noch einige Zeit verstreichen. Vor den Neuwahlen im November dieses Jahres ist mit einer Verabschiedung dieser Gesetzesvorlage keinesfalls zu rechnen. Nachzulesen im Chronicle of Higher Education.

Reisepass: "Vorläufig" nicht mehr in die USA

Das US-Konsulat teilt mit, dass es ab dem 1. Mai 2006 nicht mehr gestattet sein wird, mit einem vorläufigen Reisepass im Rahmen des Programms für visumsfreies Reisen ("Visa Waiver Programm") in die USA einzureisen. Erforderlich ist von diesem Zeitpunkt an in jedem Fall ein gültiger maschinenlesbarer Reisepass. Mit "Visa Waiver Program" ist die angenehme Regelung gemeint, dass sich Deutsche (und Staatsbürger einer Reihe anderer Länder) zu touristischen Zwecken bis zu 90 Tage in den USA aufhalten dürfen, ohne ein Visum beantragen zu müssen. Im Flugzeug (oder auf dem Schiff) ist lediglich das kleine Formular I-94 auszufüllen. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Allerdings will ich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass für USA-Aufenthalte zum Zwecke eines Studiums, Sprachkurses, Sommerjobs oder Praktikums (auch unbezahlt!) grundsätzlich vorab ein entsprechendes Visum beantragt werden muss. Und dafür ist seit jeher ein gültiger Reisepass notwendig, Die veränderte Regelung betrifft also in erster Linie USA-Urlauber und Geschäftsreisende.

Neue Nummer: Visumsinformationsdienst der US-Botschaft

Die 0190-Nummer der US-Botschaft: Alle, die in den letzten Jahren offizielle Auskunft in Einwanderungsfragen benötigten oder ein Studenten- oder Austausch-Visum für die USA beantragt haben, haben mit ihr Bekanntschaft gemacht – was nicht immer erfreulich war, denn nicht selten verweilten Anrufer zunächst einige Minuten in der Warteschleife, was bei einer Gebühr von 1,86 Euro pro Minute nicht unbedingt ein Vergnügen ist.

Seit dem 2. Januar 2006 ist dieser Informationsdienst, den übrigens nicht die US-Botschaft selbst, sondern ein Call Center betreut, unter einer neuen Telefonnummer erreichbar, nachdem die alten 0190-Nummern zum Ende des vergangenen Jahres in Deutschland abgeschafft wurden.

Montags bis Freitags von 7 – 20 Uhr kann man nun unter folgenden Rufnummern einen Interviewtermin vereinbaren oder z.B. klären, unter welchen Bedingungen man in den USA ein eigenes Geschäft gründen kann:

0900 1-850055 Live-Informationsdienst
0900 1-850058 Faxabruf

Was die Gebühren betrifft, bleibt allerdings alles beim Alten: 1,86 Euro/Min. kostet der Spaß.

US-Konsularabteilung in Frankfurt/M. zieht um: Engpässe beim Visum

Achtung: Wegen des Umzugs der US-Konsularabteilung in Frankfurt/M. an diesem Wochenende kann es vorübergehend zu Verzögerungen in der Bearbeitung von Visa-Anträgen kommen. (US-Praktikant in spe ASSi z.B. hat derzeit darunter zu leiden.)

Mir ist auch zu Ohren gekommen, dass aus demselben Grund für Oktober keine Interviewtermine in Frankfurt vergeben werden. Das könnte einige in Schwierigkeiten bringen, die im November z.B. mit einem J-Visum in die USA wollen. Sollte sich diese Auskunft nicht bewahrheiten, bitte ich um Rückmeldung!

Ab 4. Oktober 2005: Noch mehr Bürokratie vor der Einreise in die USA

Wer schon einmal in die USA geflogen ist, kennt das kleine Formular I-94, das vor der Landung an Bord auszufüllen ist: Neben der Angabe der persönlichen Daten muss man dort die Adresse der ersten Übernachtung in den USA nennen und unter anderem erklären, keine Terroranschläge auf die USA verüben zu wollen oder jemals nationalsozialistischen Aktivitäten nachgegangen zu sein.

Eine neue Sicherheitsrichtlinie der US-Behörden verlangt nun, dass die Fluggesellschaften ab dem 4. Oktober 2005 von allen Passagieren die Adressdaten bereits vor dem Check-in vorliegen haben und an das Heimatschutzministerium weiterleiten! Am besten also, man besorgt sich das entprechende Formular über den Reiseveranstalter oder die Call Center der Fluggesellschaften und füllt alles schon zu Hause aus. Hoffen wir, dass sich die Verzögerungen und Pannen bei dieser Prozedur in Grenzen halten.

Gefunden bei Spiegel Online.

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Willkommen beim TransatlanTicker! Ich heiße Carsten Bösel und bin als Autor, Übersetzer und selbstständiger Studienberater mit Schwerpunkt USA und Kanada tätig. Auf dieser Seite blogge ich regelmäßig über Neuigkeiten aus der nordameri- kanischen Hochschulszene: Studiengänge, Stipendien, Bewerbungstipps, Sprach- und Eignungstests, Postdoc-Stellen, Campusleben und vieles mehr. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und Kommentare!

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