Neue Zahlen: Ausländische Studenten in den USA
Es ist eine faustdicke Überraschung: Nachdem die Zahl der ausländischen Studierenden in den USA aufgrund der Terroranschläge vom 11. September 2001, restriktiver Visumsregelungen und der unpopulären Bush-Regierung in den letzten Jahren leicht zurückging oder stagnierte, hat sie im vergangenen Jahr eine neue Rekordmarke erreicht. 623.805 internationale Studenten zählt das Institute for International Education in seinem neuesten, gestern veröffentlichten Open Doors Report zur Internationalisierung amerikanischer Hochschulen. Das sind satte 7% mehr als im Vorjahr - einen derart großen Zuwachs gab es zuletzt 1979/80. Zu verdanken ist er vor allem den führenden Entsendeländern Indien, China und Südkorea, die mit spektakulären, zweistelligen Steigerungsraten aufwarten. Aber auch Deutschland war im vergangenen Jahr mit 8.907 Studierenden erstmals wieder stärker vertreten als im Vorjahr. Bis allerdings der Spitzenwert von 10.128 deutschen Studierenden aus dem Jahr 2000/01 wieder erreicht ist, liegt noch ein gutes Stück Arbeit vor uns. Die wichtigsten Open Doors Daten auf einen Blick gibt es hier [pdf].
Die überraschend guten Zahlen, mit denen die USA ihre absolute Spitzenstellung als Ziel für ausländische Studenten eindrucksvoll untermauern, sind Resultat vereinfachter Visumsverfahren, stärkerer Bemühungen amerikanischer Hochschulen um internationale Bewerber, einer wachsenden Mittelschicht in vielen Schwellenländern sowie eines zeitweise extrem günstigen Dollarkurses, der zumindest den Anbietern von Sprachkursen in den USA einen deutlichen Kundenschub beschert haben dürfte. Allein die Anzahl der Sprachschüler wuchs um 23,5%. Einer dagegen hat mit den neuen Rekordzahlen noch gar nichts zu tun: der frisch gewählte US-Präsident Barack Obama. Denn die Daten beziehen sich auf ausländische Studenten, die sich im Jahr 2007/08 in den USA aufgehalten und ihr USA-Studium folglich lange vor dem US-Präsidentschaftswahlkampf geplant haben. Die Popularität Obamas und der damit verbundene Image-Gewinn der USA dürften die Anziehungskraft amerikanischer Hochschulen in den kommenden Jahren jedoch noch weiter steigern. In Großbritannien fürchtet man jedenfalls bereits jetzt Einbußen für die britischen Hochschulen: „Der Erfolg Obamas schlägt ein ganz neues Kapitel auf, und 4/11 könnte sich im Wettbewerb um internationale Studierende als genauso wirkungsmächtig erweisen wie 9/11“, kommentierte der britische Guardian zwei Tage nach der Wahl.
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TransatlanTicker - 18. Nov, 15:07
Positive Signale also, wie auch Allan Goodman, Präsident des Institute of International Education, der
Weniger öffentliche Aufmerksamkeit bekam die aktuelle OECD-Statistik zur weltweiten Verteilung internationaler Studierender. Hier wird wiederum deutlich, wie exponentiell die globale studentische Mobilität in den letzten Jahren angestiegen ist: Insgesamt 2,7 Millionen Studierende studieren zurzeit an Hochschulen im Ausland, was seit 2000 einen Anstieg von mehr als 40% bedeutet. Bezüglich der beliebtesten Zielländer hat sich gegenüber dem Vorjahr allerdings wenig geändert: Das mit Abstand beliebteste Zielland für internationale Studierende bleiben die USA (22%), gefolgt von Großbritannien (11%), Deutschland (10%) und Frankreich (9%). Diese „großen Vier“ beherbergen zusammen also mehr als die Hälfte aller internationalen Studierenden, wobei die USA in den letzten vier Jahren Verluste von 3% hinnehmen mussten.



